Amateurfussball
Wiedererstarkte Murianer und eine Klingnauer Achterbahn: So steht es um die Aargauer Teams der 2. Liga inter

Der Ligabetrieb geht in der fünfthöchsten Schweizer Spielklasse in die Winterpause. Von den Aargauer Vertretern konnten drei Teams während der Hinrunde überzeugen, zwei Klubs haben noch Luft nach oben.

Nik Dömer
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Der FC Klingnau hatte zum Saisonstart viele Verletzungen zu beklagen.

Der FC Klingnau hatte zum Saisonstart viele Verletzungen zu beklagen.

Alessandro Crippa / Aargauer Zeitung

Verletzungspech, Kanterniederlagen aber auch Überraschungssiege: Der FC Klingnau befand sich während 13 Partien auf einer Achterbahn. Dennoch ist Trainer Samir Bajramovic mit der Ausbeute von 16 Zählern zufrieden. Auch weil seine Spieler nach schwachem Start zurück in die Spur fanden: «Gerade zu Beginn der Saison hatte ich viele Ausfälle in der Verteidigung. Darauf waren wir nicht vorbereitet, ich musste die komplette Viererkette umstellen», erklärt der Trainer.

Mit den Siegen gegen den FC Dietikon oder den FC Mutschellen deutete Klingnau zwischendurch an, dass in der Mannschaft durchaus mehr Potenzial steckt, als nur um den Klassenerhalt zu spielen.

Doch die Klingnauer brachten sich mit Aussetzern (0:6 gegen FC Rotkreuz, 0:5 gegen den SC Schöftland, 0:7 gegen den FC Muri) immer wieder selber aus dem Tritt. «Das ist eine mentale Geschichte. Nach Rückständen fällt es uns schwer, eine Reaktion zu zeigen. Daran müssen wir in der Winterpause arbeiten, damit wir in der Rückrunde einen Schritt nach vorne machen können.»

Keine Willkommensgeschenke für Mutschellen

Auch der FC Mutschellen erwischte keinen optimalen Start. Wobei der Aufsteiger gleich gegen zwei Schwergewichte ranmusste. Der FC Rotkreuz und der SC Schöftland machten dem Neuling kein Willkommensgeschenk.

Der FC Mutschellen hat sich ins Mittelfeld der 2. Liga inter gearbeitet.

Der FC Mutschellen hat sich ins Mittelfeld der 2. Liga inter gearbeitet.

Alexander Wagner / FOTO Wagner

Trainer Sergio Colacino liess sich davon nicht aus der Ruhe bringen: «Unsere ersten Gegner waren physisch und läuferisch sehr stark. Aber das war auch gut, so merkten die Spieler, dass nun ein anderer Wind weht. Wir zogen darauf im Training die Schrauben an und konnten uns so schnell akklimatisieren.»

Inzwischen ist der FC Mutschellen in der Liga angekommen. Dass sich der kleine Provinzverein auch gegen die grossen Klubs nicht verstecken muss, wurde beim 1:0-Sieg gegen den FC Muri verdeutlicht. Die gefährlichste Offensive der Liga brachte gegen Mutschellen kein Tor zustande. «Das ist der Schlüssel zum Klassenerhalt. Ich will eine toporganisierte Mannschaft, bei der alle Spieler auch defensiv mitarbeiten.»

In der Hinrunde haben Colacinos Spieler 18 Punkte gesammelt und liegen im Mittelfeld der Tabelle. «Das hätte ich vor der Saison sofort unterschrieben. Besonders der letzte Sieg gegen Sursee war wichtig, so können wir mit einem positiven Mindset in die Pause.»

Zofingen auf der Suche nach Konstanz

Mit einem Sieg verabschiedete sich auch der SC Zofingen in die Winterpause. Gleich mit 5:0 bodigte das Team von Hansruedi Birrer den FC Wangen bei Olten. Das Resultat täuscht aber nicht darüber hinweg, dass die erste Hälfte der Saison nicht zufriedenstellend war.

