Basketball
Aufstieg: Sportlich siehts gut aus – aber es mangelt der Alten Kanti an Geld

Neue Spieler, neuer Boden, neuer Modus – die Aufstiegschancen des NLB-Teams Alte Kanti Aarau stehen so gut wie nie zuvor. Doch es gibt ein grosses Problem.

Fabio Baranzini
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Die Neuen: Robert Devcic, Zoran Zivanovic, Nikola Stevanovic, Chris Zoller und Markus Grütter (von hinten links im Uhrzeigersinn). Auf dem Bild fehlt Patrick Hauri.

Die Neuen: Robert Devcic, Zoran Zivanovic, Nikola Stevanovic, Chris Zoller und Markus Grütter (von hinten links im Uhrzeigersinn). Auf dem Bild fehlt Patrick Hauri.

Baranzini

Zwei Mal ist das Team von Milenko Tomic in den letzten drei Jahren NLB-Meister geworden. Beide Male verzichtete der Verein aus finanziellen Gründen und wegen der mangelhaften Infrastruktur auf den Aufstieg in die höchste Spielklasse.

Saisonauftakt am Samstag

Am Samstag trifft der BC Alte Kanti Aarau zum Saisonauftakt in der NLB auf die ST Bern Giants (17 Uhr, Telli). Die Berner, die letztes Jahr eine durchzogene Saison erlebten, wollen sich in der neuen Spielzeit rehabilitireren und dürften ein erster Gradmesser für das neu formierte Aarauer Kollektiv sein. (fba)

Im letzten Jahr sind die Aarauer auf dem Spielfeld ausgebremst worden. Sie verloren den Playoff-Halbfinal gegen Swiss Central Basket und konnten nicht in den Kampf um den Aufstieg eingreifen. In diesem Jahr könnte das nun anders aussehen. Es gibt gleich drei Gründe, die dafür sprechen, dass der BC AKA zum Saisonende den Aufstieg bejubeln kann.

  • Erstens: In der Sommerpause wurde die Tellihalle teilsaniert. Der alte, nicht NLA-konforme Gummiboden wurde durch einen hölzernen Parkettboden ersetzt, der auch in der höchsten Spielklasse keine Wünsche offen lässt. Zudem wurde eine kleine Zusatztribüne für 50 Zuschauer angeschafft. Damit sind die Infrastrukturprobleme fürs Erste behoben.
  • Zweitens: In dieser Saison gibt es einen neuen Spielmodus. Aufgrund der immer kleiner werdenden NLA haben die Verantwortlichen entschieden, die oberste Spielklasse aufzustocken. Deshalb gibt es neu nicht mehr nur einen Aufsteiger, sondern eine Auf-/Abstiegsrunde, in der sich die vier besten NLB-Teams mit den zwei schwächsten NLA-Teams messen. Von diesen sechs Mannschaften spielen die vier besten in der darauffolgenden Saison im Oberhaus. Die Aufstiegschancen des BC AKA steigen damit also mindestens um 50 Prozent.
  • Drittens: Auch im sportlichen Bereich besteht bei der Alten Kanti Aarau kein Anlass zur Sorge. Im Gegenteil. Das Kader ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich breiter, sodass Ausfälle von Stammkräften adäquat ersetzt werden können. «Wir sind in einer sehr komfortablen Situation. Dank den vielen Spielern sind wir flexibler und können sowohl in den Trainings als auch in den Matches eine höhere Intensität aufs Feld bringen», sagt Trainer Milenko Tomic.

Dass die Aarauer in der aktuellen Zusammensetzung über viel Potenzial verfügen, haben sie am Dreiländerturnier im deutschen Schwenningen bewiesen. Dort belegten sie den zweiten Platz, unter anderem vor NLA-Vertreter Starwings.

Auch Trainer Tomic ist von den Qualitäten seines Teams überzeugt, lässt sich jedoch wie immer keine konkreten Zielsetzungen entlocken. «Wir wollen als Team guten Basketball spielen und die Leute in der Halle begeistern. Es wird eine tolle Saison, denn die Nationalliga B war noch nie so ausgeglichen.»

Trotz den vorsichtigen Worten von Tomic ist klar, dass die Alte Kanti aufgrund ihrer spielerischen Möglichkeiten zu den stärksten Teams der Liga gehört.

Höhere Fixkosten

Einziges Problem bleibt damit weiterhin die finanzielle Situation des Vereins. Und das ist ein grosses Problem. Der Sprung in die NLA ist mit deutlich höheren Fixkosten (Lizenzgebühren und vier statt zwei Ausländer) verbunden.

Da der Verein jedoch in den letzten Jahren kaum neue Sponsoren gewinnen konnte und Vereinspräsident Christian Roth nicht mehr gleich viel Geld in die Hand nehmen will, rückt der Aufstieg in die NLA trotz vielen positiven Zeichen in weite Ferne. Es sei denn, der Verein findet endlich einen finanzkräftigen Sponsor.