Es wäre an der Zeit, dass der FC Aarau wieder einmal eine erste Cuprunde übersteht, wie es sich für den Oberklassigen gehört: mit einem Auftritt, der die Stärkeverhältnisse zwischen Profis und Amateuren offenbart, unterstrichen mit einem deutlichen Resultat.

Zur Erinnerung: 2017 blamierte sich der Challenge-League-Klub Aarau beim zwei Ligen schlechter klassierten Echallens mit 1:2. Noch eine Liga mehr, nämlich drei, lag 2018 zwischen dem FCA und dem FC Amriswil: Doch statt einer klaren Angelegenheit zwischen David und Goliath wurde es ein zähes Ringen. Aarau musste sogar in die Verlängerung, in der Gianluca Frontino den Favoriten eine Minute vor dem Schlusspfiff mit seinem Tor zum 2:1 rettete.

Mit Respekt, aber ohne Angst

2019 nun heisst der Gegner SC Cham (Sonntag, 14 Uhr). Ebenfalls unterklassig, doch aufgepasst: Die Innerschweizer sind seit 2015 in der Promotion League und somit nur eine Liga unter dem FC Aarau zu Hause. Entsprechend ambitioniert gehen die Chamer die Partie an, Trainer Roland Schwegler sagt: «Wir wollen in die nächste Runde.»

Respekt vor dem Favoriten aus Aarau ja, aber keine Angst: Aus Sicht des Heimteams soll am Sonntag im 1800 Zuschauer fassenden Stadion Eizmoos nicht nur Feststimmung, sondern nach Spielschluss auch Jubel über das Weiterkommen aufkommen.

Neben Schwegler, der als Aktiver 2001 und 2003 zwei Meistertitel mit GC gewann, ist bei Cham Sandro Foschini der prominenteste Name. Der Mittelfeldspieler ist den FCA-Fans bestens bekannt, gehörte er doch 2013 zur Mannschaft, die den Aufstieg in die Super League schaffte. Später spielte er von 2016 bis 2018 für den Kantonsrivalen FC Wohlen, ehe sich dieser freiwillig aus dem Profifussball zurückzog. Seither führt der 31-jährige Foschini das junge Kader des SC Cham als Routinier an.

Cham-Trainer Schwegler wurde zum FCA-Fan

Während Cham gewinnen darf, ist Aarau zum Weiterkommen verdammt. Umso mehr, als die Mannschaft von Trainer Patrick Rahmen nach der blamablen 2:4-Niederlage vergangene Woche in Chiasso vieles gutzumachen hat. Rahmen wird gegen den Unterklassigen auf Experimente verzichten und seine beste Elf aufstellen.

«Davon gehe ich aus», sagt auch Cham-Trainer Schwegler, der in der vergangenen Saison temporär zum FC-Aaarau-Fan wurde: «Die Aufholjagd war faszinierend. Ich habe mit dem Verein mitgefiebert. Dass der Effort am Schluss nicht mit dem Aufstieg in die Super League belohnt wurde, fand ich sehr schade.»