Handball
Aufstiegsdrama: Jetzt legt Suhr Aarau Rekurs ein

Das Verbandssportgericht muss entscheiden, ob es am Samstag zum Wiederholungsspiel zwischen Suhr Aarau und Endingen kommt.

Fabian Hägler
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Die Enttäuschung ist gross: Der TV Endingen verpasst den Aufstieg in die NLA

Die Enttäuschung ist gross: Der TV Endingen verpasst den Aufstieg in die NLA

Alexander Wagner

Zuerst jubelte zweimal der HSC Suhr Aarau: Am 30. April, als der Club nach einem 29:29-Unentschieden gegen den TV Endingen als Aufsteiger in die NLA feststand. Und am 6. Mai, als die nationale Disziplinarkommission des Handballverbandes nicht auf einen Protest der Endinger einging. Dann jubelten zweimal die Surbtaler: am 10. Mai, als das Verbandssportgericht entschied, der Protest sei korrekt angemeldet worden, und den Fall an die Disziplinarkommission zurückwies. Und zuletzt nun am 14. Mai, als die Kommission den Protest guthiess, wonach Endingen in der Schlussphase vier Sekunden gestohlen wurden, und ein Wiederholungsspiel ansetzte.

Ob sich der TV Endingen und der HSC Suhr Aarau am kommenden Samstag tatsächlich nochmals in der GoEasy-Arena in Siggenthal gegenüberstehen, steht aber noch nicht fest. «Wir werden den Entscheid der Disziplinarkommission beim Verbandssportgericht anfechten», sagt Thomas Kähr, Präsident des HSC Suhr Aarau, auf Anfrage. Kähr ist nach wie vor der Meinung, wenn der Schiedsrichter die Partie bei einer gewissen Spielzeit wieder freigebe, habe dieser damit einen Tatsachenentscheid getroffen.

«Zudem ist der Videobeweis im Handball nicht zugelassen», hält Kähr fest. Endingen hatte bei der Kommission ein Zuschauervideo eingereicht, das zeigen soll, wie die Uhr vier Sekunden lang läuft, obwohl der Schiedsrichter nicht angepfiffen hatte.

Beweisvideo

Was die Aufnahmen tatsächlich zeigen, ist unklar, weil das Video nicht öffentlich zugänglich ist. Marco Eggenschwiler, Sportchef des TV Endingen, sagte auf eine Anfrage der az, der Ersteller möchte das Video nicht veröffentlichen. «Er sagte mir, dieses habe der Disziplinarkommission bei der Entscheidungsfindung geholfen und somit seinen Zweck erfüllt», hielt Eggenschwiler weiter fest. Auf dem offiziellen Matchvideo ist die Zeit in der umstrittenen Szene nicht ersichtlich.

HSC-Präsident Kähr kündigt an, sein Verein werde fristgerecht, also im Verlauf des Dienstags, offiziell Rekurs einreichen. Damit muss sich das Verbandssportgericht erneut mit dem umstrittenen Fall befassen, diesmal nicht nur formal, sondern auch inhaltlich. Kähr sagt, aus seiner Sicht wäre es fragwürdig, wenn das Gericht den Protest des TV Endingen gutheissen würde. «Situationen wie am 30. April gibt es im Handball fast in jedem Spiel, ein Entscheid für ein Wiederholungsspiel würde weiteren Protesten Tür und Tor öffnen», sagt Kähr. Noch offen ist, wann das Verbandssportgericht tagt, das Urteil muss aber noch diese Woche fallen.