Handball NLA

Auftakt in die Playoff-Viertelfinals gelungen: Der HSC Suhr Aarau besiegt Wacker Thun zu Hause mit 27:24

Der HSC Suhr Aarau startet vor 1231 Zuschauern in der Schachenhalle mit einem 27:24-Sieg gegen Wacker Thun in die Playoff-Viertelfinals. Damit legt das Team von Trainer Misha Kaufmann im ersten Spiel der Viertelfinalserie gegen die Berner Oberländer vor und führt mit 1:0.

 Von dieser Szene werden sie in der vergangenen Nacht noch geträumt haben. Sie, das sind Milan Skvaril, David Poloz und Tim Aufdenblatten. Ihres Zeichens allesamt Teamstützen des HSC Suhr Aarau und am schönsten und gleichzeitig entscheidenden Treffer beim 27:24-Sieg gegen Wacker Thun massgeblich beteiligt.

59:30 zeigt die Matchuhr an, als die 1231 Zuschauerinnen und Zuschauer in der sehr gut besetzten Aarauer Schachenhalle in tosenden Jubel ausbrechen. Der Grund dafür ist der Treffer des Heimteams zum 26:24 nur wenige Sekunden nach dem Timeout. Topskorer Skvaril spielt auf Flügel Poloz, der im Flug quer auf Co-Captain Aufdenblatten legt und dieser versenkt eiskalt. Per Doppelflieger – so nennt sich diese Traumkombination – ins Glück.

Dieses Doppelflieger-Tor bringt die Entscheidung im ersten Spiel der Viertelfinal-Serie zwischen dem HSC Suhr Aarau und Wacker Thun.

«Diesen Spielzug haben wir im Timeout genau so abgesprochen», sagt HSC-Cheftrainer Misha Kaufmann und ergänzt: «Ich würde in dieser Phase nicht mit so etwas rechnen, also habe ich auf den Überraschungseffekt gesetzt.» Und das hat funktioniert. Auch Aufdenblatten, der den Treffer schliesslich erzielte, war nach der Schlusssirene erfreut: «Wir waren voll und ganz davon überzeugt, dass es klappen wird. Umso schöner, dass wir damit recht behalten haben.»

Der HSC bleibt fokussiert

Ein Traumtor entscheidet also die erste Partie der Playoff-Viertelfinalserie zwischen den Aargauern und den Berner Oberländern. Trotzdem: In der aus dem Eishockey bestens bekannten und üblichen Playoff-Manier hüteten sich die Exponenten des Heimteams, in eine übermässige Euphorie zu verfallen.

«Keine Frage, dieser Sieg ist enorm wichtig. Aber mehr als den ersten von drei Siegen haben wir heute Abend nicht geholt», sagt Aufdenblatten, der mit sechs Treffern der erfolgreichste Werfer des HSC war.

Der Verlauf der Partie ist schnell erzählt: Nach einem zwischenzeitlichen Rückstand von drei Treffern in der Startphase kämpfte sich der HSC schnell wieder ins Spiel zurück. In der Folge wechselte die Führung zwischen den beiden Teams in regelmässigen Abständen. Erst in der Schlussphase gelang es dem HSC mit zwei Treffern vorzulegen. «Ich hatte das Gefühl, dass wir gut im Spiel waren. Aber es ist uns trotz zahlreicher Chancen nicht gelungen, wegzuziehen», sagt Aufdenblatten.

Mit einem guten Gefühl nach Thun

Die Wichtigkeit des Sieges schätzt der Co-Captain der Aargauer auch deshalb als sehr hoch ein, weil seine Mannschaft nun morgen mit einem guten Gefühl nach Thun reisen kann. «Wir wollten unbedingt verhindern, dass wir am Donnerstag mit einem schlechten Gefühl an Spiel zwei fahren.»

Tatsächlich gab es für Suhr Aarau – vom 29:24-Sieg Anfang Februar in der Finalrunde einmal abgesehen – auswärts in der Thuner Lachenhalle in der Vergangenheit schon sehr lange nichts mehr zu bejubeln.

Trotzdem dürfte der HSC  (Anpfiff: 19.30 Uhr) mit breiter Brust zum zweiten Spiel der Best-of-5-Serie antreten. «Wir haben einen Schlüssel gefunden, gut gekämpft und waren schlussendlich wohl einen Tick besser», sagt Cheftrainer Kaufmann.

Drohen zwei Ausfälle für Spiel 2?

Allerdings ist auch dem Cheftrainer nicht entgangen, dass sowohl Kreisläufer Martin Slaninka als auch der rechte Flügel David Poloz nach der Partie hinkend zum späten Pasta-Essen auf der Tribüne der Schachenhalle eintrudelten.

Slaninka hatte sich bei einer Abwehraktion in der ersten Halbzeit das linke Knie verdreht und Poloz blieb nach einem Abschlussversuch ebenfalls vor der Pause auf der Platte liegen. Er beklagte sich über Schmerzen im Fuss. Sowohl der Slowake als auch der Tscheche mussten minutenlang gepflegt werden, konnten danach aber weitermachen.

Ob sie morgen bereits wieder einsatzfähig sind, war am Dienstagabend noch vollkommen offen. Sollte einer von ihnen oder gar beide ausfallen, wäre es ein hoher Tribut, den der HSC dem Auftaktsieg zollen müsste.

Nichtsdestotrotz: Der Playoff-Auftakt ist dem HSC gelungen – inklusive erinnerungswürdigem Traumtor.

Sie haben die Partie verpasst? Schauen Sie sie hier in der Aufzeichnung des Livestreams nach:

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1