Super League

Auch nach drei Jahren denkt Aarau-Trainer Weiler noch nicht an Abschied

Trainer René Weiler gefällt es noch beim FC Aarau.

Trainer René Weiler gefällt es noch beim FC Aarau.

Aaraus Trainer René Weiler weiss, weshalb seine Mannschaft trotz schlechtestem Budget und Infrastruktur nicht auf Rang 10 steht: Sie spiele eine hervorragende Saison. Ausserdem denkt er nicht daran, eine neue Herausforderung anzunehmen.

René Weiler, kann ich schon zum Ligaerhalt gratulieren?

René Weiler:Selbstverständlich nicht. Wir werden noch einige Punkte sammeln müssen, um dieses Ziel zu erreichen.

Mehr als zwei Siege braucht es in den verbleibenden zehn Runden nicht.

Das kann sein. Aber zwei Siege braucht es noch.

Wie ist es möglich, mit dem auf dem Papier schlechtesten Super-League-Kader Rang 8 zu erreichen?

Budgetmässig und betreffend Infrastruktur sind wir tatsächlich Letzter. Sportlich hingegen sind wir dank viel Einsatz die aktuelle Nummer acht. Die Mannschaft spielt bisher also eine hervorragende Saison.

Was ist das Erfolgsrezept? Ist es das Kollektiv? Ist es der Teamgeist? Oder ist es der Trainer? Sind Sie der Star?

Wir haben keine Stars und leben vom gesunden Kollektiv. Uns zeichnen in erster Linie Realitätssinn, Zusammenhalt und ehrliche Arbeit aus.

Welche Rolle spielen Sie?

Ich versuche Tag für Tag, jeden Spieler an sein Optimum heranzuführen.

Würde ein Spiel 45 Minuten dauern, wäre der FC Aarau noch besser. In den 26 Spielen der ersten Halbzeit gab es 14 Siege, 6 Unentschieden und 6 Niederlagen, in den 26 Spielen der zweiten Halbzeit 4 Siege, 6 Unentschieden und 18 Niederlagen. Gibt es eine Erklärung für die starken Startphasen und den Leistungsabfall?

Dafür gibt es mehrere Erklärungen: die gute Einstellung, Kraft und Power, Wettkampfglück, die nachlassende Konzentration und falsche Entscheidungen. Hinzu kommt der Umstand, dass die Gegner breitere und damit konkurrenzfähigere Kader haben als der FC Aarau. Eines darf man nicht vergessen: Mehr als die Hälfte aller Aarauer Akteure spielen das erste Mal auf Super-League-Niveau. Für sie ist diese Meisterschaft also ein Lernprozess.

Was ist gegen die Young Boys möglich? In der Vorrunde gab es ein 0:4 und ein 0:3: Droht eine weitere Klatsche?

Möglich ist vieles. In den meisten Vergleichsfällen müssten die Berner gegen uns ja auch gewinnen. Ihr Ziel ist der Titel, unser Ziel ist der Ligaerhalt. Es braucht von jedem unserer Spieler eine Topleistung. Und es braucht ein Publikum, das uns unaufhaltsam unterstützt. Und natürlich spielt auch das Glück eine Rolle.

Was darf in den verbleibenden zehn Spielen vom FC Aarau erwartet werden?

Wir werden weiterhin alles daran setzen, dass uns die Zuschauer nach den Spielen keine Vorwürfe betreffend Einsatzbereitschaft und Willensstärke machen können. Der Rest liegt nicht in unserer Macht.

Sie sind seit drei Jahren in Aarau: Gefällt es Ihnen immer noch?

Ja, warum fragen Sie?

Sie haben zwar beim FC Aarau noch einen Vertrag bis 2016. Aber ist es nach drei Jahren FC Aarau nicht an der Zeit, eine neue Herausforderung anzunehmen?

Ich weiss nicht, ob das so ist. Es kommt so, wie es kommen muss. Im Moment befasse ich mich nur mit der Gegenwart und dem Ligaerhalt des FC Aarau. Das absorbiert mehr als genug.

Wollen Sie in Ihrer Karriere nicht endlich einen Schritt nach vorne machen?

Doch. Lieber zwei sogar… Ich bin nicht das Thema. Die Mannschaft, die Resultate und die Entwicklung der Spieler sind wichtig. Reden wir also nicht über mich, sondern über das Sportliche und die Spieler.

Okay, dann machen wir das: Wie laufen die Planungen für die Saison 2014/15?

Die Planungen laufen. Diese sind für den FC Aarau jedoch aus bekannten Gründen schwieriger als für andere Super-League-Klubs. Um in der zweiten Saison in der höchsten Spielklasse bestehen zu können, braucht es Qualität und damit die eine oder andere Verstärkung. Das Team muss auf jeden Fall optimiert werden.

Kommt Ihr Wunschspieler Chris Malonga?

Ich habe keine Wunschspieler. Ich mache nur Vorschläge.

Noch einmal: Kommt Chris Malonga?

Möglich ist es, ja.

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