Schwingen
Auf gutem Weg zu einem der «Bösen»

Es ist ein Heimspiel der speziellen Art für Michael Bächli am Aargauer Kantonalen in Würenlingen. Er ist auf bestem Wege, einer der «Bösen» zu werden.

Wolfgang Rytz
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Michael Bächli (rechts), die grosse Nachwuchshoffnung im Aargauer Schwingsport, steht vor einem Doppeleinsatz in seiner Wohngemeinde Würenlingen.

Michael Bächli (rechts), die grosse Nachwuchshoffnung im Aargauer Schwingsport, steht vor einem Doppeleinsatz in seiner Wohngemeinde Würenlingen.

Michael Bächli sorgte vor Jahresfrist für Aufsehen, als er mit 15 Jahren und 10 Monaten den ersten Schwingerkranz eroberte. Jetzt steht er vor einem Doppeleinsatz in seiner Wohngemeinde Würenlingen. Spätestens seit dem Baselstädtischen Schwingertag vor einem Jahr ist Michael Bächli jedem Schwingerfreund in der Schweiz ein Begriff. Der 201 cm grosse und 100 kg schwere Würenlinger eroberte in seinem ersten Jahr bei den Aktiven den Kranz. Augenblicklich schossen die Erwartungen in die Höhe. Die euphorischsten Beobachter sprachen voreilig von einem Nordwestschweizer Königskandidaten an einem nächsten «Eidgenössischen».

Inzwischen haben sich die Wogen geglättet. Bächli steckt in einer Sportklasse der Kantonsschule Aarau und absolviert wöchentlich sechs bis acht Trainings. Auf den Schwingplätzen lernte das grosse Talent des Schwingklubs Zurzach Sägemehl fressen.

Verletzungspech

Ein Problem ist Bächlis Körper. Der Wachstumsschub der letzten Jahre muss zuerst verkraftet werden. Seit dem Übertritt zu den Aktiven hatte der bald 17-jährige Aargauer die eine oder andere Verletzung zu verkraften. Nach einem soliden Saisonauftakt in diesem Jahr zog sich Bächli im April im Schwingertraining eine Knochenprellung im Knie zu.

Am Pfingstwochenende kehrte er auf die Sägemehlplätze zurück und erreichte am waadtländischen Regionalschwinget in St. George auf Anhieb Rang 2. «Das war ein guter Wiedereinstieg», freut sich Michael Bächli. Nun sei er gerüstet für den Heimauftritt. In seiner Wohngemeinde bestreitet der Lokalmatador gleich zwei Einsätze. Zuerst will er am Samstag am Aargauer Nachwuchsschwingertag seine Altersklasse meistern. Am Sonntag folgt das Aargauer Kantonalschwingfest.

Trotz frühem Kranzgewinn und optimalen Trainingsbedingungen mit angepasster schulischer Belastung drückt Michael Bächli auf die Erwartungsbremse. «Natürlich will ich vor heimischem Publikum meinen letztjährigen Kranz bestätigen. Dies hängt aber nicht alleine von einem zweiten Kranzgewinn ab.» Stattdessen stehe wie an jedem Schwingfest eine gute Leistung im Vordergrund. Rangmässig setze er sich keine konkreten Ziele. «Wichtig ist für mich, dass ich langfristig Schritt um Schritt vorwärtskomme.» Nach dem Auftritt beim ersten Saisonhöhepunkt in Würenlingen folgen weitere grosse Einsätze Schlag auf Schlag. Der schlaksige Zweimetermann spricht von den Bergfesten auf dem Weissenstein und dem Brünig.

Ein einmaliger Auftritt

Am 30. August folgt dann ein einmaliger Auftritt. Jeder junge Sägemehlathlet kann nur einmal an einem Eidgenössischen Nachwuchs-Schwingertag teilnehmen. In Aarburg tritt Bächli als grösste Aargauer Hoffnung mit den landesweit Besten seines Jahrganges zum Vergleich an. «Es wäre schön, wenn ich um den Sieg mitreden könnte. Aber die Konkurrenz ist stark», gibt sich Bächli vorsichtig.

Zurück zum Heimauftritt: Bächli steht am Sonntag in Würenlingen ab 8.30 Uhr im Zwilchhoseneinsatz. Die Schwingerarena befindet sich bei der Sporthalle Weissenstein. Topfavorit beim Aargauer Kantonalen ist Christoph Bieri. Der «Eidgenosse» vom nahen Steinenbühl in Untersiggenthal geniesst ebenfalls Heimvorteil.

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