Das Wiederholungsspiel des Aufstiegsdramas war für den HSC Suhr Aarau keine leichte Aufgabe. Die Mannschaft setzte sich aber gegen Endingen durch und steigt in die NLA auf. Nun steht der Club bei Transfers unter Zeitdruck.
«Die Mannschaft hat in einer schwierigen Situation viel Charakter gezeigt», sagt Thomas Kähr, Co-Präsident beim HSC Suhr Aarau. Dass der Aufstieg nach dem Wiederholungsspiel vom Samstag definitiv ist, freut Kähr, doch es gibt Wermutstropfen. «In den drei Wochen seit dem ersten Spiel war die Ungewissheit gross, wir konnten keine Transfers realisieren oder Verträge abschliessen, weil nicht klar war, in welcher Liga wir nächste Saison spielen.»
Speziell war die Situation insbesondere für Ljubomir Josic: der Linkshänder wurde nach dem ersten Aufstiegsspiel verabschiedet, sein Vertrag wird nicht verlängert – und drei Wochen später stand er wieder für Suhr Aarau auf der Platte. Josic postete nach dem Sieg gegen Endingen «Veni, vidi, vici» auf Facebook – tatsächlich kam er erst in der Woche vor dem Spiel zurück aus Serbien, trainierte ein paar Mal mit der Mannschaft und war am Samstag mit acht Toren ein entscheidender Faktor beim 30:26 für den HSC. «Ljubo hat viel Sportsgeist bewiesen, sein Auftritt verdient Respekt», sagt Präsident Kähr. Dennoch bleibt es dabei: der Rückraumspieler wird Suhr Aarau verlassen. Zwei weitere Linkshänder gehen ebenfalls: Robert Konecnik (36) wechselt als «Playing Assistant» zu Dagmersellen in die 1. Liga, Philipp Wildi (21) spielt nächste Saison bei Endingen.
Ergänzt wird das Team mit den Linkshändern Irfan Butt und Raphael Rohr – die 19-Jährigen haben kürzlich mit den HSC-Junioren den Schweizer Meistertitel geholt. Dazu kommt Spielmacher Ilan Baumann (21), der alle Juniorenstufen bei Suhr Aarau durchlaufen und von Zofingen aus der NLB zurückkommt. Im erweiterten Kader figuriert der über 2 Meter grosse U19-Nationalspieler Noah Haas. Die jungen Spieler werden nächste Saison auch beim Partnerteam Birsfelden in der NLB zum Einsatz kommen, wie Sportchef Guido Frei sagt.
Allein mit eigenen Junioren ist der HSC Suhr Aarau aber nicht NLA-tauglich zu machen, das weiss auch der Sportchef: «Wir brauchen Verstärkung im linken und rechten Rückraum.» Vor drei Wochen stand der HSC schon kurz vor Vertragsabschluss mit einem jungen Deutschen – weil der Aufstieg nicht fix war, unterschrieb dieser bei einem Club der 2. Bundesliga. «Ich bin aber zuversichtlich, dass wir auch jetzt noch Spieler finden werden, die für uns Verstärkungen sind», sagt Frei.
Verstärkt wird auch der Trainerstab: Mani Aebi, selber einst Torhüter beim damaligen TV Suhr, wird Goalietrainer. Und der bisherige Geschäftsstellen-Leiter Lukas Wernli ersetzt den langjährigen Teambetreuer Mike Conde.