Fabulous Valley, der siebenjährige Fuchswallach im Besitz des Dullikers Hans-Rudolf Maurer, wurde den Erwartungen gerecht und gewann nach dem Exploit vor einem Jahr am Sonntag im Aarauer Schachen auch den 71. Grossen Preis der Schweiz. Der erneuten Demonstration des in Iffezheim D von Waldemar Himmel trainierten Steeplers wohnten 9500 Zuschauer bei, die am Totalisator gut 94 000 Franken umsetzten.

Am Ende hiess der Sieger des über 4200 m führenden und mit insgesamt 50 000 Franken dotierten wichtigsten Schweizer Jagdrennens wieder Fabulous Valley, doch der Rennverlauf war ein anderer als 2017, als der Gast aus Deutschland die Konkurrenz von der Spitze aus dominiert hatte.

Thomas Gillet, der diesmal im Sattel sass, liess den Fuchs lange Zeit hinter dem führenden Horus de Pompadour galoppieren. Knapp drei Viertel des Rennens waren gelaufen, als Fabulous Valley im Bogen vor dem zweiten Tribünensprung das Tempo verschärfte und die Führung übernahm. Eine volle Runde war noch zu laufen und jetzt wurde das Rennen richtig selektiv.

Zuletzt hoch überlegen

Horus de Pompadour wurde vor dem Tribünensprung aus dem Rennen genommen. Fabulous Valleys erste Verfolgerin war nun die polnische Gaststute Inferna. Doch ihre Bemühungen blieben erfolglos: Nach der Hürde auf der Gegenseite wuchs der Vorsprung des Vorjahressiegers merklich an, und nach einer weiteren Tempoverschärfung im Schönenwerder Bogen war er endgültig ausser Reichweite für die fünf verbliebenen Konkurrenten.

Im Ziel betrug der Vorsprung deutlich über zehn Längen auf das Leichtgewicht Baraka de Thaix. Auf den Plätzen drei und vier folgten der Vorjahreszweite Blingless und Inferna. Be My Hope und Shannon Royal verloren über zehn Längen auf dieses Trio.

Es sei das für Fabulous Valley bestimmte Saisonziel gewesen, den GP Schweiz auch dieses Jahr zu gewinnen, schon wegen seines Schweizer Besitzers, sagte hinterher ein überglücklicher Waldemar Himmel. Der Trainer reitet den umgänglichen Fuchs im Training nach Möglichkeit selber. Ansonsten übernimmt seine Tochter, die erfolgreiche Amateurrennreiterin Judith Himmel.

Waldemar Himmel war überzeugt gewesen: «Beim zweiten Mal ist es schwieriger als beim ersten Mal, dieses Rennen zu gewinnen. Er hatte dem Jockey denn auch eine andere Order mit auf den Weg gegeben als dem letztjährigen Siegreiter: Das Pferd im Feld verstecken und es auf den letzten 1000 Metern richtig gehen lassen. Für den Trainer war klar gewesen: «Das kann Fabulous Valley.» Das Ergebnis: Andere Order, gleicher Effekt, sprich gleiche Überlegenheit wie 2017.

Ausgebliebene Revanche

Bei den Trabern kam es über 2525 Meter quasi zur Meisterschaftsrevanche. Am Schluss blieb die Revanche freilich aus: Un Géant d’Amour und Semola GK hatten vorne für eine flotte Fahrt gesorgt, sodass der mit Zulagen gestartete Meister Swedishman einen beachtlichen Rückstand wettmachen musste.

Seine Fahrerin Patricia Felber tat das einzig Richtige: Sie lancierte den Angriff schon eine Runde vor Schluss, machte aussen Meter für Meter gut, und im Finish setzte sich Swedishman knapp um einen Hals gegen Semola GK durch.

Einen Aargauer Sieg gab es im Hürdenrennen: Andrea Kretschmers Vaihau (Reiter Michael Huber, Trainer Hansjörg Speck) hatte wie vor zwei Wochen die Nase vorn. Auf der Flachen konnte Future Reference (Reiterin Nadja Burger, Trainer Hansjörg Speck) zwar nicht nachdoppeln, wurde aber immerhin Zweite zu Farha unter Tim Bürgin.

Bei den Trabern fuhr Heiner Bracher für den Mülliger Stall Bracher mit Desperado du Merle einen zweiten sowie mit Italianec und Pipilo Jet je einen dritten Platz heraus. Heiner Bracher ist auch der Trainer der drei Pferde.