Der Handball-Kanton Aargau ist wieder mit zwei Teams in der NLA vertreten. Der TV Endingen ist nach einem Jahr Absenz zurück in der höchsten Schweizer Liga. An den Machtverhältnissen der vergangenen Jahre wird sich dadurch allerdings nichts ändern, der HSC Suhr Aarau ist und bleibt klar der Platzhirsch im Kanton.

Das zeigt sich schon allein darin, dass die Saisonziele der beiden Klubs kaum unterschiedlicher sein könnten: Während sich der HSC seiner kontinuierlichen Weiterentwicklung verschrieben hat, und folgerichtig den Playoff-Halbfinal als offizielle sportliche Zielsetzung vorgegeben hat, orientiert sich der TVE eher am Tabellenende und gibt den Ligaerhalt als Saisonziel aus.

Die Surbtaler wollen ihr Image als Liftmannschaft abstreifen und erstmals seit dem Aufstieg 1996, als der TVE sieben Jahre a-klassig war, endlich wieder einmal mehr als eine Saison am Stück in der NLA spielen.

Der HSC operiert fast mit dem doppelten Budget des TVE

Die unterschiedlichen Ausgangslagen für die neue Saison schlagen sich auch in den jeweiligen Budgets nieder: Während sich der HSC die 1. Mannschaft mit allem Drum und Dran 975'000 Franken kosten lässt, operiert der TVE mit gerade einmal 500'000 Franken. Das Budget von Suhr Aarau hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 75'000 Franken erhöht, dasjenige der Endinger ist in etwa gleich geblieben.

Kadertechnisch muss der HSC die Abgänge beziehungsweise Rücktritte von Martin Prachar, Beau Kägi und Nikola Isailovic verkraften. Neben dem neu verpflichteten Sergio Muggli dürften Spieler wie Manuel Zehnder, Lukas Laube oder auch Cedric Christ mehr Verantwortung tragen als noch in der vergangenen Saison.

HSC Suhr Aarau: Ausgabe 2019/20

HSC Suhr Aarau: Ausgabe 2019/20

Beim TVE sticht die Verpflichtung von Torhüter Vít Schams ins Auge, der nach der Posse um den kurzfristigen Abgang von Christophoros Nungovitch aus Tschechien ins Zurzibiet gestossen ist. Des Weiteren sollen Claudio Vögtli, Sven Schafroth und Noah Grau die Abgänge von Tano Baumann, Sebastian Kündig und Armin Sarac vergessen machen.

TV Endingen: Ausgabe 2019/20

TV Endingen: Ausgabe 2019/20

Neuer Modus: Final- und Abstiegsrunde entfallen

In der NLA wird in dieser Saison bereits wieder nach einem neuen Modus gespielt – nur zwei Jahre nach der letzten Anpassung. An die Stelle von Hauptrunde und Final- beziehungsweise Abstiegsrunde tritt eine ausgedehnte Hauptrunde. In dieser wird von Ende August bis Ende März eine Dreifach-Runde ausgetragen, jedes der zehn Teams bestreitet also 27 Partien. Ab April wird der Meister in den Playoffs ermittelt. Den einzigen Absteiger in die NLB machen die beiden letztklassierten Teams in einer Playout-Serie aus.