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Auch Psycho-Tricks helfen dem FC Wohlen nicht – Niederlage gegen Sion

Nach der 0:1-Niederlage gegen Sion herrscht auf der Niedermatten weiterhin Tristesse vor. Die Mannschaft hat es nicht geschafft, das unter den Erwartungen aufmarschierte Publikum mitzureissen. Trotz eines «Platzwechsels».

Ruedi Burkart
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Wohlen verliert im Cup mit 0:1 gegen Sion
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Sions Syvier Louassi (links) gegen Joao Paiva.
Sions Vincent Ruefli (links) gegen Matteo Muscia.
Joel Kiassumbua ist enttäuscht.
Torszenen waren nicht häufig.

Wohlen verliert im Cup mit 0:1 gegen Sion

Alexander Wagner

Am Sonntag war der Tag, an welchem es aufwärts mit den bisher so arg gebeutelten Wohlern hätte gehen sollen. Das Cupspiel gegen den ebenfalls kriselnden Favoriten aus Sion kam gerade recht und würde, so zumindest der Plan, eine bessere Zeit auf der Niedermatten einläuten. «Ja, dieses Spiel kann die Wende sein», so FCW-Captain Michael Winsauer im Vorfeld. Und die Freiämter versuchten alles. Sie tauschten sogar die Spielerbänke und nahmen erstmals bei einem Heimspiel bei den «Gästen» Platz.

Ernüchterung am Schluss

Als ob sie es geahnt hätten. Denn wie bei einem Auswärtsspiel mussten sich die Wohler Akteure vorkommen. Keine Anfeuerungsrufe der Fans, keine Aufmunterungen, kein Szenenapplaus, nichts. Lediglich die mitgereisten Walliser Schlachtenbummler sorgten zumindest phasenweise für so etwas wie Stimmung. Und da die Wohler Mannschaft mit ihrem schwachen Auftritt den Funken bei den Fans nie zünden konnte, blieb die Partie über die gesamte Spielzeit eine emotionsarme Angelegenheit. Zum Schluss waren Spieler, Trainer und Zuschauer ernüchtert. Einmal mehr.

Mit 3000 Zuschauern rechnete Andy Wyder im Vorfeld. «Wenn das Wetter stimmt», wie der Präsident des FC Wohlen sagte. Nun, die klimatischen Bedingungen waren gestern Nachmittag im Freiamt bestens. Die Regenwolken verzogen sich rechtzeitig, und während der Partie schien gar die Sonne. Und die Zuschauerzahl? Offiziell 1880 Fans begehrten im Stadion Niedermatten Einlass. Zufrieden war man damit nur bedingt. An einem Ort herrschte allerdings akuter Platzmangel – auf den Presseplätzen. Einer der Chronisten musste gar im Speakerhäuschen seiner Arbeit nachgehen.

Aufmarsch der Ex-Trainer

Natürlich waren auf der Tribüne illustre Gäste auszumachen. Sions Präsident Christian Constantin sowieso. Aber auch die Ex-Nationalspieler Ciriaco Sforza und Georges Bregy sowie ehemalige Trainer des FC Wohlen wie Urs Schönenberger und Ryszard Komornicki. Während Schönenberger in der Menge Platz nahm, zog es Komornicki vor, für sich alleine zu bleiben. Bei Spielbeginn war aber auch der Trainer von Wohlens nächstem Gegner in der Challenge League, Chiasso, von Fans umgeben. Komornicki wollte im Hinblick auf die Partie vom kommenden Sonntag keine Stellung beziehen. «Mir gefällt es im Tessin», sagte er auf Anfrage nur.

Gefallen hat es gestern trotz des 0:1 auch Joel Kiassumbua. Der 21-jährige Wohler Goalie (er stand 2009 im Kader des U17-Weltmeisterteams) durfte erstmals in dieser Saison ran. «Ich war zu Beginn nervös. Danach ging es aber.» Erwartet er auch am Sonntag in der Startformation zu stehen? «Das entscheidet der Trainer.» Einen Fürsprecher hat Kiassumbua. «Der Junge hat eine starke Partie gezeigt», sagte Goalietrainer Boris Ivkovic freudestrahlend.

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