Turf
Attenarco setzt sich im Aarauer Schachen in der 69. Meisterschaft der Traber durch

Wie vor einem Jahr setzte sich der Inländer Attenarco auch in der 69. Meisterschaft der Traber in Aarau in der Hand seines Züchters und Besitzers Henri Turrettini durch.

Ueli Wild
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Um eineinviertel Längen hält Attenarco mit Henri Turrttini im Sulky im Einlauf die Stute Semola GK auf Distanz.

Um eineinviertel Längen hält Attenarco mit Henri Turrttini im Sulky im Einlauf die Stute Semola GK auf Distanz.

Ueli Wild

Zum zweiten Mal in Folge hat Attenarco die Meisterschaft gewonnen. Der in Avenches von Vitor Nunes de Oliveira trainierte 7-jährige Wallach der Ecurie Turrettini ist das achte Pferd, welches das wichtigste Trabrennen auf Gras in der Schweiz mehr als einmal gewinnen konnte. Seinem Fahrer, dem 66-jährigen Genfer Privatbankier Henri Turrettini, der auch sein Züchter ist, bescherte Attenarco gestern vor 5500 Zuschauern den dritten Meisterschaftssieg. 1996 hatte schon Turrettinis Stute Cattleya das Rennen gewonnen.

Anders als vor einem Jahr musste Attenarco diesmal während des ganzen, mit insgesamt 40 000 Franken dotierten Rennens kämpfen, was seine Leistung zusätzlich aufwertet. 2016 konnte er von der Führungsarbeit eines Stallgefährten und vom Umstand profitieren, dass sich die Konkurrenz zum Teil unterwegs gegenseitig aufrieb. Diesmal ging Attenarco mit der Startnummer eins innen an den Rails ins Rennen. Diesen Vorteil nutzte er resolut und sicherte sich gleich zu Beginn die Spitze.

Gonin-Duo als Hauptgefahr

Dass Spike und Smile, die beiden Pferde von Nathalie und Vincent Gonin, im Zehnerfeld die Hauptgefahr für den Favoriten bilden würden, zeigte sich schnell: Spike tauchte nach einem Rush aussen herum ausgangs des ersten Bogens auf zweiter Spur hinter der Spitze auf und Smile sicherte sich den Rücken des führenden Attenarco.

Im Schönenwerderbogen kämpfte sich Nathalie Gonin mit Spike am Favoriten vorbei, doch Henri Turrettini reagierte umgehend. Sofort beorderte er Attenarco unmittelbar hinter Spike. Vor der Tribüne zog er ihn heraus und liess ihn aussen wieder an Spike herangehen. Unterdessen galoppierte sich Smile aus dem Rennen. Spikes Fahrerin war nun auf sich allein gestellt.

Da Attenarco im folgenden Stadtbogen nicht optimal drehte, konnte sich Spike noch einmal ein wenig Luft verschaffen. Attenarco blieb im Schlussbogen ständig aussen dran und konnte trotz des kräftezehrenden Rennverlaufs noch Reserven freimachen, während sein Kontrahent aus Ependes VD auf der Einlaufgeraden am Ende seines Lateins war und als Sechster gerade noch das letzte Platzgeld holte.

Attenarco siegte sicher. Freilich drehte die 6-jährige Stute Semola GK aus dem Stall Allegra Racing Club im Einlauf noch mächtig auf und kam mit Loris Ferro an den Leinen bis auf eineinviertel Längen an den alten und neuen Meister heran. Dabei verwies sie den 14-jährigen Padolin (Marc-André Bovay), den Meister von 2014, um satte drei Längen auf den dritten Platz.

Das weitaus gewinnreichste Pferd im Feld, Slow du Beauvoisin, und der zum doppelten Nenngeld nachgenannte Sprint Final, hatten nie etwas mit dem Ausgang des über 2500 Meter führenden Rennens zu tun. Beide waren nicht einmal im Geld.

Im Galoppsektor gab es einen Aargauer Vollerfolg zu beklatschen: Der Oberkulmer Michael Huber, Champion 2016 der Hindernisreiter, kam im Hürdenrennen auf Be my Hope zum von den Wettern erwarteten Sieg.