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Protest nach Aufstiegs-Drama im Aargauer Handball: Entscheid fällt frühestens am Freitag

Die Enttäuschung ist gross: Der TV Endingen verpasst den Aufstieg in die NLA

Die Enttäuschung ist gross: Der TV Endingen verpasst den Aufstieg in die NLA

Ob der TV Endingen oder der HSC Suhr Aarau direkt in die Handball-NLA aufsteigt, entscheidet sich nicht vor Freitag. Frühestens dann will die Nationale Disziplinarkommission des Verbandes über den Protest der Endinger entscheiden - diese fühlen sich um einige Sekunden betrogen.

Der TV Endingen hat seinen Protest gegen die Wertung des entscheidenden Spiels - nach dem 29:29 gegen den HSC Suhr Aarau verpassten die Surbtaler den direkten Aufstieg in die NLA - am Dienstag fristgerecht bestätigt. «Das Geschäft liegt nun zur Beurteilung bei der Nationalen Disziplinarkommission, welche die verschiedenen Stellungnahmen so rasch wie möglich einholt und danach einen Entscheid fällt», sagt Marco Ellenberger, der Medienchef des Schweizerischen Handballverbandes, auf Anfrage. Obwohl die Kommission den Prozess beschleunige, sei wohl nicht vor Freitag mit einem Entscheid zu rechnen. 

Endingens Sportchef Marco Eggenschwiler hatte am Samstag unmittelbar nach Spielschluss bei den Verbands-Offiziellen einen Protest gegen die Wertung angekündigt. Der Ausgang des juristischen Nachspiels könnte das Meisterschaftsfinale auf den Kopf stellen: Mit dem 29:29-Unentschieden hatte der HSC Suhr Aarau den direkten Aufstieg in die NLA realisiert. Endingen dagegen muss den Umweg über die Barrage gegen den A-Ligisten Fortitudo Gossau antreten. Falls das Spiel aber wiederholt würde und Endingen gewinnt, wären die Surbtaler nächste Saison definitiv in der NLA und der HSC in der Barrage.

Die Uhr lief, das Spiel nicht

Streitpunkt sind die letzten Sekunden des Spiels. Sechs Sekunden waren noch auf der Uhr, als die Endinger beim Stand von 29:29 einen Freiwurf ausführen wollten. HSC-Spieler Martin Prachar stürmte auf den Endinger los, der auf 9 Metern den Ball hielt, um den Freiwurf auszuführen. Wegen groben Vergehens erhielt er dafür die rote Karte.

Als das Spiel wieder aufgenommen wurde, waren nur noch zwei statt sechs Sekunden auf der Matchuhr. Am Zeitnehmertisch ging man wohl davon aus, dass zum Zeitpunkt, in dem Prachar losstürmte, der Schiedsrichter das Spiel wieder angepfiffen hatte und dieses wieder freigegeben war. Doch war dem wirklich so? Wegen des ohrenbetäubenden Lärms in der mit 2136 Zuschauern gefüllten GoEasy-Halle war es jedoch kaum möglich zu beurteilen, ob der Schiedsrichter angepfiffen hatte oder eben nicht.

«Wir hätten während sechs Sekunden mit sieben gegen vier Feldspielern agieren können. Das bedeutet auf diesem Niveau im Normalfall eine Grosschance», sagt Endingens Sportchef Eggenschwiler. Doch in nur zwei Sekunden sei nicht viel mehr als ein einziger Pass und der Torschuss möglich gewesen.

Aufstiegsdrama Endingen – Suhr Aarau: Die umstrittene Szene

Wegen dieser Szene legt Endingen Protest ein

Noch 6 Sekunden sind zu spielen (29:29): Endingen will einen Freiwurf ausführen, als Martin Prachar von Suhr Aarau die Rote Karte erhält. Als es weitergeht (2. Szene), sind noch 2 Sekunden zu spielen. Umstritten ist, ob die 4 Sekunden Differenz korrekt sind.

Fall für Disziplinarkommission

Die Nationale Disziplinarkommission muss nun über den Fall befinden. Doch die Zeit drängt. Bald stehen die Barrage-Spiele auf dem Programm. Laut Marco Ellenberger, Medienbeauftragter des Schweizerischen Handballverbands, stellen sich drei Fragen. «Die Nationale Disziplinarkommission wird zuerst prüfen, ob bei der Eingabe des Protest alles korrekt abgelaufen ist und ob sie auf den Protest eintritt.»

Die zweite Frage: «Gibt es die Möglichkeit eines beschleunigten Verfahrens?» In der NLA gibt es ein sogenanntes «Schnellgericht», in der NLB nicht. Die letzte Frage: «Kann gegen einen allfälligen Entscheid der Nationalen Disziplinarkommission Rekurs eingelegt werden oder nicht?» Ein Rekurs würde erneut wertvolle Zeit kosten. Falls der Protest gutgeheissen wird, «ist davon auszugehen, dass das Spiel wiederholt wird», sagt Ellenberger. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass nur die sechs letzten Sekunden nachgeholt werden.»

Rawr: Protest TV Endingen

Endingens Geschäftsführer Christian Villiger ist skeptisch, was die Erfolgschancen des Protests betrifft: «Rein logistisch wäre es fast nicht möglich, dieses Spiel nachzuholen.» Dennoch sei der TV Endingen gegenüber seinen Spielern und Partnern gewissermassen verpflichtet, die juristischen Möglichkeiten auszuschöpfen. «Aus unserer Sicht sind die letzen sechs Sekunden nicht korrekt abgelaufen», betont Villiger.

Wie sehr man in Endingen allerdings davon ausgeht, dass das 29:29 Bestand haben wird, zeigt der Umstand, dass die Barrage-Termine gemeinsam mit Fortitudo Gossau bereits fixiert worden sind. So soll das Heimspiel der Endinger am 14. Mai (18 Uhr) stattfinden, das Rückspiel am 21. Mai (17.30 Uhr). «Unsere Vorbereitung für die Barrage läuft», sagt Villiger, «wir machen vorerst so weiter, als gäbe es den Protest nicht.»

So jubelt Suhr Aarau in der Kabine über den Aufstieg

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