Die Erleichterung im Aarauer Lager nach dem wichtigen Auswärtserfolg in Sion war greifbar. Im Wissen darum, dass der FC Aarau in allen sieben bisherigen Meisterschaftsspielen in diesem Jahr in Führung gegangen war, aber daraus – gestern eingeschlossen – nur drei Siege resultierten. Alle auswärts, sodass die Aarauer nun bereits fünf Vollerfolge in der Fremde auf dem Saisonkonto haben. Ein Wert, den der FCA zuletzt in der Saison 1996/97 in der obersten Spielklasse erreicht hatte. Der Erfolg im Tourbillon war auch von historischer Bedeutung, weil es Aarau erstmals seit 2001 gelang in Sion zu gewinnen. Damals schon im FCA-Trikot im Einsatz: Daniel Gygax.

Andrist erneut Wegbereiter

Gestern standen aber andere Protagonisten im Zentrum. Einerseits Stephan Andrist, der die Aarauer Führung nach etwas mehr als einer halben Stunde aus kurzer Distanz erzielen konnte. Der Flügelspieler avancierte somit – wie schon beim letzten Auswärtserfolg in Lausanne (1:0) - zum Wegbereiter für drei wichtige Zähler im Abstiegskampf. «Heute haben wir als Mannschaft überzeugt», so Andrist nach dem Schlusspfiff. «Die Sittener haben enorm druckvoll begonnen, doch wir haben sehr gut dagegengehalten». Im Vergleich zu anderen Begegnungen in der Rückrunde, als der FCA jeweils einen Vorsprung noch aus den Händen gab. Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Wenn die Spiele jeweils nach 45 Minuten abgepfiffen worden wären, hätte Aarau in sieben Ligaspielen nicht weniger als 19 Punkte geholt. Nach der vollen Spielzeit blieben davon immerhin noch 10 Zähler übrig.

Im richtigen Moment nachgelegt

Dass es gestern nicht zu einem erneuten Einbruch kam, habe auch daran gelegen, dass die Aarauer nach der Pause – als Sion nochmals stärker wurde – einen zweiten Treffer nachlegen konnten, wie Andrist erklärte. Dieser Torerfolg ging auf das Konto von Einwechselspieler Linus Hallenius. Der schwedische Stürmer kam wieder einmal zu einem Teileinsatz - und war sogleich erfolgreich, als er ein perfektes Zuspiel von Sandro Burki zum vorentscheidenden 2:0 nutzte. «Natürlich bin ich sehr glücklich über diesen Sieg», sagte Hallenius. Er sei enorm wichtig gewesen, um den Abstand auf den direkten Kontrahenten – und auch auf den Abstiegsrang – zu vergrössern. In persönlicher Hinsicht war es ein hartes Spiel für den schwedischen Offensivspieler, wie er selbst sagte. Zuletzt musste Hallenius krankheitshalber pausieren, danach wurde er nicht mehr eingesetzt, sodass es ihm nach eigener Aussage an Spielpraxis mangelte – ein Umstand, den der Angreifer durch seinen Treffer erfolgreich zu kaschieren vermochte.