Eishockey 1. Liga

Aufbruchstimmung und Überlebenskampf: Die Argovia Stars und die Red Lions Reinach und ihre ungleichen Ambitionen

Der Hoffnungsträger der Argovia Stars: Routinier Pascal Wittwer.

Die Argovia Stars und die Red Lions Reinach starten am Wochenende in die 1.-Liga-Saison – beide mit unterschiedlichen Ambitionen. Während die Playoffs für die Argovia Stars das grosse Ziel sind, geht es für die roten Löwen um die die Existenz als 1. Ligist.

Die beiden höchsten Repräsentanten des Aargauer Männer-Eishockeys starten am Samstag in die neue Saison. Die Argovia Stars und die Red Lions Reinach gehen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen in die 1.-Liga-Meisterschaft. Hier die «Sterne, die unter ihrem neuen Trainer Roger Gerber mit viel Schwung und Enthusiasmus ans Werk gehen wollen. Dort die «roten Löwen», die im dritten Jahr ihrer Existenz endlich Fuss fassen wollen in der vierthöchsten Spielklasse.

Für die Argovia Stars verlief die letzte Saison einigermassen ernüchternd. Mit lediglich neun Siegen in 27 Qualifikationsspielen verpasste man die Playoffs deutlich. Das soll sich in der neuen Meisterschaft ändern. Roger Gerber hat die Zielsetzung klar definiert: «Wir wollen in die Playoffs und uns für den Schweizer Cup qualifizieren.»

Auf dem Weg dahin soll vor allem ein Spieler helfen, der in der letzten Saison wegen Knieproblemen nur sieben Spiele im Dress der Aargauer bestritt: Pascal Wittwer. Der 33-Jährige hatte sich bereits zum Rücktritt entschlossen, liess sich aufgrund der sich anbahnenden Dynamik aber doch zum Weitermachen animieren. Mit dem routinierten Stürmer weiss der neue Stars-Trainer einen besonders torgefährlichen Mann in seinen Reihen, der die ganze Mannschaft schlagartig besser macht.

Emotionen und Leidenschaft als Trümpfe

Ansonsten wurde das Team mit vielen jungen, hungrigen Talenten aufgefüllt. Fehlende spielerische Klasse will Roger Gerber vor allem mit Emotionen und Leidenschaft kompensieren. «Geht nicht gibts nicht, muss unser Motto sein», sagt der 51-jährige Langenthaler, der zuletzt zwei Jahre beim MySports-Ligisten Wiki-Münsingen tätig war.

Gerbers primäres Ziel ist, die etwas eingeschlafene Eishockey-Kultur rund um die Keba, die mit ihren komplizierten Rahmenbedingungen öfters mal für Kopfzerbrechen sorgt, wieder zum Leben zu erwecken. Dazu gehört beispielsweise auch, dass er die Türe der Mannschafts-Garderobe mit «Stars territory» (Stars-Gebiet) beschriften liess: «Wir wollen Präsenz markieren, den Leuten zeigen, dass wir da sind.»

Gut 20 Kilometer südlich von Aarau, in Reinach, geht es derweilen nicht nur darum, sich zu zeigen. Kurzfristig geht es bei den Red Lions sogar um die Existenz als 1.-Ligist. In der letzten Saison schaffte man den Klassenerhalt vorzeitig am grünen Tisch, weil ein Konkurrent aus der Westschweiz gegen die Lizenzauflagen verstossen hatte. Auch in der neuen Kampagne geht es für die Wynentaler um nichts mehr als die Vermeidung des Abstiegs.

Keine grossen Sprünge möglich

Seit die roten Löwen im Jahr 2017 in die 1. Liga eingeladen worden waren, verloren sie sage und schreibe 60 von 63 Meisterschaftspartien. Mittlerweile wurde das Budget auf 300 000 Franken erhöht. Ein Betrag, der punkto Verstärkung des Kaders aber immer noch keine grossen Sprünge zulässt. Entsprechend werden die Reinacher mit Trainer Raphael Zahner auch in der neuen Saison um das sportliche Überleben kämpfen.

«Für uns geht es darum, dass wir uns endlich konsolidieren können als Erstligist», umschreibt Sponsoring-Chef Albert Fässler die Zielsetzung. Er weiss: Eine weitere Pleitensaison liesse sich auch den treuen Geldgebern im Umfeld nicht mehr verkaufen. Das Projekt wäre wohl endgültig zum Scheitern verurteilt.

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