Von den Spielern des FC Aarau, deren Verträge am 30. Juni 2019 ausgelaufen sind, trainiert nur noch einer im Brügglifeld mit: Goalie Steven Deana. Ein neues Arbeitspapier hat der 29-Jährige jedoch (noch?) nicht unterschrieben - noch ist unklar, wie und mit wem es auf der Goalieposition weitergeht. Auch eine erneute Ausleihe von Basel-Goalie Djordje Nikolic ist eine von mehreren Optionen.

Sicher nicht den Goaliejob beim FCA ausüben wird in der nächsten Saison Lars Hunn: Der einst als Supertalent gehandelte 20-Jährige hat ein schwieriges Jahr hinter sich mit Ausleihen zu GC und Rapperswil-Jona, wo er in den Profiteams zu keinen Einsätzen kam. Hunn löst nun den Vertrag mit dem FC Aarau auf, ihn zieht es nach Deutschland (wohl SC Freiburg U23).

Warum Karanovic nicht bleiben konnte

Wer künftig im FCA-Tor stehen wird, ist also noch unklar. Klarheit gibt es dafür auf anderen Positionen: Nach dem Abgang der Defensiv-Pfeiler Nicolas Bürgy (YB) und Linus Obexer (Lugano) werden auch die Offensivkräfte Norman Peyretti und Goran Karanovic in der kommenden Saison nicht mehr für den FC Aarau spielen. Während die Signale bei Peyretti (kam 2017 aus Thun) schon länger auf Trennung standen, hätte Trainer Patrick Rahmen Karanovic gerne weiterhin in seinem Kader gesehen. Der 31-Jährige erzielte in der vergangenen Saison in 20 Einsätzen acht Tore - ein Grossteil davon spielentscheidend. 

Goran Karanovic (im roten Dress links) und Norman Peyretti (rechts) haben den FC Aarau verlassen.

Goran Karanovic (im roten Dress links) und Norman Peyretti (rechts) haben den FC Aarau verlassen.

Doch schon im Frühling kündigte Sportchef Sandro Burki, dass das Kader auf die Saison 2019/20 hin ausgedünnt werde. Ein derartiges "Luxuskader", wie man die FCA-Ausgabe 2018/19 auch bezeichnete, wird es nicht mehr geben. Im Sturm ist mit Patrick Rossini ein im Unterhalt nicht günstiger Spieler mit Vertrag bis 2020 nach langer Verletzungspause und Aufbautraining wieder voll einsatzbereit, zudem hat der FCA mit Routinier und 2-Meter-Riese Stefan Maierhofer verlängert. Und mit Yvan Alounga gehört das talentierte, 17-jährige Sturm-Eigengewächs in der kommenden Saison fix zum Kader. Dazu Marco Schneuwly (vertrag bis 2020). Fazit: Sogar ohne Karanovic besteht im Angriff eher ein Über- denn ein Unterangebot bei der Annahme, dass Trainer Patrick Rahmen auch in Zukunft meistens mit einem zentralen Stürmer spielen lässt.

Der andere Grund für die Trennung von Karanovic ist finanzieller Natur. Das Lohnbudget für die kommende Saison bietet nicht mehr viel Spielraum. Das noch zur Verfügung stehende Geld wollen Burki und Rahmen in einen 1:1-Ersatz für den zu Servette gewechselten Topskorer Varol Tasar investieren. Es gibt Kontakt zu einigen Kandidaten, konkret ist jedoch nichts. Der Name Samir Ramizi (Xamax), der schon länger durchs Brügglifeld geistert, tut dies immer noch. 

Wird Tasar zu seinem eigenen Nachfolger?

Gut möglich, dass die Verpflichtung eines Tasar-Nachfolgers noch einige Wochen auf sich warten lässt, sogar erst nach dem Saisonstart über die Bühne gehen wird. Momentan ist der Transfermarkt (nicht von der Hitzewelle!) ausgetrocknet, erfahrungsgemäss werden die Wechselspiele Mitte Juli so richtig Fahrt aufnehmen. Der FC Aarau befindet sich als Challenge-League-Klub am Ende der Nahrungskette, was heisst: Erst wenn die nationalen Grossklubs ihren "Hunger" auf dem Transfermarkt gestillt haben und wiederum ihre Kader ausdünnen müssen, könnten sich für den FCA die Türen zu Transfers von Hochkarätern öffnen.

Und wer weiss: Vielleicht ist am Ende Varol Tasar sein eigener Nachfolger, dann nämlich, wenn sich Ende Juli bis Mitte August abzeichnet, dass er bei Servette nicht zurechtkommt.