Challenge League
Aufbruchstimmung in Wohlen - Igor Tadics Purzelbäume und Janko Pacars Rückkehr

Igor Tadic schlägt drei Purzelbäume, eilt dann in Richtung Haupttribüne vom Stadion Niedermatten, klopft sich zweimal auf die Brust, streckt die Arme in die Höhe und nimmt den Applaus der Fans des FC Wohlen entgegen. Endlich zappelt der Ball im Netz.

Ruedi Kuhn
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Nach dem Regen kommt der Schnee – und bald das Comeback?

Nach dem Regen kommt der Schnee – und bald das Comeback?

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Der späte Treffer zum 1:1 im Derby gegen den FC Aarau ist für den 31-jährigen Mittelstürmer ein Befreiungsschlag. Mehr noch. Der späte Treffer ist eine Erlösung. «Die Vorrunde mit den bisherigen 16 Spielen war für mich wie die Fahrt auf einer Achterbahn», blickt Tadic zurück. «Mal ging es nach oben, mal ging es nach unten.» Zuletzt ging die Fahrt mehr abwärts als aufwärts.

Janko Pacar «Das Wiedersehen mit meinen Teamkollegen war ein Aufsteller für mich.»

Janko Pacar «Das Wiedersehen mit meinen Teamkollegen war ein Aufsteller für mich.»

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Nachdem Tadic öfters nicht in der Startformation stand, zählte der 31-jährige Mittelstürmer im Heimspiel gegen Rapperswil-Jona (1:2) nicht einmal zum 18-Mann-Aufgebot. Was ist passiert? «Ich weiss es nicht», sagt Tadic. «Da müssen Sie den Trainer fragen.» Dann machen wir das.

Ranko Jakovljevic, was war los mit Tadic? Warum war er gegen den Aufsteiger nicht mit dabei? «Tadic kam mit der Rolle des Ersatzspielers nicht zurecht», erklärt Jakovljevic. «Er hat kurzzeitig schlecht reagiert. Ich habe ihm gezeigt, dass es so nicht geht. Das ist aber vorbei. Jetzt ist alles gut. Tadic hat gegen den FC Aarau gezeigt, was er kann.»

Der spezielle Torjubel

Mit seinem fünften Saisontreffer im Derby ist es Tadic also gelungen, Werbung in eigener Sache zu machen. Und wie sind die drei Purzelbäume nach dem Ausgleichstor gegen Aarau zu erklären? «Der spezielle Torjubel kam spontan aus mir heraus», erinnert sich Tadic. «Ich habe das schon mal vor drei Jahren gemacht. Damals erzielte ich für den FC Schaffhausen bei einem 4:1-Sieg gegen Le Mont einen Hattrick. Nach dem dritten Tor schlug ich drei Purzelbäume.

Weil das Tor gegen den FC Aarau so wichtig war, wiederholte ich den speziellen Torjubel. Ich war für einige Augenblicke völlig losgelöst.» Tadic ist momentan zweifellos auf dem Weg nach oben. Die sportliche Zukunft steht allerdings in den Sternen. Sein Vertrag läuft nämlich nur noch bis Ende Saison. Allerdings gibt es eine Option: Will heissen, dass sich sein Vertrag nach einer gewissen Anzahl Einsätzen automatisch verlängert.

Igor Tadic hat beim FC Wohlen noch einen Vertrag bis Ende Saison.

Igor Tadic hat beim FC Wohlen noch einen Vertrag bis Ende Saison.

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Grund zur Freude hat beim FC Wohlen momentan nicht nur Igor Tadic, sondern auch Janko Pacar. Nach dem Totalschaden im rechten Knie mit gerissenem Kreuzband und gerissenem Meniskus trainierte der 27-jährige kroatisch-schweizerische Doppelbürger am Freitag erstmals nach sieben Monaten wieder mit der Mannschaft.

«Das Wiedersehen mit meinen Teamkollegen war ein Aufsteller für mich», sagt Pacar. «Am ersten Trainingstag konnte ich beim Einlaufen und einigen technischen Übungen mitmachen. Das ist ein guter Anfang.»

Konditionstraining für Pacar

In den nächsten Tagen wird Pacar vor allem mit Konditionstrainer Alexander Kern arbeiten. Für einen Einsatz in den verbleibenden zwei Meisterschaftsspielen in Vaduz und gegen Servette wird es nach der schweren Verletzung natürlich noch nicht reichen.

Viel wichtiger ist die Tatsache, dass Pacar positiv und zuversichtlich in die Zukunft schauen und zu Beginn des neuen Jahres voll in den Trainingsbetrieb einsteigen kann. Und so hat der FC Wohlen in der Rückrunde mit Janko Pacar, Igor Tadic und Kilian Pagliuca wohl gleich drei torgefährliche Stürmer im Kader.