Die Erinnerungen sind noch immer präsent. Die Erinnerungen an das letzte Cupspiel des BC Alte Kanti Aarau in der Tellihalle. Vor einem Jahr waren die Aarauer drauf und dran, den damaligen Schweizer Meister Lugano aus dem Wettbewerb zu spedieren. Am Ende hatte es aber nicht ganz gereicht. Trotzdem war es einer der stärksten Aarauer Auftritte in der eigenen Halle.

Tellihalle mutiert zum Hexenkessel

Nun bietet sich dem NLB-Meister erneut die Gelegenheit, einem NLATeam ein Bein zu stellen. Morgen Abend (20 Uhr) gastiert der BC Boncourt in der Telli. Die Jurassier sind in doppelter Hinsicht ein gutes Los für das Team von Milenko Tomic. Einerseits ist Boncourt schwächer einzustufen als Lugano – in der laufenden Meisterschaft konnten sie noch kein Spiel gewinnen – und zum anderen ist Boncourt bekannt für seine heissblütigen Fans. Die Tellihalle dürfte also wieder einmal zum Hexenkessel werden.

Trotz der vermeintlich einfacheren Auslosung ist der BC Alte Kanti Aarau der klare Aussenseiter. «Boncourt ist uns bezüglich Athletik und Aggressivität überlegen. Wir müssen irgendwie versuchen, dagegenzuhalten und die höhere Intensität anzunehmen», so Trainer Tomic.

St. Robert könnte zum Aarauer Matchwinner werden

Dabei könnte der neu verpflichtete Center James St. Robert zu einer Schlüsselfigur werden. Der 2,03 Meter grosse Modellathlet aus den USA hat in der laufenden Meisterschaft überzeugt. Er holte in den bisherigen zwei Partien 35 Rebounds, erzielte 28 Punkte und glänzte wiederholt mit clever gestellten Blocks und guten Pässen auf die freistehenden Mitspieler an der Drei-Punkte-Linie. «Ich möchte meinen Teamkollegen auf dem Platz Selbstvertrauen geben, damit sie daran glauben, Boncourt schlagen zu können. Mit meiner Erfahrung kann ich ihnen dabei helfen», so der Amerikaner.

Ohne Druck zur Überraschung

Auch Tomic glaubt, dass St. Robert mit seiner Athletik zu einem entscheidenden Faktor im Aarauer Spiel werden kann. Der Trainer dämpft aber die Erwartungen: «Das Problem ist, dass unser Gegner drei oder vier Spieler eines Kalibers wie James St. Robert in seinen Reihen hat. Für uns wird es sehr schwer, aber wir können ohne Druck aufspielen.»

Die Bedingungen als grosser Heimvorteil

Und noch etwas spricht für die Aarauer, die seit dem Cup-Aus vor einem Jahr in der eigenen Halle kein Spiel mehr verloren haben: die Bedingungen in der Telli-Halle. Gespielt wird auf einem für NLA-Teams ungewohnten Gummiboden, bei schummrigem Licht und mit Zuschauern, die sehr nahe am Spielfeld sitzen. «Dass die Fans beinahe mit dir auf dem Platz stehen, ist eine zusätzliche Motivation», meinte auch St. Robert nach seiner Premiere in der Telli. Läuft für die Aarauer alles optimal, bleibt diesmal mehr als nur eine schöne Erinnerung.