Zwar verschlief das Heimteam den Start, dennoch endete das erste Drittel unentschieden mit 3:3. Das mittlere Spieldrittel gestaltete sich ebenfalls ausgeglichen. Und so fiel im rasanten Spiel – der Puckbesitz wechselte sich munter zwischen den Teams ab – ein Tor ums andere. Nach dem Mitteldrittel waren die beiden Teams mit 6:6 wiederum gleichauf. Im letzten Drittel baute die Heimmannschaft kontinuierlich ab und musste die Luganesi ziehen lassen. Letztlich fehlte einfach die Kraft, um das hohe Level bis zuletzt durchzuhalten. Dazu kamen unnötige Strafminuten.

Kein Wunder, denn liegt eine kräftezehrende Saison hinter Reinach, nicht zuletzt, weil Stammspielerinnen wie Stefanie Marty, Rahel Michielin, Anja Stiefel, Sarah Küng, Julia Marty und Claudia Riechsteiner immer wieder verletzt ausfielen. Ebenfalls für mehrere Wochen out waren Carmen Hänggi (U18-Nationalspielerin) und Nadja Vakaricic (Lebensmittelvergiftung). Seit gestern gibt es bei den Reinachern mit Lara Stalder zudem eine weitere Nationalspielerin, die sich verletzte.

Zwillinge mit Ausland-Erfahrung

«Wir hätten heute eine Torjägerin wie Stefanie Marty dringend gebraucht», erklärt Teamleiter Franz Pelloli. Eine solche Spielerin kann den Unterschied von drei, vier Toren in einem Playoff-Halbfinal ausmachen. Pelloli ist sichtlich stolz, dass er die Marty-Zwillinge auf diese Saison hin verpflichten konnte. Denn beide haben während vier Jahren in Nordamerika gelebt und in der dortigen College-Liga gespielt. Die 24-jährigen Studentinnen haben seither noch eine professionellere Einstellung zum Eishockey. Sie üben fast schon eine Vorbildfunktion im Team aus.

Trotzdem haben sich die beiden wohl ihre erste Saison beim SC Reinach anders vorgestellt. Die Marty-Twins spielten von insgesamt 15 Spielen verletzungshalber lediglich fünf gemeinsam. «Klar, bin ich enttäuscht nach einer Niederlage», meint Julia Marty. Doch gewinnen die Marty-Zwillinge der Situation auch etwas Positives ab. «Letztes Jahr sind die Reinacherinnen noch sang- und klanglos im Halbfinal der Play-offs ausgeschieden. Dieses Mal konnten wir einer starken Mannschaft die Stirn bieten.»