Fussball
Auftakt in die Rückrunde: Aufsteiger FC Gränichen in der Favoritenrolle

Mit dem Spitzenkampf Brugg - Gränichen beginnt am Samstag die Rückrunde in der 2. Liga regional. Mit Verteidiger Marc Wehrli und Stürmer Ivan Lopez hat sich Gränichen gezielt verstärkt. «Wir sind eine interessante Adresse», sagt Trainer Marco Wüst.

Andreas Fretz
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Auf der Erfolgswelle: Der Aufsteiger FC Gränichen startet aus der Poleposition in die Rückrunde der 2. Liga. Otto Lüscher

Auf der Erfolgswelle: Der Aufsteiger FC Gränichen startet aus der Poleposition in die Rückrunde der 2. Liga. Otto Lüscher

Wie lange dauert der Höhenflug von Aufsteiger Gränichen noch an? Schenkt man den Prognosen der 2.-Liga-Trainer Glauben, ist das Team von Trainer Marco Wüst auf dem Durchmarsch nach oben nicht zu stoppen. Ganz anders der FC Entfelden. Der Double-Gewinner von 2011 droht von der 2. Liga interregional in die 3. Liga durchgereicht zu werden.

«Wir fühlen uns nicht wahnsinnig unter Druck», sagt Gränichens Marco Wüst zur Ausgangslage, «wir bestreiten die erste 2.-Liga-Saison, wir müssen niemandem etwas beweisen.» Doch im Gegensatz zu anderen Teams, die bis zum letzten Moment das Wort «Meistertitel» aus dem Wortschatz verbannen, spricht man in Gränichen durchaus offen über den Aufstieg. «Wir wollen die Tabellenspitze verteidigen», sagt Wüst.

Angst, dass nach dem rasanten Aufstieg der freie Fall folgt, hat man in Gränichen nicht – obwohl der Aargauer Fussball viele solche Beispiele kennt. «Wir sind ein gesunder Verein mit einem gesunden Umfeld. Wir leben nicht über unseren Verhältnissen», räumt Wüst Zweifel aus. Mit Marc Wehrli (Schöftland) und Ivan Lopez (Entfelden) hat man sich gezielt verstärkt. «Ich erhalte viele Anfragen von Spielern», sagt Wüst, «offenbar sind wir eine interessante Adresse geworden.» Der Verein stehe eindeutig mehr im Blickpunkt als noch in der 3. Liga, aber die Arbeit sei dieselbe geblieben, hält der Trainer fest.

Den Start in die Rückrunde gegen Brugg will Wüst nicht überbewerten: «Der Spitzenkampf ist nicht wegweisend, eine solche Aussage wäre übertrieben.» Die Kampfansage aus Brugg bleibt indes nicht aus. «Gränichen hat eine gute Ausgangslage, ein gutes Kader. Wenn uns aber der Start gelingt, können wir mitreden», sagt Trainer Urs Walter, der mit seinem Team zudem noch im Cup-Wettbewerb steht.

Anders sieht die Gemütslage beim letztjährigen Absteiger FC Entfelden aus. Auch eine Liga tiefer liegt man am Tabellenende. Nach Stefan Elsassers Abgang zum SC Schöftland II übernahm Miro Curik im Winter das Ruder beim Schlusslicht. Er hat nun die schwierige Aufgabe, den FCE vor dem zweiten Abstieg in Folge zu bewahren. «Das ist die schwierigste Aufgabe meiner bisherigen Trainer-Laufbahn», sagt Curik. Er habe nur ein Ziel, und das sei der Ligaerhalt. Den will er «mit den gesunden Tugenden des Mannschaftssports und mit viel Charakter» bewerkstelligen. Dennoch ist selbst für Curik der FC Entfelden Abstiegskandidat Nummer 1. Die negativen Schwingungen der Vergangenheit seien noch immer spürbar. «Das Team hat in den letzten eineinhalb Saisons nur ein Spiel gewonnen. Das hat Spuren hinterlassen. Wir haben ein Verlierer-Image. Und das führt zu Abgängen.» Mit Antonio Aiello (Meisterschwanden), Ivan Lopez (Gränichen) und Marco Patane (Grenchen) sind erneut Leistungsträger abgesprungen.

«Wir hatten zwar einige Abgänge, aber auch erfreuliche Zuzüge», erklärt Torhüter Andreas Blattner, «das Team ist näher zusammengerückt, und das macht uns stärker.» Die Vorbereitung auf die Rückrunde ist gut verlaufen, weshalb bei Blattner auch Zuversicht herrscht.

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