Karate
Auf Elena Quirici wartet das Karriere-Highlight

Elena Quirici aus Schinznach-Dorf vertritt die Schweiz an den World Games in Kolumbien. Sie ist die einzige Karate-Kämpferin, welche die Selektion geschafft hat.

Claudine Müggler
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Elena Quirici bereitete sich auf der Karibikinsel Aruba unter Palmen auf die World Games vor.

Elena Quirici bereitete sich auf der Karibikinsel Aruba unter Palmen auf die World Games vor.

Bevor es für die Karatekämpferin Elena Quirici ab Samstag an den World Games in Kolumbien ernst gilt, bereitete sie sich in einem Trainingslager in der Karibik auf die erstmalige Teilnahme an den Weltspielen der nicht-olympischen Sportarten vor.

Die Qualifikationskriterien für die World Games im Karate waren extrem hoch. Nur gerade acht Sportlerinnen weltweit dürfen in Cali teilnehmen. Eine von ihnen ist die 19-jährige Elena Quirici aus Schinznach-Dorf. Sie holte an der letzten Weltmeisterschaft die Bronzemedaille. Dies war gleichzeitig ihr Ticket nach Kolumbien, wo die Spiele stattfinden. Daher ist ihre Freude über die Teilnahme umso grösser. «Die World Games sind für einen Sportler einer nicht-olympischen Disziplin das absolute Highlight in der Karriere», sagt Quirici. «Doch ich will es dort nicht anders machen als bei allen anderen Wettkämpfen. Ich will mein Bestes geben, mental während des Kampfes bereit bleiben und versuchen, meine Trainingsleistung abzurufen.» Allerdings kenne sie nicht alle Kämpferinnen, die am Turnier starten werden, daher sei es schwer zu sagen, wie hoch die Chancen auf einen Medaillengewinn sind.

Um optimal vorbereitet nach Kolumbien reisen zu können, flog Quirici, die soeben die KV-Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, mit ihrer Mutter, ihrem persönlichen Trainer David Baumann und Daniel Humbel, dem Chef Leistungssport des Schweizer Verbandes bereits am 13. Juli Richtung Südamerika ab. Auf der Karibikinsel Aruba ging es für die 19-Jährige vor allem darum, sich an die Klimaverhältnisse zu gewöhnen. «Wichtig für mich ist auch, dass ich die Zeitumstellung gut verkraften und mich an die Hitze und Feuchtigkeit akklimatisieren kann», erklärt sie. Allerdings war für sie der Aufenthalt in der Karibik nicht nur Arbeit. «Da meine Saison praktisch zwölf Monate im Jahr dauert, weil ich sowohl an Elite- als auch an U21-Turnieren starte, war ein Teil meiner Zeit hier sicherlich auch Erholung», sagt Quirici, die nach ihrer Ausbildung nun neben dem Sport in einem Teilzeitpensum arbeiten will. «Solche Momente wie die letzten zehn Tage sind sehr wertvoll und auch notwendig.»

Zwei bis drei Trainingseinheiten standen täglich auf dem Tagesprogramm. Früh morgens ging es zum Joggen. Anschliessend wurde die Beweglichkeit trainiert. Nach dem Mittagessen nochmals die Beweglichkeit, die Karatetechnik sowie Koordinations- und Schnelligkeitstraining.

Mittlerweile ist die Aargauerin in Kolumbien angekommen, hat ihr Zimmer in der Athletenunterkunft bezogen und bereitet sich nochmals intensiv vor Ort auf ihren ersten Wettkampfeinsatz am 27. Juli vor. In Cali wird sie auch auf andere Aargauer Sportler treffen, so auf den Orientierungsläufer Matthias Kyburz, auf den nach der WM-Teilnahe im kühlen, klassischen OL-Land Finnland eine ziemliche Umstellung wartet.