Handball NLB
Altstar Marcus Hock setzt seine Handballkarriere beim STV Baden fort

Der 35-jährige Rückraumspieler Marcus Hock hat auf diese Saison hin innerhalb der Nationalliga B vom TV Möhlin zum Ligakonkurrenten STV Baden gewechselt.

Leandro De Mori
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Der deutsche Rückraumspieler Marcus Hock, hier noch während seiner Zeit beim TV Möhlin.

Der deutsche Rückraumspieler Marcus Hock, hier noch während seiner Zeit beim TV Möhlin.

Alexander Wagner

Städtli war bereits vor dieser Saison an einer Verpflichtung des Deutschen interessiert gewesen. Die Gespräche zwischen Baden und Hock kamen durch Trainer Björn Navarin zustande. Die beiden kennen sich aus gemeinsamen Zeiten in der Bundesliga.

Hock spielte mit offenen Karten, gab zu verstehen, dass er nicht mehr bereit ist, wöchentlich fünf Trainings zu bestreiten. «Ich trainiere jetzt drei Mal die Woche. Die Mannschaft vier Mal. Den Montag lasse ich aus. Das passt für alle und ich bekomme mehr Zeit für mich und meine Familie.»

Ungewöhlicher Schritt

Es war im Jahr 2011, als Hock den eher ungewöhnlichen Schritt aus der Bundesliga in die Schweiz machte. Ausschlaggebend dafür war in erster Linie seine Frau, die in der Region ein Jobangebot erhalten hatte. Kam hinzu, dass Hock, der damals beim HC Erlangen bei Nürnberg unter Vertrag stand, einem Wechsel nicht abgeneigt war.

Schnell kam er auch damals schon mit Navarin, dem damaligen Trainer von Suhr Aarau, ins Gespräch. Weil sich der HSC aber aufgrund eines schlechten Saisonstarts zu diesem Zeitpunkt bereits verstärkt hatte, kam es nicht zum Wechsel. Stattdessen fand der Rückraumspieler im TV Möhlin einen neuen Verein. Nur ein Treffen hatte es gebraucht, da gehörte Hock bereits zum Team des NLB-Klubs.

Fünf Trainings wurden zu viel

Bei Möhlin musste Hock fünf Mal die Woche trainieren. Das wurde mit der Zeit zur Belastung. «Man braucht auch mal Zeit für Alltägliches, wie Arzt- oder Coiffeurbesuche», sagt er. Durch die grosse Trainingsbelastung blieb ihm kaum noch Platz für andere Dinge.

Sein Tagesablauf gestaltete sich Woche für Woche gleich, gleich ermüdend. Von früh morgens bis abends stand die Arbeit auf dem Programm, nach der Arbeit kehrte er zurück nach Hause. Manchmal reichte die Zeit, für ein kurzes Abendessen. Manchmal ging er direkt ins Training, bis 22 Uhr. Und das jeden Tag.

Als einzigen gemeinsamen freien Tag hatten Hock und seine Frau den Sonntag. Doch das war für beide zu wenig. «Meine Frau und ich wollten einfach mehr Zeit zusammen verbringen. Ausserdem haben wir ein Haus in Kaisten. Auch für solche Sachen brauchen wir Zeit, die ich mit fünf Trainingseinheiten pro Woche nicht hatte.»

Einen Gang zurückschalten

Hock wollte einen Gang zurückschalten und beendete deswegen die Zusammenarbeit mit dem TV Möhlin nach fünfeinhalb Jahren. Als ganz persönliches Highlight bei den Fricktalern bezeichnet er selber den Aufstieg in die NLB. «Es war insgesamt eine tolle Zeit in Möhlin.»

Als die vergangene Saison beendet war, wusste Hock noch nicht, wie er seine Zukunft gestalten würde. Er absolvierte teilweise die Saisonvorbereitung mit dem TV Möhlin – nach Lust und Laune.

Mit Sydney nahm er als Gastspieler an einem internationalen Turnier in Katar teil. Erst da wurde ihm klar, in welche Richtung sein Leben weitergehen würde: «Ich habe gemerkt, dass ich noch Lust zum Spielen habe.»

Baden als optimale Lösung

Die Möglichkeit seine Handball-Leidenschaft mit mehr Freizeit zu vereinen, erhielt Hock beim STV Baden. Er kann hier nicht nurweiter dem Sport seines Herzens nachgehen, sondern das Ganze auch noch weiterhin auf NLB-Niveau ausüben. Hock fühlt sich wohl. Die Mannschaft hat ihn gut aufgenommen, mit dem Trainer versteht er sich und die Ziele stimmen für ihn.

«Wenn ich nur wegen des Trainings gewechselt hätte, hätte ich auch in die Erste oder Zweite Liga wechseln können. In Baden bin ich aber gefordert und das Team hat Ambitionen.» Nach dem gelungenen Saisonstart mit drei Siegen aus drei Spielen spricht Hock davon, dass man die Saison im oberen Drittel der NLB-Tabelle beenden wolle.

Jahr für Jahr Bilanz ziehen

Seine Zukunft lässt der 1,98 Meter grosse Rückraumspieler offen. Er will künftig Jahr für Jahr Bilanz ziehen und dann schauen, wie es weitergehen soll. Er kann sich sowohl vorstellen, noch länger aktiv zu bleiben, oder aber auch ein Team als Trainer zu übernehmen.

«In meinem Alter muss man jedes Jahr schauen, ob man noch weiterspielen kann oder nicht. Deshalb lasse ich die Zukunft bewusst offen. Ich bin nun seit 31 Jahren aktiv. Dass Handball also ganz wegfällt, schätze ich als ziemlich unwahrscheinlich ein. Handball ist ein grosser Faktor in meinem Leben.»