Die Qualifikation für die Aufstiegsrunde zur Nationalliga A haben die Aarauer Basketballer nur mit Mühe geschafft, waren dabei gar noch auf Hilfe der direkten Konkurrenten aus Winterthur und Vevey angewiesen. Auch spielerisch wussten die Aarauer nicht immer zu glänzen und konnten ihr zweifellos vorhandenes Potenzial nicht voll ausschöpfen, unter anderem weil sie wiederholt mit Verletzungen zu kämpfen hatten.

Doch nach mehr als der Hälfte der Aufstiegsrunde sieht alles ganz anders aus: Dem Team von Trainer Milenko Tomic ist der sportliche Aufstieg ins Oberhaus fast nicht mehr zu nehmen und im Kampf um den NLB-Titel steht es in der Pole Position.

Was also hat sich geändert? «Die Qualifikation war äusserst nervenaufreibend und hat enorm viel Kraft gekostet. Dass wir die Aufstiegsspiele erreicht haben, war ein richtiger Befreiungsschlag», nennt Trainer Tomic einen Grund. Kommt hinzu, dass derzeit alle Stammspieler fit sind und über die nötige Erfahrung in wichtigen Spielen verfügen.

Ein weiterer Faktor ist Adam Mirkovic. Der Serbe wurde für die Aufstiegsrunde verpflichtet und hat dank seiner Vielseitigkeit das Spiel der Aarauer bereichert. Vor allem unter dem Korb und in der Offensive hat die Alte Kanti mehr Durchschlagskraft und Präsenz als noch in der Qualifikation. Im Sog von Mirkovic fanden auch James St. Robert und Dejan Hohler zu alter Stärke zurück.

Aufholjagd nicht belohnt

Doch ausgerechnet am Freitag im Duell mit NLA-Vertreter Boncourt, in dem die Aarauer eine Vorentscheidung im Titelkampf hätten herbeiführen können, lief es nicht nach Wunsch. Die Jurassier dominierten das Geschehen in der Telli anfänglich nach Belieben, spielten schnell und verteidigten äusserst geschickt. «Sie waren schlicht besser vorbereitet und waren taktisch hervorragend eingestellt», lobte Tomic. Die Konsequenz: Aarau lag nach zehn Minuten mit 8:24 zurück. In dieser Phase blieben vor allem die Leistungsträger Mirkovic, Hohler und Lehmann blass. Einzig St. Robert erreichte sein gewohntes Niveau.

Aarau konnte den zwischenzeitlichen 20-Punkte Rückstand zwar nach knapp 30 Minuten auf vier Zähler reduzieren, doch just in dem Moment, als die Wende möglich schien, gaben die Aarauer das Zepter wieder aus der Hand. Nach einigen zweifelhaften Entscheiden des Schiedsrichter-Trios kochten die Emotionen hoch.

Die Gastgeber verloren den Faden und versuchten es mit der Brechstange. Ein hoffnungsloses Unterfangen gegen ein clever agierendes Boncourt, das verdient mit 87:74 gewann. Trotz der Niederlage bleibt Aarau auf Meisterkurs und kann mit einem Sieg gegen Swiss Central am kommenden Samstag (17 Uhr, Telli) die Vorentscheidung schaffen.