Aargauer Cup

An einem Nadelstich gescheitert

Inmitten von jubelnden Gontenschwiler Anhänger und Spieler sitzt der enttäuschte Rothrister Lino Zobrist.

Inmitten von jubelnden Gontenschwiler Anhänger und Spieler sitzt der enttäuschte Rothrister Lino Zobrist.

Dem FC Rothrist misslingt beim 0:1 gegen den FC Gontenschwil die Titelverteidigung. Obwohl Rothrist die dominantere Mannschaft war, gelang den Akteuren kein Treffer. So reichte Gontenschwil ein einziges Tor.

Im Final des Aargauer Cups zwischen dem FC Rothrist und dem FC Gontenschwil läuft die 93. Minute. Der Titelverteidiger liegt mit 0:1 im Rückstand und wirft im Stadion Niedermatten in Wohlen nochmals alles nach vorne, während sich die Gontenschwiler mit Kräften gegen den drohenden Ausgleich stemmen. Tatsächlich bekommt Rothrist nach einem Foul an Samuel Fernandes Da Silva an der Strafraumgrenze einen Freistoss und damit die letzte Chance auf den Ausgleich zugesprochen. Lino Zobrist bespricht kurz mit seinen Mitspielern Markus Mijatovic und Dominik Sieber das Vorgehen und nimmt Anlauf, sieht seinen Ball aber von Gontenschwils Torhüter David Schaffner pariert.

Wenige Sekunden später ertönt der Schlusspfiff, die Niederlage ist Tatsache. «So ist Fussball», sagte ein gefasster Willy Neuenschwander nach der missglückten Titelverteidigung. «Wir waren ständig überlegen und kontrollierten das Spiel, haben aber aus unseren Möglichkeiten keine Tore gemacht», erklärte Rothrists Trainer. In der Tat agierten seine Spieler im Angriff zu ungeschickt, oft fehlte bei den Abschlussversuchen die Zielstrebigkeit. «Wir hätten gradliniger den Weg auf das Tor suchen müssen», bestätigte Neuenschwander. Stattdessen vergaben seine Spieler, allen voran Manuel Zobrist, reihenweise hochkarätige Möglichkeiten.

Ein total anderes Bild präsentierte sich beim FC Gontenschwil. Die Wynentaler traten von Beginn weg zwar sehr organisiert auf, taten aber wenig für das Spiel und beschränkten sich vornehmlich auf defensive Aufgaben. Nur selten tauchte der FCG vor dem Rothrister Tor auf, zeigte sich dabei aber äusserst kaltblütig.

Rothrist drückt auf den Ausgleich

Als sich Marco Ludin und Samuel Fernandes Da Silva in der 44. Minute über einen nicht zugesprochenen Einwurf zu ihren Gunsten beklagten, reagierte Dominic Hug blitzschnell flankte den Ball in den Strafraum. Weil Rothrists Torhüter Mato Majic die Hereingabe unterschätzte, konnte Sandro Zürcher ohne grosse Gegenwehr zum 1:0 für Gontenschwil einschieben. «Der Ball lag plötzlich frei», sagte Zürcher, «im Cupfinal muss man solche Chancen einfach nutzen.» Mit der glücklichen Führung im Rücken zog sich Gontenschwil nach der Pause noch tiefer zurück, teilweise standen alle zehn Feldspieler in der eigenen Platzhälfte.

«Das hat sich wegen des hohen Drucks von Rothrist so ergeben», sagte Gontenschwils Dany Bolliger. Gleichwohl habe man nach dem 1:0 erfolglos versucht, im Spiel nach vorne weiterhin einige Nadelstiche zu setzen. Bolliger kümmerte das jedoch wenig, «schliesslich braucht es in solchen Spielen immer etwas Glück.» Der gleichen Ansicht war Sandro Zürcher, der mit seinem Treffer den Aargauer Cupfinal entschied und damit zum Mann des Tages avancierte. «Das ist wunderschön», sagte der ehemalige Spieler des SC Schöftland, «der Cupsieg war unser Saisonziel, davon haben wir schon lange geträumt.»

Nachdem auf der Gegenseite für den FC Rothrist mit der verpassten Titelverteidigung ein Traum geplatzt ist, verfolgt der 2.-Liga-Tabellenführer nun ein anderes Ziel. «Nun wollen wir die Meisterschaft sauber zu Ende führen und aufsteigen», sagte Willy Neuenschwander. Den ersten Schritt in diese Richtung kann seine Mannschaft bereits am Sonntag beim Gastspiel in Gontenschwil hinter sich bringen. «Vielleicht ist dann das Glück auf unserer Seite», hoffte er.

Gontenschwil - Rothrist 1:0 (1:0)

Niedermatten. – 1500 Zuschauer. – SR Hanna. – Tor: 44. Zürcher 1:0.

Gontenschwil: Schaffner; Frangiosa, Skrzypczak, Bolliger, Bucher; Hug (79. Orosaj), Zahnd, Della Rossa, Zürcher; Fischer; Kurmann (57. Meier).

Rothrist: Majic; Ludin, Dias, Hüsser (52. Krajnovic), Sieber; Zobrist, Mijatovic, Hasani (66. Popaj), Fernandes Da Silva; L. Zobrist; Della Porta (54. Biland).

Bemerkungen: Rothrist ohne Raffa, Tsutis, Babele, Kqira (alle abwesend), Rizzo, Muino und Merdanovic (alle verletzt). – Verwarnungen: 45. Fernandes Da Silva, 62. Frangiosa, 67. Fischer (alle Foul).

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1