Challenge League
Anzeichen einer Handschrift beim 2:1-Sieg des FC Aarau gegen Schaffhausen

Beim 2:1-Sieg beim Rückrundenauftakt gegen Schaffhausen gab es beim FC Aarau drei grosse Gewinner. Die erste Halbzeit beenden die beiden Teams mit einem 1:1 Unentschieden, wobei Igor Nganga für beide Tore verantwortlich ist. In der Zweiten Halbzeit gehen die Aarauer früh in Führung und verwalten die Führung gegen ein steriles Schaffhausen.

Sebastian Wendel (Text) und Patrick Haller (Liveticker)
Drucken
Teilen
Jubel beim Torschuetzen zum 2:1 Patrick Rossini, Alessandro Ciarrocchi und dem Team nach dem Tor
11 Bilder
Jubel beim Torschuetzen zum 2:1 Patrick Rossini (Aarau) nach dem Tor, Enttaeuschung bei Torhueter Mateo Matic (am Boden, Schaffhausen)
Patrick Rossini (Aarau) schiesst gegen Torhueter Mateo Matic (Schaffhausen) das Tor zum 2:1
Jubel beim Torschuetzen zum 2:1 Patrick Rossini, Alessandro Ciarrocchi und Gianluca Frontino (Aarau) nach dem Tor
Jubel bei Marco Thaler, Pascal Thrier, dem Torschuetzen zum 1:0 Igor Nganga, Raoul Giger, Mats Hammerich, Patrick Rossini und Alessandro Ciarrocchi (Aarau) nach dem Tor
Gianluca Frontino (Aarau) gegen Yannick Helbling (Schaffhausen)
Mats Hammerich (Aarau) gegen Guilherme Fioravanti (am Boden, Schaffhausen)
FC Aarau - FC Schaffhausen (05.02.18)
Patrick Rossini (Aarau) gegen Helios Sessolo (Schaffhausen)
Igor Nganga (Aarau) gegen Torhueter Mateo Matic (Schaffhausen)
Igor Nganga (Aarau) schiesst gegen Andre Goncalves und Torhueter Mateo Matic (Schaffhausen) das Tor zum 1:0

Jubel beim Torschuetzen zum 2:1 Patrick Rossini, Alessandro Ciarrocchi und dem Team nach dem Tor

Marc Schumacher/freshfocus

Neben den ungenügenden Resultaten war es nach der Vorrunde der grösste Vorwurf an FCA-Trainer Marinko Jurendic: Die Mannschaft wirkte auf dem Platz planlos. Eine Handschrift? Bis auf wenige Ausnahmen Fehlanzeige.

Diese zwei Kritikpunkte kosteten Jurendic um ein Haar den Job. Nach langen und zahlreichen Diskussionen rang sich die Klubführung zur Entscheidung durch, am Trainer festzuhalten. Mit der Bedingung: Resultate und Auftritte müssen schnell besser werden.

Die Abrechnung nach dem ersten Spiel in der Rückrunde spricht für Jurendic: 2:1 gewinnt der FC Aarau gegen den Tabellenzweiten Schaffhausen – alleine das kann sich sehen lassen. Kommt dazu: Der Erfolg gründet auf dem Plan, den das Trainerteam in der Vorwoche ausheckte und den die Mannschaft gekonnt umsetzte.

Besagter Plan lautete: Defensiv das Zentrum dichtmachen und im Angriffsspiel den Fokus auf die Aussenbahnen legen. Jurendic nach dem Schlusspfiff: «Wir wussten: Schaffhausen hat seine Stärken im Zentrum. Wenn wir sie dort neutralisieren können, haben wir einen Vorteil auf unserer Seite.»

Gigers Reife und Klasse

Mit Blick auf die Aufstellung und auf das System hiess das: Statt das in der Vorbereitung grösstenteils geübte 4-4-2 stellte Jurendic auf 4-3-3 um. Olivier Jäckle, Mats Hammerich und Michael Perrier bildeten vor der Abwehr ein Bollwerk, an dem sich die Munotstädter mit Fortdauer der Partie die Zähne ausbissen.

Und die Aussenverteidiger-Positionen besetzten mit Raoul Giger und Igor Nganga zwei Spieler, die von Beruf zwar Verteidiger sind, aber viel Angriffslust im Blut haben und dank dieser Mischung in jeder Partie zum Spektakelfaktor werden können.

Konsequenz: Giger bereitete mit einer Traumflanke Ngangas 1:0 vor. Letzterer sorgte kurz darauf mit einem Slapstick-Eigentor für das zwischenzeitliche 1:1, ehe er nach dem Seitenwechsel mit der Flanke vor Rossinis Siegtreffer zum 2:1 zum Matchwinner avancierte.

Der Kongolese war eindeutig die auffälligste Figur die Partie, doch wir kommen nicht darum herum, auch Raoul Giger besonders hervorzuheben: Auf den Schultern des 20-Jährigen lasten grosse Hoffnungen der Verantwortlichen.

Das Potenzial, der nächste lukrative Transfer des FC Aarau zu sein, wird ihm von allen Seiten attestiert. Wie Giger diesen Druck und die Vorschusslorbeeren nach starker Vorbereitung in einen starken und vor allem reifen Auftritt verwandelte, zeugt von Klasse.

Zurück zu Marinko Jurendic, dem dritten grossen Gewinner des Abends. Die Anzeichen seiner Handschrift waren eindeutig zu erkennen. Neben den Resultaten das wichtigste Kriterium bei der Bewertung eines Trainers.

Jurendic, ganz der Gentleman, gibt das Lob an die Mannschaft weiter: «Die Flexibilität in den Systemen verlangen wir von den Jungs und das haben sie gegen Schaffhausen gut umgesetzt. Mit dem Hintergrund, dass wir nur wenige Tage am Matchplan gearbeitet haben, war das ein erfreulicher Auftritt der Mannschaft. Dieser Sieg zum Auftakt ins neue Jahr war wichtig und gibt uns natürlich viel Moral gibt für die nächsten Spiele.» Dies gilt auch für Jurendic und sein Trainerteam , die sich bestätigt fühlen dürften, mit ihrer Arbeit auf dem richtigen Weg zu sein.

Bei all der Freude über den gelungen Rückrundenstart und die positiven Anzeichen darf nicht vergessen werden: Der FCA war an diesem Abend auch die glücklichere Mannschaft. Schon nach 30 Sekunden hätte es nach einem Bock von Thrier 0:1 für Schaffhausen stehen können, ja müssen.

Und trotz guter Leistung: Ins FCA-Spiel schlichen sich immer wieder die altbekannten Fehler, die dem Gegner gut und gerne eine deutliche Pausenführung hätten ermöglichen können. Kommt dazu: Der Eindruck, dass die sportliche Relevanz gleich Null ist, zog sich in den Augen der Beobachter wie ein roter Faden durch die Partie. Aarau-Trainer Jurendic und seinen Spielern dürfte dies jedoch ziemlich egal sein.

FC Aarau – FC Schaffhausen 2:1 (1:1)

Brügglifeld. – 2’304 Zuschauer. – SR: Hänni. – Tore: 15. Nganga (Giger) 1:0. 25. Nganga (Eigentor) 1:1. 54. Rossini (Ciarrocchi) 2:1.

Aarau: Deana; Giger, Thrier, Thaler, Nganga; Jäckle; Hammerich, Frontino (88. Cani), Perrier; Ciarrocchi (77. Tasar), Rossini.

Schaffhausen: Matic; Gonçalves, Demhasaj, Mevlja, Fioravanti; Helbling; Paulinho, Castroman (67. Del Toro), Bunjaku (69. Tranquilli); Cicek, Sessolo (78. Barry).
Bemerkungen: Aarau ohne Ramadani, Yapi (beide gesperrt), Mehidic, Misic, Peralta, Peyretti (alle verletzt), Ammeter, Randjelovic und Siegfried (alle nicht im Aufgebot). Schaffhausen ohne Mikari (verletzt), Qollaku (krank), Rether, Schneider und Vannuca (alle nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 20. Bunjaku (Reklamieren), 42. Giger, 64. Frontino (beide Foulspiel).

Rangliste Challenge League: 1. Neuchâtel Xamax FCS 19/47 (43:20). 2. Servette 18/36 (31:16). 3. Schaffhausen 19/36 (38:26). 4. Vaduz 19/27 (23:26). 5. Rapperswil-Jona 18/24 (23:23). 6. Aarau 18/21 (23:27). 7. Chiasso 19/21 (23:25). 8. Wohlen 18/14 (23:40). 9. Winterthur 19/13 (19:29). 10. Wil 19/12 (16:30).

Lesen Sie hier den Spielverlauf im Liveticker nach:

Aktuelle Nachrichten