Die Kantischülerin aus Möhlin weiss selber nicht mehr richtig, wie sie zum Volleyballsport gekommen ist. Die sportbegeisterte Anika ist früher geschwommen, hat acht Jahre lang Tennis gespielt und wollte unbedingt noch eine andere Sportart ausprobieren. Dies sei dann das Volleyball gewesen, das sie seither nicht mehr losgelassen hat. «Ich mag die familiäre Seite des Volleyballsports, die Leidenschaft und die Emotionen, die damit verbunden sind», sagt Anika, die vier Jahre in Kalifornien zur Schule ging.

Als Volleyballerin verbringt man viel Zeit mit den Teamkolleginnen, sei dies in den Trainings oder an den Spielen am Wochenende. Man hat dieselben Ziele, was sehr verbindet. Die gemeinsam erlebten Emotionen sind dadurch viel intensiver.

Die Entscheidung zwischen Halle und Sand

Seit letztem Sommer besucht Anika die erste Sportklasse an der Alten Kantonsschule Aarau. Als Sportschülerin hat sie hohe Ziele. Sie hat sich jedoch noch nicht zwischen der Outdoor- und Indoorsportart entschieden. «Bis vor Kurzem war ich sehr Beachvolleyball orientiert. Doch seit ich die Chance bekommen habe, in der Indoor-Jugend-Nationalmannschaft an Spielen und Trainingslagern teilzunehmen und sich ebenfalls einige gute Vereinsangebote für nächste Saison ergeben haben, bin ich unschlüssig», erzählt die junge Spielerin.

Genaueres will sie zu den Angeboten jedoch noch nicht erzählen. Auf jeden Fall möchte sie versuchen in beiden Disziplinen das Beste aus sich herauszuholen und wird sich mit einer Entscheidung noch Zeit lassen.

Alles andere muss ausgeblendet werden

Die Linkshänderin spielt seit dieser Saison auf der Diagonalposition beim Erstligisten von Volley Schönenwerd, der gerade vergangenes Wochenende den Aufstieg in die NLB geschafft und somit die laufende Saison beendet hat. Sie trainiert neben der Schule 16 Stunden pro Woche, absolviert drei Einheiten im Sand, drei Trainings in der Halle und ist zweimal im Kraftraum. Ausserdem ist sie Teil des Zweitligateams von Smash 05, dem Verein der sie ausgebildet hat, um mehr Spielpraxis zu erhalten. Dies führt zu der Frage, was denn «Gameday» für Anika bedeutet. 

Anika Schwörer

Anika Schwörer

Sie erzählt, dass sie an diesen Tagen die Schule komplett ausblende, egal wie viele Prüfungen anstehen. «Ich konzentriere mich vor dem Match nur auf das Volleyball.» Am liebsten reist sie dann mit dem Zug an die Spiele, da sie sich dann wacher fühlt als nach einer stundenlangen Autofahrt. Um auch während des Spiels bereit zu sein, ist die Athletin immer mit Snacks ausgestattet. «Es wird kaum einen Match oder ein Time-Out geben, in dem ich nicht esse. Ich bin immer hungrig», erzählt Anika schmunzelnd.

Mit dem eigenen Ehrgeiz umgehen

Die talentierte Volleyballerin ist in jeder Trainingseinheit fokussiert. Volleyball nimmt einen grossen Teil in Anikas Leben ein. In ihrer Freizeit, die noch übrig bleibt, weiss sie jeweils gar nicht was mit sich anzufangen. «Ich bin sehr ehrgeizig, was meine Stärke und gleichzeitig meine Schwäche ist», erzählt Anika.

Sie sei schnell verbissen, was sie spielerisch blockiert und somit zu Frust führt. Mit dem eigenen Ehrgeiz umzugehen – ein gutes Mass zu finden – ist nicht immer einfach. Dies habe die Möhlinerin in dieser Saison verbessern können, will aber weiter daran arbeiten. Von Verletzungen ist die junge Athletin bisher verschont geblieben und ist somit auf gutem Kurs, dass man noch viel von ihr hören wird.

Zukunftspläne sind offen

Anika sieht alle erfolgreichen Volleyballerinnen gewissermassen als ihr Vorbild. Trotzdem will sie nicht ihre Karriere mit deren vergleichen. Sie weiss ihren eigenen Weg zu gehen. Noch vor einem halben Jahr hätte Anika auf die Frage nach ihrem Traumziel folgendermassen geantwortet: «Mein Traumziel ist die Teilnahme an den olympischen Spielen im Beachvolleyball.» Was sich geändert hat, ist, dass sie nun durchaus auch in der Halle ähnlich hohe Ziele verfolgt und sich alle Optionen offenlassen möchte.

In fünf Jahren will sie mit ihren eigenen Fortschritten zufrieden sein und den Ehrgeiz zur kontinuierlichen Arbeit nicht verloren haben, also weiter zu trainieren und sich zu verbessern. Ausserdem wird sie zu diesem Zeitpunkt ihren Maturaabschluss in der Tasche haben und hoffentlich wissen, was sie ausbildungsmässig machen möchte. «Ich schreibe sehr gerne und würde später gerne etwas in diese Richtung machen, aber in welcher Form weiss ich noch nicht», erzählt die Schülerin.