Trainer Birrer will nichts beschönigen. Gemessen am Aufwand sind die 18 Punkte eine zu magere Ausbeute: «Besonders zuhause haben wir leichtfertig Punkte verschenkt. Eigentlich sind wir ein heimstarkes Team, doch uns ist nur ein Sieg gelungen.»

Almedin Hodzic (27) gehört bei Zofingen zu den ältesten Spielern.

Almedin Hodzic (27) gehört bei Zofingen zu den ältesten Spielern.

Otto Lüscher / Oltner Tagblatt

Trotzdem ist sich der Trainer sicher, dass sich das Team auf dem richtigen Weg befindet. «Wir haben das jüngste Team der Liga. Uns war klar, dass es da Höhen und Tiefen in einer Saison geben wird.» Für die Rückrunde erhofft sich Birrer, dass die Mannschaft an Konstanz zulegen kann. «Wenn wir unser Potenzial ausschöpfen, dann sollte eine Top-6-Platzierung für uns ein realistisches Ziel sein.»

Murianer haben ihre alte Stärke gefunden

Beim Blick auf die Tabelle wird klar, der FC Muri ist wieder ein Topteam. Mit 26 Punkten nach 13 Spielen weilt die Mannschaft von Piu Nascimento auf dem 2. Platz. Vergessen ist die schwierige letzte Saison, in der die Murianer in 12 Spielen nur 17 Punkte sammeln konnten.

Der FC Muri spielt mit viel Disziplin und holt sich kaum Strafpunkte.

Der FC Muri spielt mit viel Disziplin und holt sich kaum Strafpunkte.

Hans Peter Schläfli / Solothurner Zeitung

Trainer Piu ist dennoch nicht ganz zufrieden mit der Ausgangslage. Der Rückstand (11 Punkte) auf den FC Rotkreuz müsste kleiner sein: «Wir konnten unsere Dominanz nicht immer in Punkte ummünzen. Da müssen wir noch über die Bücher.»

Trotzdem ist inzwischen klar: Trainer Piu und der FC Muri, das passt. Das Team präsentiert sich in der zweiten Saison unter dem brasilianischen Coach abgeklärt, ruhig und torhungrig. Muri hat am meisten Tore erzielt (37) und am wenigsten Strafpunkte gesammelt (16).

Die Entwicklung gefällt dem Trainer: «Ein paar Spieler mussten aussortiert werden, damit die Stimmung besser wird. Inzwischen stimmt die Teamchemie. Kommt dazu, dass wir weniger Verletzungen haben. Wenn das so bleibt, werden wir weiterhin ganz vorne mitspielen können.»

Schöftland verabschiedet sich vom Mittelmass

Es ist schon fast eine kleine Überraschung: Der SC Schöftland gehört an dritter Stelle mit 26 Punkten zur Verfolgergruppe des Tabellenführers FC Rotkreuz. Sind die Zeiten des Mittelmasses nun vorbei?

Nur der FC Rotkreuz (rotes Trikot) konnte mehr Punkte als Schöftland sammeln.

Nur der FC Rotkreuz (rotes Trikot) konnte mehr Punkte als Schöftland sammeln.

Bild: Maria Schmid (rotkreuz

Trainer Sven Osterwalder gibt sich zurückhaltend. «Unsere Leistung in der Hinrunde hat die Erwartungen übertroffen. Aber die Resultate geniesse ich mit Vorsicht. Einige Gegner sind noch nicht richtig auf Touren gekommen.»

Trotzdem: Wenn die Konkurrenz schwächelt, ist der SC Schöftland da. Vier Siege ohne Gegentreffer gab es zum Auftakt: «Im Sommer hatten wir vier Abgänge, die waren schmerzhaft. Aber das Team ist dadurch näher zusammengerückt und hat sich in einen Rausch gespielt. Inzwischen ist viel Selbstvertrauen da und wir haben grosse Lust darauf, dass wir auch in der Rückrunde um die vorderen Plätze mitspielen können», betont Osterwalder.

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