Basketball
Alte Kanti Aarau ist vor Playoffs wieder Favorit – doch Konkurrenz rückte auf

Am Wochenende beginnen für Titelverteidiger Alte Kanti gegen Meyrin die NLB-Playoffs. Ein Selbstläufer wie in den Jahren zuvor dürften die Spiele aber nicht werden.

Fabio Baranzini
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Die Playoffs werden für die Aarauer mit Michael Jacobsen (am Ball) zu keinem Selbstläufer mehr. FBA/ARCHIV

Die Playoffs werden für die Aarauer mit Michael Jacobsen (am Ball) zu keinem Selbstläufer mehr. FBA/ARCHIV

Fabio Baranzini

Die Qualifikation in der NLB ist vorbei und es grüsst wieder einmal der BC Alte Kanti Aarau als souveräner Leader von der Tabellenspitze. Ein Bild, das man aus der letzten Saison, als Aarau hochüberlegen Meister wurde, nur zu gut kennt. Wirft man einen Blick auf die Statistik, stehen die Chancen zur Titelverteidigung gut. Aarau hat die beste Offensive der Liga, die drittbeste Defensive, mit Dejan Hohler den besten Skorer und mit James St. Robert den zweitbesten Rebounder.

Nicht mehr so dominant

Doch die Zahlen verraten nur die halbe Wahrheit. