Tennis
An der Swiss Junior Trophy wurde gekämpft wie bei den Grossen

Nach einer heissen Woche ging die Swiss Junior Trophy am Sonntag mit den Einzelfinals zu Ende.Es gab zwar weniger Schweizer Sieger als noch in den Jahren zuvor, doch die Aargauer mochten dennoch mit zwei Halbfinalqualifikationen zu überzeugen.

Claudine Müggler
Merken
Drucken
Teilen
Der einzige Schweizer Sieger an der Swiss Junior Trophy: Jakub Paul in der Kategorie U14.

Der einzige Schweizer Sieger an der Swiss Junior Trophy: Jakub Paul in der Kategorie U14.

Otto Lüscher

Die Sonne brannte bereits am frühen Morgen auf den Platz im Tenniscenter Aarau West, als sich die ersten Spielerinnen und Spieler auf den Weg zu ihren Matches machten. Doch davon liessen sie sich nicht beirren oder gar vom Spielen abbringen, denn der Finaltag an der Swiss Junior Trophy stand auf dem Programm.

Das insgesamt acht Tage dauernde Turnier fand dieses Jahr bereits zum siebten Mal unter der Turnierleitung von Freddy Blatter im Tenniscenter Aarau West statt. Allerdings erhielt er tatkräftige Unterstützung vom TC Suhr als auch vom TC Entfelden.

«Heuer nahmen insgesamt über 360 Nachwuchsspielerinnen und Spieler am Turnier teil und es wurden 45o Partien ausgetragen, das hätten wir hier nicht alleine geschafft», betont Blatter.

Doch wie kommt ein Turnier, das international so berühmt ist ausgerechnet nach Oberentfelden? «Früher wurde es in Genf organisiert. Als dort die Tennisplätze geschlossen wurden, sah ich die Chance es hier zu organisieren», erklärt der Turnierdirektor.

«Am Anfang war es natürlich eine grosse Herausforderung, nur schon alleine genug Sponsoren zu finden. Mittlerweile haben wir aber Sponsoren, die schon seit dem ersten Jahr dabei sind.»

Der passionierte Tennisspieler, der in seiner Tennisschule momentan 250 Kinder und Jugendliche zählt, will diesen auch die Möglichkeit geben, selber am Turnier zu starten.

«Manche spielen mit, den anderen ist es eine Motivation, um später auch mal teilzunehmen. Das ist mit ein Grund, weshalb mir dieses Turnier so am Herzen liegt.»

An den Finals, die nach einer heissen und anstrengenden Woche am Sonntag stattfanden, wurde in den Kategorien U14, U16 und U18 gestartet. «Auch das ist etwas Besonderes hier», erklärt Blatter.

«Nirgendwo sonst wird ein Turnier über drei Altersklassen ausgetragen. Normalerweise spielen entweder die U14, die U16 oder die U18. Aber nicht zusammen an einem Ort.»

Die Spielerinnen und Spieler lieferten sich einige harte Kämpfe, es wurden Rackets zu Boden geschmissen und es wurde gestöhnt, schon fast wie bei den Grossen. Als einziger Schweizer konnte Jakub Paul in der Kategorie U14 einen Sieg feiern.

Nach einem zweieinhalb-stündigen Abnutzungskampf – es war das längste Spiel an diesem Tag – ging er gegen den Tschechen Daniel Velek als Sieger vom Platz.

Nicht ganz bis in den Final schafften es die Aargauer Amanda Schneider (U18), Dominique Meyer (U14) und Nikolaj Talimaa (U14). Sie vermochten dennoch zu überzeugen. Amanda Schneider nutzte in der U18-Kategorie die Gunst der Stunde und konnte gleich zwei Spiele im Hauptfeld gewinnen.

Während der Sieg gegen Luana Stanciu in der ersten Runde noch keine allzu grosse Überraschung war, vermochte sie in der zweiten Runde mit einem Erfolg über die an Nummer acht gesetzte Flyora Shiyanova zu überzeugen. Der Achtelfinal gegen die Japanerin Natsuho Arakawa bedeutete dann aber Endstation.

Noch erfolgreicher war die Aarauerin Dominique Meyer bei den unter 14-Jährigen. Bis vor ihrer Teilnahme an der Swiss Junior Trophy verfügte sie noch über kein Ranking, da sie bisher immer in der ersten Runde gescheitert war.

Die beiden Finalisten in der Kategorie U14: : Jakub Paul (SUI, rechts) und Daniel Velek(CZE) zusammen mit Turnierdirektor Freddy Blatter und dessen Frau.
6 Bilder
Siegerin bei den Frauen U14: Carmen Schultheiss aus Deutschland.
Der Italiener Mirko Cutuli gewinnt in der Kategorie U18.
Der Schweizer Martin Poplawski verliert seinen Final in der Kategorie U16
U18-Siegerin Sofia Zhuk aus Russland.
Die U18-Finalistinnen Sofia Zhuk(RUS, links) und Jaimee Fourlis(AUS).

Die beiden Finalisten in der Kategorie U14: : Jakub Paul (SUI, rechts) und Daniel Velek(CZE) zusammen mit Turnierdirektor Freddy Blatter und dessen Frau.

Otto Lüscher

Dies änderte sich letzte Woche. Meyer besiegte gleich drei Kontrahentinnen, darunter auch die an Nummer drei gesetzte Italienerin Benedetta Ivaldi. Im Halbfinal war dann aber Schluss für die junge Aargauerin.

Dank ihres Exploits wird Dominique Meyer erstmals in der Junioren-Weltrangliste der unter 14-Jährigen geführt.

In derselben Kategorie vermochte bei den Junioren Nikolaj Talimaa zu überzeugen. Wie Meyer erreichte auch er die Halbfinals und bezwang dabei seinen Landsmann Julian Mordig, gegen den er vor zwei Wochen an der Junioren Schweizer Meisterschaft noch verloren hatte.

Im Halbfinal war dann aber auch für Talimaa Endstation. Der junge Spieler unterlag dem Tschechen Daniel Velek.

«Nach dieser Woche kann ich ein durchwegs positives Fazit ziehen», bilanziert Blatter. «Auch dank den 60 freiwilligen Helfern lief alles reibungslos ab.» Ausserdem betonte der Tennistrainer: «Die Fairness, die zu jeder Zeit unter den Nachwuchssportlern vorhanden war, war wirklich vorbildlich.»