Fussball
Auf die Saison folgt die Kür: Mellingens A-Junioren sind nicht zu stoppen

Der Aufstieg der Mellinger A-Junioren in die höchste Spielklasse glich schon einer Sensation. Dass sie zum Saisonende die Nordwestschweizer Gruppe anführen, übertrifft nun jegliche Erwartungen.

Marc Friedli
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Wachablösung: Zurzeit haben nicht die Old Boys (Bild), sondern die Mellinger die Nase vorn.

Wachablösung: Zurzeit haben nicht die Old Boys (Bild), sondern die Mellinger die Nase vorn.

KEYSTONE

Der Gewinn der Herbstmeisterschaft der A-Junioren aus Mellingen grenzt an ein Fussballmärchen. Die Mannschaft von Trainer Kurt Etter setzte sich gegen die «Grossen» aus Basel, Baden, Solothurn und Wohlen durch, obwohl man als Underdog in die Saison startete. Das Ziel für Etter war zunächst der Klassenerhalt.

Nach einem mässigen Start mit zwei Unentschieden aus den ersten beiden Partien «hat es klick gemacht», sagt Etter. Die Mannschaft reihte Sieg an Sieg. Dass es so viele werden, «hätten wir selber nicht gedacht», so Etter weiter. Zusätzlich gewannen die Mellinger neben der Herbstmeisterschaft den Fair-Play-Preis, für die wenigsten Gelben und Roten Karten.

Voraussetzungen für den Erfolg waren für den Erfolgstrainer die Disziplin und der starke Zusammenhalt untereinander nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz. Für Vereinspräsident Daniel Schmid ist klar: «Ohne Kurt Etter wäre dies nicht machbar gewesen. Er ist ein super Trainer, ein grosser Fachmann, den die Jungen respektieren.»

Der Trainer selbst gibt sich bescheiden: «Ich kannte die Spieler, arbeitete zweieinhalb Jahre mit ihnen zusammen. Ich habe lediglich ein System erarbeitet, dass die Stärke der Mannschaft optimal ausnutzt.» Der Erfolg sei für ihn letztlich das Resultat von sehr harter Arbeit.

Für den kleinen FC Mellingen war dieser Sieg in vielerlei Hinsicht ein Erfolg. Mit den ersten Siegen anfangs der Saison wuchs die Euphorie in Verein und Dorf. «Diese Mannschaft spielte einfach super, es hat wahrlich Spass gemacht den Jungs zuzusehen», freut sich Präsident Schmid. Die Heimspiele waren sehr gut besucht und für die Auswärtsspiele wurde für die Fans extra ein Car organisiert. «Wir hätten auch locker einen Zweiten füllen können», weiss Schmid.

In Mellingen hält man grosse Stücke auf ihn, kein Wunder also, dass Etter die Wunschlösung für den Trainerposten der kriselnden ersten Mannschaft war. Gleichzeitig bleibt Etter Trainer der A-Junioren. Priorität hat für den Verein der Klassenerhalt der 3. Liga, für den man die Aktiven mit fünf A-Junioren verstärkt hat.

Trotzdem will man auch mit dem «A» in der Coca-Cola-Junior League bleiben, eine Gratwanderung für Etter: «Die Jungen bringen Qualität mit, sie sind die Zukunft. Klar ist aber auch, dass die A-Junioren in der CCJL bleiben sollen. Wir werden eng zusammenarbeiten.» Ein schwieriger Balanceakt für Etter und eine neue Herausforderung.

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