Challenge League

Aufgeben ist kein Thema: Der FC Aarau greift nach dem Stadion-Ja den Barrage-Platz an

Der FC Aarau (im Bild Neumayr) beim 0:0 gegen GC - ein Resultat symbolisch für die Ausgeglichenheit der beiden Teams

Der FC Aarau (im Bild Neumayr) beim 0:0 gegen GC - ein Resultat symbolisch für die Ausgeglichenheit der beiden Teams

Am Mittwoch hat die Klubführung zusammen mit Trainer und Sportchef die Weichen bis zum Saisonende gestellt. Resultat: Die Ambitionen bleiben trotz ungenügendem Saisonstart und aktuell Rang 7 hoch.

Keine Frage: Mannschaft und Trainer des FC Aarau haben in den bisherigen 15 Saisonspielen nicht das gezeigt, was von ihnen erwartet wird. «Dass es nicht nahtlos so weitergeht wie im Frühling, war uns bewusst. Trotzdem ist der aktuelle Tabellenplatz 7 weit weg von dem, was möglich ist», sagt Vizepräsident Roger Geissberger.

Wie weiter? Um diese Frage zu besprechen, sind am Mittwoch Geissberger, Präsident Alfred Schmid, dessen Nachfolger Philipp Bonorand, Sportchef Sandro Burki und Chefcoach Patrick Rahmen zusammengekommen. Zur Debatte standen zwei Varianten: Entweder setzt der FC Aarau in der Rückrunde konsequent auf seine jungen Spieler, um deren Tauglichkeit für die nächste Saison zu testen: In dieser heisst das Ziel «Aufstieg in die Super League». Oder: Die Ambitionen bleiben hoch, sprich der Barrage-Platz wird offiziell zum Ziel ausgerufen.

Der aktuelle FCA-Talk zum Thema "Wie weiter nach dem Stadion-Ja?":

Der FC Aarau sucht neuen Hauptsponsor: «300'000 Franken? Das ist ein Schnäppchen»

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Das Stadion-Ja und seine Folgen: Hilft es dem FC Aarau bei der Suche nach einem neuen Hauptsponsor? Und wie soll die Strategie für die verbleibenden 21 Spiele der laufenden Saison lauten? Der neue FCA-Talk mit Ruedi Kuhn und Sebastian Wendel vor dem Heimspiel gegen Winterthur.

Das Quintett war sich rasch einig: Die Saison 2019/20 wird nicht hergeschenkt. Geissberger sagt: «Der bisherige Saisonverlauf hat gezeigt, dass die Challenge League noch ausgeglichener ist als im vergangenen Jahr. Unser grosser Mangel ist die fehlende Konstanz. Wenn wir in diesem Punkt besser werden, ist ein Platz unter den ersten Drei weiterhin möglich. Rang 1 ist bei normalem Verlauf für Lausanne reserviert, sie haben mit Abstand das beste Kader der Liga. Wir schätzen uns jedoch als gut genug ein, um in der Spitzengruppe mitzumischen. Aber es braucht schon eine grosse Steigerung, um Platz 2 zu erreichen, der für die Teilnahme an der Barrage berechtigt.»

Das mag für den einen oder anderen angesichts von Rang 7, der schlechtesten Abwehr aller zehn Challenge-League-Teams (30 Gegentore), sechs Niederlagen und acht Punkten Rückstand auf den aktuellen Tabellenzweiten GC übermütig tönen. Bei genauerem Hinschauen aber hat das Festhalten am Ziel «Aufstiegsspiele» seine Berechtigung.

Der Grund für die acht Punkte Rückstand auf GC

Der FC Aarau hat hinter Ligakrösus Lausanne-Sport zusammen mit GC das zweitteuerste Kader der Liga. Nur schon deswegen kann es sich der Klub nicht leisten, nach gut einem Drittel der Saison bereits die Segel zu streichen. Die Mannschaft wird zudem in der Winterpause mit dem zweifachen Super-League-Torschützenkönig Shkelzen Gashi (2014,2015) verstärkt. Auch wenn der 31-Jährige letztmals am 28. Oktober 2018 ein Wettbewerbsspiel bestritt und im Jahr 2019 als Aussortierter des US-Klubs Colorado Rapids zum Zuschauen gezwungen war: Dem neuen Starspieler gegenüber wäre es ein schlechtes Zeichen, stiesse er zu einer ambitionslosen Truppe (siehe Zusatztext).

Und nicht zuletzt haben die ersten 15 Spieltage der laufenden Saison aufgezeigt, dass sich ein FC Aarau in guter Form - abgesehen von Lausanne - vor niemandem verstecken muss. Anders also, als man das zu Beginn der Saison befürchten musste, nachdem fünf Stammspieler der vergangenen Spielzeit den Klub verlassen hatten. Die als Aufstiegsfavorit bezeichneten Grasshoppers wirken alles andere als stilsicher. GC hat sich bislang keine Totalaussetzer geleistet, der FCA jedoch gleich drei: Chiasso (2:4), Vaduz (2:5) und Wil (0:3). Womit die acht Punkte Differenz in etwa erklärt wären. Das 0:0 am vergangenen Sonntag zwischen GC und Aarau war der beste Beweis für die Ausgeglichenheit der beiden Mannschaften.

Der Dritte im Bunde, der für die Barrage in Frage kommt, ist der heutige Gegner Winterthur. Insofern wäre ein Heimsieg gegen den Tabellenvierten ein starkes Signal des FCA, dass weiterhin mit ihm zu rechnen ist. Verlieren verboten. Denn eines ist klar: In den verbleibenden drei Vorrundenspielen (Winterthur, Schaffhausen, Chiasso) darf der Abstand von acht Punkten auf Rang 2 nicht anwachsen. Sonst rückt das im Sog der erfolgreichen Stadion-Abstimmung ausgerufene Ziel «Barrage» in weite Ferne.

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