Die Meldung des FC Aarau am Montagnachmittag macht stutzig. Es heisst darin, dass Assistenztrainer Marco Walker den Verein per sofort verlässt. Der erste Gedanke ist natürlich: Da hat es wohl gekracht zwischen Walker und Cheftrainer Patrick Rahmen.

Es wäre ja nicht das erste Mal, dass ein grosser Misserfolg wie sechs Niederlagen zum Saisonstart einen Keil in den Staff treibt. Doch offensichtlich gab es keinen Streit und ist es auch keine Fahnenflucht von Walker, der noch einen Vertrag bis 2019 gehabt hätte. Es sollen einzig private Gründe für den Abschied des 48-Jährigen vorliegen.

Kein Nachfolger für Walker

In Absprache mit dem Trainerteam wurde entschieden, dass die vakante Stelle nicht neu besetzt wird; stattdessen werden die Aufgaben des Assistenztrainers in Zukunft durch Norbert Fischer (Konditionstrainer) und Petar Aleksandrov (Stürmertrainer) übernommen. Letzterer wurde kürzlich als Stürmertrainer engagiert. Die FCA-Legende und Rahmen hatten bereits in der Saison 2015/16 beim FC Biel zusammengearbeitet.

Auch wenn die Geschichte gerade zum jetzigen Zeitpunkt alles andere als ideal ist, darf sie kein Grund sein, die Aarauer Krise weiter andauern zu lassen. Sie kann auch zum Anlass genommen werden, noch näher zusammenzurücken.

Zwei Verpflichtungen in der Pipeline

Immerhin gibt es auch Licht am Horizont. Es gibt nämlich Anzeichen dafür, dass der FC Aarau auf dem Transfermarkt noch einmal tätig geworden ist und am Dienstag, 11. September, die Zuzüge zweier Stürmer meldet. Zwar ist auch in der Schweiz der Transferschluss schon über die Bühne gegangen, doch vertragslose Spieler können weiter verpflichtet werden.

Anzunehmen ist, dass es sich beim einen um Goran Karanovic, der bekanntlich seit vielen Wochen beim FC Aarau trainiert, handelt. Offenbar hat er sich in dieser Zeit so gut entwickelt, dass ihn Rahmen unbedingt haben will. Bisher allerdings hatten sich der Spieler und der Klub nicht auf eine Zusammenarbeit einigen können.

Um wen es sich beim zweiten Angreifer handelt, wollen die Verantwortlichen nicht preisgeben. Es ist allerdings davon auszugehen, dass es sich um einen erfahrenen Akteur handelt, der dem FCA sofort helfen kann und nicht lange braucht, um sich an die Liga und das neue Team anzupassen.

Kurztrainingslager im Allgäu

Idealerweise kommen die beiden bereits am Dienstagmorgen um 11 Uhr zum Einsatz. Dann nämlich bestreiten die Aarauer gegen die Grasshoppers ein Testspiel. Dieses findet im Campus, dem Trainingszentrum der Zürcher, in Niederhasli statt. Bereits im Juni sind sich die beiden Teams gegenübergestanden und sahen Aarau nach zwei Toren von Varol Tasar als Sieger.

Und weil der Challenge-League-Klub in einer ganz heiklen Phase steckt, wird zum Abschluss der Länderspielpause nichts unversucht gelassen, um auf den Erfolgsweg zu finden. Nach der Partie reisen die Aarauer für drei Tage ins Allgäu, um sich in einem Kurztrainingslager in Ruhe auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten. Diese sind mit dem Cupspiel am Sonntag (15.30 Uhr Brügglifeld) gegen Neuchâtel Xamax und am Freitag darauf in Lausanne happig genug.