Challenge League
Anderer Gegner, gleiches Fazit: Trotz anständiger Leistung verliert der FC Aarau auch gegen Servette

Es will einfach nicht gelingen! Nach elf Challenge-League-Spielen kassiert der FC Aarau in der Partie gegen Servette die neunte Niederlage. Dank einem Kopfballtor aus dem Nichts von Maierhofer liegt Aarau zur Pause mit 1:0 in Führung – danach hat der FCA den Genfern spielerisch mehr viel entgegenzusetzen, trotzdem wäre ein Sieg möglich gewesen. Die Ereignisse wiederholen sich auch in Genf.

Sebastian Wendel
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Servette - FC Aarau (20.10.2018)
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Während der ersten 30. Minuten ist Servette klar am Drücker, der FC Aarau verteidigt mehr, als dass in der Offensive etwas passieren würde.
Dann aber trifft Maierhofer in der 34. Minute aus dem Nichts zum 1:0 für den FC Aarau.
Freude beim FC Aarau über den gelungenen Treffer.
Servette ist danach um einen schnellen Ausgleich bemüht.
Die Aarauer geben jetzt aber weiter Gas, sodass es bis zur Pause bei der 1:0-Führung des FC Aarau bleibt.
Blick ins Stade de Genève bei Servette - Aarau.
Nach der Pause setzen die Genfer den Aarau wieder stark unter Druck – wie lange wird das noch gut gehen?
In der 58. Minute dann der Ausgleich –Stevanovic trifft mit einem Direktschuss zum 1:1.
Die Aarauer wirken überfordert und wissen dem Genfer Powerplay nichts entgegenzusetzen.
Servette macht Tempo, die Aarauer scheinen nicht nachzukommen.
Noch bleibt es aber beim 1:1.
Die Genfer Angriffsversuche werden wieder ungenauer – die Aarauer kämpfen darum, das Spiel zumindest mit einem Unentschieden zu beenden.
Kurz vor Schluss dann aber der Genfer Schuss zum 2:1.
Der FC Aarau muss sich beeilen, will er zum Schluss noch einmal etwas bewirken.
Dann kommt mit dem Schlusspfiff der Treffer zum 3:1-Sieg für Servette.
Das war's – die Aarauer unterliegen Servette deutlich und kassieren in ihrem 11. Challenge-League-Spiel ihre neunte Niederlage.
Enttäuschung bei den Spielern des FC Aarau.

Servette - FC Aarau (20.10.2018)

freshfocus

Der FC Aarau macht es den Berichterstattern in dieser Saison einfach: Copy-Paste! Das Fazit ist immer dasselbe: Anständig gespielt, trotzdem verloren! Der Aufwand für die Reporter besteht lediglich darin, die Namen der Gegner auszuwechseln und die Bilanz des Schreckens zu aktualisieren. Und so heisst es nach dem elften Spieltag und dem 1:3 gegen Servette: Niederlage Nummer neun und nun sieben Punkte Rückstand auf den Nichtabstiegsplatz. Der Abstand aufs rettende Ufer könnte gar noch grösser werden, wenn am Sonntag Chiasso gegen Wil punktet.

Es ist verhext! Abgesehen vom Totalausfall gegen Chiasso am sechsten Spieltag war keine der neun Niederlagen zwingend. Aber es war halt auch keine unverdient: Die Naivität, mit der die Aarauer sich die Tore Wochenende für Wochenende quasi selber reinhauen - Wahnsinn! Und der Leichtsinn, mit dem vielversprechende Konter und die Torchancen vergeben werden - unbegreiflich!

60:40 Prozent Ballbesitz, 8:2 Eckbälle, 19:8 Torschüsse: Servette war ohne Wenn und Aber die dominante Mannschaft. Doch die Genfer hätten sich nicht beschweren können, wenn es vor ihrem Ausgleichstreffer 2:0 für Aarau gestanden hätte. Stefan Maierhofer, der in der 34. Minute aus dem Nichts die Führung für die Gäste erzielte, hat unmittelbar vor dem 1:1 den zweiten Treffer für Aarau auf dem Kopf. Stattdessen trifft in der 58. Minute Servette-Flügel Stevanovic. Das Gleiche vor dem 2:1 für Servette: Sturm-Veteran Maierhofer (36) köpfelt aus wenigen Metern den Goalie an. Kurz darauf, in der 83. Minute, spaziert Severin durch die FCA-Abwehr und trifft. Auch danach hat Aarau Chancen - besser gesagt: Die Offensivkräfte schludern bei zwei vielversprechenden Kontern. Das i-Tüpfelchen auf die eigene Dummheit ist das 3:1 für Servette in der Nachspielzeit, bei dem dann sogar der zuvor starke Aarau-Goalie Nikolic danebengreift.

