Curling-EM

Auf den Spuren von De Cruz: Das Team Schwaller reist mit hohen Ambitionen nach Schweden

Wollen an der EM in Schweden überzeugen: Das Team Schwaller, bestehend aus Marcel Käufeler, Romano Meier, Michael Brunner und Yannick Schwaller (v.l.).

Wollen an der EM in Schweden überzeugen: Das Team Schwaller, bestehend aus Marcel Käufeler, Romano Meier, Michael Brunner und Yannick Schwaller (v.l.).

Die Aargauer Marcel Käufeler und Romano Meier starten mit dem Team Schwaller zum ersten Mal an der Curling-Europameisterschaft. Dort wollen sie ihre mangelnde Erfahrung mit viel Ehrgeiz und Selbstbewusstsein wettmachen.

Wann immer in den letzten paar Monaten vom Team Schwaller die Rede war, wurde von dessen hoffnungsvoller Zukunft geschwärmt. Egal ob Curlingstar Niklas Edin oder Andreas Schwaller, Chef Leistungssport bei Swiss Curling: Sie alle prophezeiten den Youngstern in Gesprächen mit der AZ den Status als Weltklasseteam.

Gleichwohl wurden aber auch stets die fehlende Erfahrung und das daraus resultierende Selbstverständnis thematisiert. Dass dies allerdings kein Stolperstein sein muss, bewies das ambitionierte Team in dieser Saison eindrücklich. Immer wieder machte es deutlich, dass mit grossem Selbstvertrauen vieles wettgemacht werden kann.

Auch, dass es endlich bereit ist, bisher Versäumtes nachzuholen: Mit ihrer Qualifikation für die am Samstag, 16. November startende Curling-EM setzte das Team Schwaller der Saison endgültig die Krone auf.

Realisation eines lange ersehnten Traums

Die Chance, nun endlich auf der ganz grossen Bühne auftreten zu können, will sich das Team unbedingt zu Nutze machen. «Unser Ziel ist es, die Erfahrung an Grossanlässen zu sammeln, die uns vielleicht andere Teams noch voraushaben. Speziell auch in Hinblick auf den Kampf um den Platz an den Olympischen Spielen gegen Team De Cruz. Wir hoffen, dass wir da aufschliessen können», sagt Skip Yannick Schwaller.

Dennoch soll auch die Faszination für den Event an sich nicht zu kurz kommen. Die Realisation des lange ersehnten Ziels sorgt nicht nur bei Schwaller, sondern auch beim Wettiger Marcel Käufeler und dem aus Ehrendingen stammenden Romano Meier für Glücksgefühle.

«Für uns ist es das Grösste, mit dem Schweizerkreuz auf dem Rücken spielen zu können. Wir dürfen unser Land vertretenen, von dem her ist die Vorfreude schon sehr gross», sagt der 24-jährige Romano Meier. Ähnlich klingt das Ganze bei Marcel Käufeler, der vor allem auf die geleistete Arbeit verweist, die nun Früchte trägt.

«Werden immer wieder zu diesem Ziel finden»

Auch wenn es von aussen betrachtet so aussieht: Die Curler haben alles andere als einen Senkrechtstart hingelegt, ein Selbstläufer war das Ganze schon gar nicht. Immer wieder verhinderten die starken Genfer rund um Skip Peter De Cruz eine Teilnahme an einem grösseren Wettbewerb.

«Es ist nach der Juniorenzeit eher lange gegangen, bis wir es geschafft haben, die Schweiz vertreten zu können», sagt der Solothurner Schwaller über den steinigen Weg zum Erfolg. Von einem Höhenflug will auch Käufeler nichts wissen.

«Es war ein stetiger Prozess. Die Genfer fordern uns immer wieder und werden das auch in Zukunft machen. Aber wir sind davon überzeugt, dass wir mit unserer Arbeit immer wieder zu diesem Ziel finden werden», sagt der 25-Jährige. Praktisch jeder fallen gelassene Satz macht deutlich, wie sehr sie alle nur so vor Selbstbewusstsein strotzen. Nicht nur deswegen haben sie sich den Respekt der Konkurrenz schnell erarbeitet.

Mit breiter Brust und Medaillenhoffnung an die EM

Unterschätzt wird das Team Schwaller schon lange nicht mehr. «Wir haben in den letzten zwei Jahren immer wieder die Teams besiegt, die jetzt an der EM sind und können so mit breiter Brust anreisen», sagt Romano Meier. Noch ambitionierter zeigt sich Käufeler: «Wir nehmen teil, um eine Medaille zu gewinnen, und sind überzeugt von unseren Fähigkeiten. Es wäre definitiv nicht gut, wenn wir selbst nicht daran glauben würden.»

Nichtsdestotrotz bleibt der Respekt vor der ungewohnten Aufgabe bestehen. Auch wenn das noch junge Team keine Tipps von den erfahrenen Hasen benötigt: Es wurde genau besprochen und visualisiert, was in der Woche in Schweden auf sie zukommt.

Dem Erfolgsdruck wissen die Talente so zu trotzen: «Wir orientieren uns nicht an früheren Resultaten. Wir müssen uns einfach auf unsere Leistung konzentrieren und nicht auf das, was im Umfeld passiert», sagt Marcel Käufeler. Dies bestätigt Meier: «Der Fokus liegt sicherlich darauf, dass wir eine gute Leistung abrufen und uns so gegenseitig pushen.»

Für das erste grosse Abenteuer gerüstet

Gereift und ausreichend für das erste grosse Abenteuer gerüstet, scheint das Team so mittlerweile alles mitzubringen, was es auf der grossen Bühne braucht.

Doch ob Marcel Käufeler, Michael Brunner, Yannick Schwaller und Romano Meier letztlich auch in Schweden über ihre fehlende Erfahrung hinwegtäuschen können, wird sich zeigen. Eins ist auf jeden Fall sicher: In Sachen Selbstvertrauen brauchen die vier ganz sicher keine Nachhilfe mehr.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1