Das Ziel ist ambitioniert: Ligaerhalt. Obwohl die FC Aarau Frauen eines der kleinsten Budgets in der NLA haben, will das Team um Trainer Andreas Zürcher in der höchsten Spielklasse bleiben. «Es wird nicht einfach. Wir werden hart kämpfen müssen, das ist klar», sagt Zürcher: «Aber ich glaube, es ist realistisch.» Besonders gegen Mannschaften wie die Grasshoppers oder Yverdon gilt es zu punkten.

Um das Ziel Realität werden zu lassen, hat sich das Team in der Sommerpause verstärkt: Fünf Zuzüge konnte Zürcher vermelden. Mit der Verpflichtung von Run Fridriksdottir erhalten die FC Aarau Frauen sogar internationales Flair. Die Isländerin spielte in ihrer Heimat in der ersten Division und läuft ab dem 10. September für Aarau auf. «Sie hat uns angefragt, ob sie bei uns mitspielen darf», sagt Zürcher, «natürlich haben wir zugesagt.» Daneben studiert die Nordländerin ab diesem Semester Sportwissenschaften an der Universität Bern.

Auch Alessandra Abbühl kickt ab dieser Saison auf dem Schachen. Ursprünglich von den Young Boys, verbrachte sie die vergangene Saison in den USA, wo sie für eine College-Mannschaft auflief. Stephanie Erne (von YB), Martina Trutmann (von Derendingen) und Chloé Sylvestre (von Basel) komplettieren die Neuverpflichtungen. Verlassen haben Aarau Laura Schneider und Teuta Ameti: Beide wechseln zurück nach Luzern.

Zweiklassengesellschaft in der NLA

Trotz den Verpflichtungen: Die FC Aarau Frauen werden in dieser Saison um jeden Punkt kämpfen müssen. Zu dominant sind die Mannschaften aus Zürich und Basel. «Man kann durchaus von einer Zweiklassengesellschaft sprechen in der NLA: Zürich, Basel – und der Rest. Darum wäre alles andere als eine hohe Niederlage im ersten Spiel gegen den FC Zürich eine grosse Überraschung für uns», sagt Zürcher, der das Spiel wegen einer Spielsperre von der Tribüne aus verfolgen muss. Trotzdem wollen sich die Frauen gegen Zürich nicht einigeln.

«Einfach hinten reinstehen: Das können wir gar nicht. Dazu sind wir viel zu offensiv ausgerichtet. Vielleicht könnte das am Samstag ein Problem werden. Aber in anderen Spielen wird unsere offensive Haltung für uns zum Vorteil werden», sagt Zürcher: «Das zweite Spiel zu Hause gegen Luzern – da können wir auf Augenhöhe spielen.»

Das Ziel Ligaerhalt wird den FC Aarau Frauen noch zusätzlich erschwert durch den neuen Spielmodus. Ab dieser Saison fällt die Finalrunde weg: 28 Spiele, der Erste gewinnt, der Letzte steigt ab. «Zum Nicht-Absteigen war der alte Modus mit den Auf- und Abstiegsspielen gegen den Ersten der NLB einfacher», sagt Zürcher: «Aber sportlich ist es so natürlich viel fairer.»