"Auch gegen die beste Mannschaft der Liga hätten wir punkten, ja siegen können. Aber einmal mehr belohnen wir uns nicht", sagt FCA-Trainer Patrick Rahmen, "der Schlüsselmoment war das verpasste 2:0. Im Gegenzug steht es 1:1. Es ist verflixt, erneut waren wir ebenbürtig. Aber davon können wir uns nichts kaufen."

Trotz der Wiederholung der Ereignisse - etwas hat dann doch überrascht: Nach dem 1:0, das zwar aus dem Nichts kam, dank leidenschaftlicher Abwehrarbeit aber verdient war, spielten die Aarauer bis zur Pause mit breiter Brust. Die Spieler trauten sich aus der eigenen Hälfte und wussten mit Ballstafetten zu gefallen. Doch nach der Pause war davon nichts mehr zu sehen: Statt das Selbstvertrauen mit in die zweite Halbzeit zu nehmen, igelten sich die Aarauer ohne Not wieder vor dem eigenen Strafraum ein. Nur dank Goalie Nikolic und Unvermögen im Abschluss erzielte Servette nicht schon früher den Ausgleich.

Warum der Rückfall in Angsthasen-Fussball? Rahmens Erklärung: "Wir wussten, dass Servette nach der Pause viel Druck machen wird und wollten zuerst wieder defensiv sicher stehen." Dieser Schuss ging nach hinten los. Bei der geballten Klasse im Servette-Sturm ist Rückzug kein gutes Mittel.

Das Unglück des FC Aarau nahm schon vor dem Anpfiff seinen Lauf: Beim Einlaufen zwickte es Goran Karanovic in der Leiste, so dass Mickael Almeida in die Startelf rutschte und Trainer Patrick Rahmen eine Wechseloption für die Offensive verlor. Almeida war denn auch in Genf ein Schatten seiner Vorschusslorbeeren, ja er war mit seinen vielen Ballverlusten ein Ärgernis.

Und so bringt das Unvermögen seiner Spieler den Trainer immer mehr in die Bredouille: Die Bosse haben Rahmen in der Länderspielpause trotz dem schlechtesten Saisonstart der FCA-Geschichte das Vertrauen ausgesprochen. Mit der Forderung: jetzt müssen Punkte her. Nach der Niederlage beim besten Team der Liga wird Rahmen kaum entlassen. Das wäre unfair und unlogisch. Doch in den kommenden zwei Spielen gegen Wil und in Chiasso muss die Trendwende erfolgen - egal wie!

Matchtelegramm

Servette FC – FC Aarau 3:1 (0:1)

Stade de Genève. – 2’158 Zuschauer. – SR: Horisberger. – Tore: 34. Maierhofer (Misic) 0:1. 58. Stevanovic 1:1. 83. Severin 2:1. 94. Follonier 3:1.

Servette: Frick; Sauthier, Routis, Rouiller, Severin; Cespedes (46. Maccoppi), Cognat (81. Imeri); Stevanovic, Wüthrich (76. Follonier), Alphonse; Schalk (76. Chagas).

Aarau: Nikolic; Peralta, Leo, Bürgy, Obexer (45. Mehidic); Liechti (62. Giger), Perrier, Zverotic, Misic (62. Peyretti); Almeida (78. Pepsi), Maierhofer.

Bemerkungen: Aarau ohne Schindelholz (gesperrt), Deana, Fillion, Frontino, Jäckle, Karanovic, Rossini, Schneuwly, Tasar, Thaler (alle verletzt) und Ramadani (nicht im Aufgebot). Servette ohne Busset, Lang, Souare (alle verletzt) und Duah, Koné und Sarr (alle nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 11. Obexer, 13. Schalk, 29. Severin, 90. Alphonse, 93. Maierhofer (alle Foulspiel).

Spiel verpasst? Lesen Sie hier die Partie im Liveticker nach: