Freitag. Eine Nacht ist vergangen, seit der bitteren Pleite im Aargauer Derby. Gleich mit 15:30 wurde der TV Endingen am Vorabend vom HSC Suhr Aarau aus der Schachenhalle geschossen. Statt nun aber am Freitag die Wunden zu lecken, gingen die Verantwortlichen des TV Endingen in die Offensive – und präsentierten mit Zoltan Majeri den neuen Trainer, der das Team per 1. Januar 2018 übernimmt.

Übergangslösung wird abgelöst

Nach dem überraschenden Rücktritt des Endinger Trainerduos mit dem Aufstiegstrainer Peter Szilagyi und Goalietrainer Philipp Ramseier waren Anfang November der ehemalige Erfolgstrainer Toni Hasler, der eigentlich als Teammanager vorgesehen gewesen war, sowie die beiden verletzten Spieler Nemanja Sudzum und Leonard Pejkovic eingesprungen. Den Verantwortlichen war von Beginn weg klar, dass dies nur eine Übergangslösung für einen begrenzten Zeitraum sein kann.

Der serbische Shooter Sudzum kehrt langsam ins Team zurück und zeigte nach seiner Schulterverletzung im Derby schon wieder eine ansprechende Leistung – als einer der wenigen in seinem Team. Der slowenische Kreisläufer Pejkovic hofft nach der Pause im Januar wieder auf der Platte zu stehen. «Es gibt noch viel zu tun», sagte Hasler nach dem klar verlorenen Derby lakonisch. Stimmt und einen nicht unwesentlichen Teil davon müssen auch er und der neue Trainer leisten.

Ehemaliger GC-Torhüter

Und seit Freitagnachmittag ist auch klar, wer der genannte «neue Trainer» ist. Ab Januar übernimmt Zoltan Majeri das Traineramt beim TV Endingen. Der 44-jährige Kosmopolit ist in der Schweiz kein unbeschriebenes Blatt. Hütete er doch während knapp zwei Saisons das Tor der Grasshoppers.

Majeris Vater ist Franzose, die Mutter aus Ungarn, er selber besitzt auch die rumänische Staatsbürgerschaft. Als Aktiver hat der ehemalige Torhüter eine lange und bewegte Geschichte hinter sich: So lief er unter anderem in Deutschland, Ungarn, Mazedonien, der Ukraine, Dänemark, Island und eben für die Grasshoppers.

Lange Zeit in der Romandie tätig

Mit Zaporoschje spielte er einst auch in der Champions League. Zudem schmücken mehrere nationale Meistertitel und Cupsiege in den diversen Ländern sein Palmares. Als Trainer wirkte der 1,92 Meter grosse Goalie bei Fram Reykjavik im handballverrückten Island, zuerst im Nachwuchs, anschliessend im Fanionteam.

Die vergangenen knapp sieben Jahre agierte der sprachgewandte Rumäne, der nicht weniger als acht Sprachen spricht, beim Erstligisten US Yverdon, wo er als Trainer und Direktor der Handballakademie in Genf arbeitete.

Mit Endingen übernimmt Majeri den Tabellenletzten der NLA. Er wird sich in erster Linie um das Fanionteam kümmern, daneben aber auch diverse Juniorteams trainieren. Im regionalen Leistungssportzentrum «Harz» und der neuen Organisation HSG Aargau OST, bestehend aus zehn Vereinen der Region, wird er Übungseinheiten mit den talentierten Junioren der Region absolvieren. Denn das Ziel von Endingen bleibt unter dem Motto «12/12» dasselbe wie zuvor: Das heisst sich unter den besten 12 Teams des Landes zu platzieren, möglichst mit eigenen Spielern aus der Region.

Umzug nach Endingen

Majeri wird seine Zelte in der Romandie abbrechen und mit seiner Familie nach Endingen ziehen. Der Kontakt zwischen ihm und dem Klub kam über Martin Pauli, einem der versiertesten Goalietrainer des Landes, zustande. Pauli wirkte sieben Jahre in Endingen als Trainer der Keeper. Eingefädelt hat die Verpflichtung des neuen Trainers TVE-Geschäftsführer Christian Villiger, selber ein ehemaliger Goalie: «Ich hatte schon beim ersten Gespräch mit Villiger ein gutes Gefühl», betont Majeri.

Er unterschrieb einen Vertrag bis zum Ende der laufenden Saison und für die kommenden zwei Spielzeiten. «Die Mannschaft hat viel Wille und Herz. Sie wollen für diesen Verein spielen», sagt Majeri, der beim Derby dabei war. «Das ist für mich eine der wichtigsten Komponenten», betont er.

Die Arbeit wird dem neuen Trainer in nächster Zeit sicherlich nicht ausgehen, hat man doch gegen den HSC gesehen, dass die Mannschaft momentan einiges an Verunsicherung in sich trägt. «Sie hatten einen schlechten Tag. Da müssen wir viel arbeiten. Im Kopf und auf der Platte», sagt der neue Trainer. Ab dem 3. Januar wird er versuchen, der Mannschaft seine Ideen zu implementieren und Endingen wieder in die Spur zu bringen.