Basketball
Alte Kanti Aarau sah im wichtigsten Spiel der Vereinsgeschichte alt aus

Im Viertelfinal endete das Cup-Abenteuer der Alten Kanti Aarau. Die NLB-Equipe verlor gegen das oberklassige Hope Genève deutlich mit 34:77.

Fabio Baranzini
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Die Aarauerin Melanie Roth: Ball nie aus den Augen verloren, die Gegnerinnen aus Genf schon. fba

Die Aarauerin Melanie Roth: Ball nie aus den Augen verloren, die Gegnerinnen aus Genf schon. fba

Fabio Baranzini

Knapp zwanzig Minuten waren in der Tellihalle gespielt. Ein Blick auf die Anzeigetafel verhiess nichts Gutes: 14:36. Lange Gesichter auf der Aarauer Bank und auch Trainer Milenko Tomic war für seine Verhältnisse sehr ruhig. Gerade einmal zwei Punkte hatten seine Spielerinnen im zweiten Viertel erzielt. Der NLA-Vertreter Hope Genève kannte kein Pardon und zog davon. So hatten sich die Aarauerinnen den Cup-Viertelfinal – das bislang wichtigste Spiel in der Vereinsgeschichte – ganz bestimmt nicht vorgestellt. Von einem Sieg zu träumen, wäre vermessen gewesen, aber die Spielerinnen und die zahlreich erschienen Fans hatten darauf gehofft, die Favoritinnen aus der Westschweiz etwas länger zu fordern.

Michaux überragend

So wie in den ersten Spielminuten, als die Alte Kanti das spielbestimmende Team war. Dank zwei Treffern von Eva Moldovanyi und einer konzentrierten Leistung in der Defensive führten die Aarauerinnen nach fünf Minuten mit 4:0 und lagen nach dem ersten Viertel nur drei Punkte zurück. Doch dann drehten die Genferinnen auf – allen voran Nationalspielerin Jalinka Michaux. Die 26-jährige Spielmacherin erzielte 20 Punkte und setzte ihre Teamkolleginnen immer wieder gekonnt in Szene. In dieser Phase des Spiels war der Klassenunterschied augenfällig. «Genf war uns in allen Belangen überlegen. Sie waren technisch besser, haben besser geworfen und waren zudem auch körperlich im Vorteil», musste Aarau-Coach Milenko Tomic neidlos anerkennen. Seine Spielerinnen waren im zweiten Viertel überfordert. Im Angriff fehlte die Linie, die Abschlüsse waren überhastet und in der Defensive kamen die Aarauerinnen oftmals den berühmten Schritt zu spät.

Schaden in Grenzen gehalten

Doch trotz des klaren Rückstandes zur Hälfte steckten die Gasteberinnen nicht auf und zeigten in der zweiten Hälfte eine ansprechende Leistung. Zumindest in punkto Einsatz boten sie den Genferinnen die Stirn und dank 15 Punkten von Melanie Roth konnte der Schaden auch resultatmässig einigermassen in Grenzen gehalten werden. Dies täuschte jedoch nicht darüber hinweg, dass die Genferinnen auch in der zweiten Hälfte die klar bessere Mannschaft war und so setzte es für die Alte Kanti eine deutliche 34:77-Niederlage ab.

Zu intensiv und aggressiv

«Im ersten Viertel haben wir gut gespielt, aber dieses Niveau können wir nicht 40 Minuten halten. Sobald wir rotieren müssen, fehlt uns die Qualität. Zudem hatten wir mit der Aggressivität und der Intensität zu kämpfen», analysierte Milenko Tomic. Trotz dem Aus dürfen die Frauen der Alte Kanti mit ihrer Cup-Kampagne zufrieden sein. Immerhin haben sie es als einziges NLB-Team in den Viertelfinal geschafft.