In der Woche vor dem Europameisterschaftseinsatz am Samstag in Dortmund liegt Pascal Strebel nicht auf der faulen Haut, um möglichst ausgeruht gegen die professionell vorbereitete Konkurrenz anzutreten. Nein, der Elektroinstallateur arbeitet im Unternehmen von Hermann Bütler. Damit befindet sich der momentan beste Greco-Ringer der Schweiz auch beruflich auf den Spuren von Reto Bucher.

«Arbeit ist eine gute Abwechslung zum Sport», sagt Strebel. Wenn er nicht in einem Trainingslager weilt, geht er seinem Beruf nach. Auf die EM in Deutschland bereitete sich der Aristauer mit Trainingslagern in Paris und in Bulgarien vor. Selbstvertrauen holte er mit einem 8. Rang an einem internationalen Turnier.

Der Fokus für 2011 liegt aber auf den Weltmeisterschaften Mitte September in Istanbul. Dort werden pro Gewichtsklasse die ersten sechs Quotenplätze für die Olympischen Spiele 2012 vergeben. Dieses Traumziel peilt Strebel an. Deshalb plant er im Sommer einen zweimonatigen Trainingsaufenthalt in der Ukraine. Wie zuvor Bucher setzt auch er Andrei Malzew als persönlichen Trainer ein.

Selbstvertrauen stärken

Für die EM hat sich Strebel keinen fixen Rang vorgenommen. «Ich will nicht bloss für einen Kampf antreten», lässt er durchblicken, dass er mindestens die erste Runde überstehen will und einen Platz in der ersten Teilnehmerhälfte anstrebt.

Pascal Strebel hat sich in den letzten zwei Jahren an die internationale Spitze der 66-kg-Klasse herangearbeitet. Der 7. Platz an den letztjährigen WM ist sein wertvollstes Resultat. Als grössten Erfolg bezeichnet er jedoch seine EM-Bronzemedaille bei den Kadetten 2005. Danach brauchte er Geduld, bis er sich auch bei den Aktiven an die Spitze gekämpft hatte.

Enormer Wille

Trotz Parallelen unterscheidet sich Strebel von Bucher. «Pascal hat einen enormen Willen und gibt nie auf. Er ist ein Chrampfer», sagt Vereinstrainer Marcel Leutert. «Reto war das absolute Talent, ein schlauer Fuchs auf der Ringermatte.» Strebel bestätigt die Aussage des Trainers: «Mein Wille und mein Ehrgeiz geben mir die nötige Geduld für den Erfolg.»

Zum internationalen Spitzenringer brauchts auch die körperlichen Voraussetzungen. Daran arbeitet Strebel hart. Mit jahrelangem Krafttraining hat er sein Normalgewicht von 66 auf 73 kg erhöht. Für die EM in Dortmund muss dieses wieder auf 66 kg heruntergebracht werden. Parallel zur Arbeit als Elektroinstallateur hungert er in dieser Woche. Es gehe gut, er sei nur noch 69 kg schwer, gab er gestern Entwarnung. Die letzten Pfunde schwitzt er am Freitag vor dem Abwägen weg. Nach der totalen Entwässerung des Körpers kann er sich bis zum Wettkampf am Samstag wieder aufpäppeln. Auch dies gehört zu einer internationalen Karriere im Ringen.