Handball

Auf die grosse Enttäuschung folgt die Selbstkritik

Ljubomir Josic ist die Enttäuschung nach dem Abstieg deutlich anzusehen. Er wird auch in der kommenden Saison für die Aargauer spielen.

Ljubomir Josic ist die Enttäuschung nach dem Abstieg deutlich anzusehen. Er wird auch in der kommenden Saison für die Aargauer spielen.

«Den Ligaerhalt sichern und uns sodann als NLA-Mittelfeldklub etablieren», formulierte die Vereinsleitung von Suhr Aarau nach dem Aufstieg vor Jahresfrist die Ziele. Jene Vorgabe verpasste man mit dem direkten Wiederabstieg. Wie geht es jetzt weiter?

Die Enttäuschung war riesig nach der Niederlage in Stäfa und dem damit verbundenen Direktabstieg in die Nationalliga B. Jener Liga also, der man zwölf Monate zuvor mit dem Aufstieg adieu gesagt hatte, in der Hoffnung, ihr den Rücken für längere Zeit zukehren zu können. «Den Ligaerhalt sichern und uns sodann als NLA-Mittelfeldklub etablieren», formulierte die Vereinsleitung damals als Ziel. Jene Vorgabe ist nun verpasst. Was jetzt?

«Makulatur sind unsere Leitsätze nicht», sagt Geschäftsführer Thomas Kähr, «wir halten an unserer Strategie fest, leider müssen wir aber eine Zwischenrunde in der zweithöchsten Liga einlegen.» Eine Strafaufgabe soll dies nicht werden, nicht für die Vereinsführung, vor allem aber nicht für die Spieler. «Die Nationalliga B ist sicher nicht ideal; sie bietet aber die Möglichkeit, dass sich unsere Eigengewächse weiterentwickeln können, zu grösseren Spielanteilen kommen, mehr Verantwortung übernehmen müssen», sagt Kähr.

Und dazu passt, dass der schweizweit nach wie vor führende Verein in Sachen Förderung des Nachwuchses in der vergangenen Woche die Weichen gestellt hat. Die Mannschaft, die nächste Saison vom etablierten Markus Jud trainiert und gecoacht wird, bleibt weitgehend zusammen.

Weitere Abgänge

Zu den bereits länger kommunizierten Abgängen von Goalie Tomislav Stojkovic (er kam für den verletzten Martin Pramuk), Linkshänder Fabian Studer (Priorität Medizinstudium) und Jonas Buholzer (kein Vertrag erhalten) kamen in dieser Woche drei weitere Abgänge hinzu. Routinier Matthias Kasapidis (will in der NLA spielen), Torhüter-Talent Flavio Wick (GC-Amicitia) und Kreislauf-Ergänzungsspieler Remo Hochstrasser (STV Baden). Zudem ist derzeit der Verbleib von Nicolas Suter noch unsicher. Er hat Angebote von NLA-Klubs.

Die restlichen Akteure bleiben dem Verein treu und tragen dazu bei, dass der HSC Suhr Aarau über eine weit überdurchschnittlich gut dotierte NLB-Equipe verfügen wird. Weiterhin für den HSC auflaufen werden also die klubeigenen Talente Patrick Romann, Tim Aufdenblatten, Joel Bräm, Seppi Zuber und Lukas Strebel.

Und als Teamstützen und Repräsentanten des Faktors Erfahrung sind Captain und Spielmacher Misha Kaufmann, der immer besser integrierte Lubomir Josic sowie Robert Konecnik dabei. Dank Rückkehrer Tobias Wipf ist die Torhüter-Position – Martin Pramuk bleibt, sofern die medizinischen Tests erfolgreich verlaufen – doppelt und solide besetzt.

Lange Unruhe im Team

Den Weggang von Kasapidis soll Stevan Kurbalija wettmachen. Der schwergewichtige, in der Champions League erfahrene Serbe bringt Standfestigkeit in der Defensive wie am Kreis mit. Seit längerem fest steht der Zuzug von Beau Kägi am linken Flügel. Obwohl das Gerüst der Mannschaft damit bereits steht, ist der Prozess der Teamzusammenstellung noch nicht abgeschlossen. «Wir benötigen noch mehr Breite und Alternativen auf der Linkshänderposition», sagt Kähr.

Unter dem erwähnten Abhaken und Vorwärtsschauen (Trainingsbeginn am 18. Mai) übersieht die Vereinsführung das Verpasste dieser Saison aber nicht. «Wir tragen auch unseren Anteil am Abstieg», sagt Kähr. Die Unruhe in der Mannschaftsführung, die vor Abstiegsrundenbeginn mit dem Rücktritt von Frei begann, dem Einstehen der Mannschaft für Frei weiterging und schliesslich mit der Rückkehr Freis auf die Bank endete, ist ein Punkt.

Der Rücktritt von Präsident Peter Treyer ein anderer. «Es dauerte zu lange, bis wir Ruhe ins Team brachten», sagt Kähr zu den Wintermonaten. Im Hinblick auf die kommende Saison sieht er «klare Verantwortungsbereiche». Vor diesem Hintergrund ist er überzeugt, dass der HSC Suhr Aarau eine attraktive Adresse im Schweizer Handball bleibt.

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