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Am GP in Gippingen wäre die Zeit wäre reif für einen Aargauer Sieg

Der «Grosse Preis des Kantons Aargau» wird heute zum 51. Mal in Gippingen ausgetragen. Am grössten Eintagesrennen der Schweiz ist ein hochkarätiges Teilnehmerfeld zugegen. Unter den 17 Mannschaften findet man zwei amtierende Weltmeister.

August Widmer
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Der grösste Aargauer Trumpf: Silvan Dillier aus Schneisingen.

Der grösste Aargauer Trumpf: Silvan Dillier aus Schneisingen.

Strassenweltmeister Rui Costa trifft auf Mountainbike-Weltmeister Nino Schurter. Mit Fabian Cancellara (Flandern-Rundfahrt), Philippe Gilbert (Amstel-Gold-Race) und Alexander Kristoff (Mailand-San Remo) sind zudem drei Fahrer am Start, die heuer bereits einen Klassiker gewonnen haben. Als Spezialisten für Eintagesprüfungen werden sie in Gippingen vorne erwartet. Vorjahressieger Michael Albasini, die ehemaligen Tour-de-France-Sieger Cadel Evans und Andy Schleck sowie Samuel Sanchez, 2008 Olympiasieger, sind auch Anwärter auf einen der vordersten Plätze.

In der Geschichte des vor 50 Jahren erstmals ausgetragenen Rennens fehlt nach wie vor ein einheimischer Sieger. Mit Silvan Dillier (Schneisingen), Mirco Saggiorato (Ehrendingen) und Pirmin Lang (Aarburg) ist heute ein Aargauer Trio am Start. Die besten Chancen auf einen Spitzenplatz werden Dillier zugetraut. Er hat sich bei «BMC» gut etabliert und seine Position erkämpft.

Dillier fährt im Moment so stark, dass er auch für die Tour de Suisse nominiert wurde: «In der Saisonplanung war der Start an der Tour de Suisse noch kein Thema.» Der 23-Jährige kam dank guter Leistungen zu diesem Aufgebot. Die Selektion bringt Dillier in ein Dilemma: «Am Tour-de-Suisse-Prolog vom Samstag in Bellinzona möchte ich eine gute Leistung zeigen. Gippingen ist jedoch mein Heimrennen. Da stehen viele meiner Fans am Strassenrand.» Die Rennsituation wird entscheiden, ob Dillier vorne mitfährt oder Gippingen als Vorbereitung für die Tour de Suisse nutzt.

Für Mirco Saggiorato und Pirmin Lang ist die Ausgangslage klarer: Beide sind an der Tour de Suisse nicht dabei. Sie müssen sich heute nicht zurückhalten. Da Saggioratos Team in Gippingen nicht am Start ist, fährt der Ehrendinger in der Nationalmannschaft: «Ich komme gerade aus der Bayern- und der Luxemburg-Rundfahrt.

Leider habe ich mich an diesen Rennen etwas erkältet. Aber heute bin ich wieder fit.» Pirmin Lang kommt wie seinem IAM-Team eine Animatoren-Rolle zu. Bereits am Amstel Gold-Race, bei Lüttich-Bastogne-Lüttich und an der Tour de Romandie lag Lang viele Kilometer voraus. Erst kurz vor dem Ziel wurde er jeweils gestellt. Aber wer weiss: Vielleicht geht ja die Rechnung in Gippingen plötzlich auf.