SC Reinach
«Arno Del Curto ist dank uns so gut»

Der SC Reinach wird in diesem Jahr 30 Jahre alt. Arno Del Curto und Lions-CEO Peter Zahner verdienten sich im Verein ihre Sporen ab. Heute glänzen vor allem die Reinacher Frauen.

Andreas Fretz
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Reinachs Präsident Rolf Luginbühl, 3.-Liga-Trainer Thomas Siegwart und Frauenchef Franz Pelloli (v. l.) sitzen am Stammtisch im Stadionrestaurant. afr

Reinachs Präsident Rolf Luginbühl, 3.-Liga-Trainer Thomas Siegwart und Frauenchef Franz Pelloli (v. l.) sitzen am Stammtisch im Stadionrestaurant. afr

Als der SC Reina ch vor 10 Jahren sein 20-Jahr-Jubiläum feierte, wohnte auch Arno Del Curto den Festivitäten bei. Weshalb kam der Davoser Erfolgscoach damals ins Wynental? Die Antwort ist einfach: Arno Del Curto hat in den 1980er-Jahren beim SC Reinach seine Sporen als Trainer abverdient.

«Darum ist er heute so gut», sagen Präsident Rolf Luginbühl und Frauenchef Franz Pelloli mit einem Lachen. Und noch ein bekannter Name spielte damals eine Rolle beim SC Reinach. ZSC-Manager Peter Zahner war einer der Spieler, die von Del Curto geformt wurden. Erinnerungen, die zum Schwelgen verführen.

Der SC Reinach hat in den 30 Jahren seines Bestehens einiges erlebt. Nur drei Jahre nach der Gründung spielten die Männer um den Aufstieg in die 1. Liga. 2006 dann ein Tiefpunkt: der freiwillige Abstieg in die 3. Liga. Für wahre Höhenflüge sorgten die Frauen, die 2001, 2002 und 2003 Schweizer Meister wurden. Wäre das bei den Männern geglückt: Die Reinacher wären als Helden gefeiert worden.

Randsportart Fraueneishockey

Aber der Führungsriege ist bewusst: Fraueneishockey ist eine Randsportart. «Fraueneishockey ist schwierig zu vermarkten», sagt Luginbühl. Pelloli freut es, dass die Frauen zumindest innerhalb des Vereins ein hohes Ansehen geniessen. «Und auch bei auswärtigen Spielerinnen stehen wir hoch im Kurs.»

Die Frauen sorgen auch in dieser Saison für Freude. Zwar haben sie gegen Lugano den Finaleinzug verpasst, doch im kleinen Final gegen Langenthal sind sie der Favorit. Erfreulich ist auch die Entwicklung der Nachwuchskategorie Bambini. In einigen Jahren möchte der Verein in höhere Nachwuchskategorien vorstossen. Etwas unter den Erwartungen blieben die 3.-Liga-Männer von Trainer Thomas Siegwart. Sie schlossen die Saison auf Rang fünf ab.

Die Nachwuchsförderung sehen Luginbühl und Pelloli als eine der grossen Herausforderungen. Die Zusammenarbeit mit den Schulen ist zentral. Reinachs Frauentrainer Philipp Steiner wurde beim Kanton vorstellig. Er teilte mit, dass der Verein das Fraueneishockey fördere, und ersuchte das Departement für Bildung, Kultur und Sport um Unterstützung bei der Bekanntmachung an den Volksschulen. «Leider blieb die Anfrage ohne Antwort», sagt Luginbühl.

Erfolge gab es zuletzt auf der Vorstandsebene. Doch einfach war es nicht, nachdem an der letzten Generalversammlung drei Mitglieder ihren Rücktritt gegeben hatten. Verschiedene Aufrufe fruchteten nicht. Erst an einer ausserordentlichen GV konnte ein neues Mitglied gefunden werden, später kamen zwei weitere hinzu. Nun sind die Reinacher mit sieben Vorstandsmitgliedern wieder gut unterwegs.

Müssen sie auch, denn immerhin stemmt der Verein ein Budget von 160 000 Franken. Im Vergleich mit den – je nach Quelle – 464 000 bis 700 000 Franken (ohne Prämien), die Del Curto pro Saison verdient, ist dieser Betrag allerdings bescheiden. Offenbar lohnt es sich, die Sporen in Reinach abzuverdienen.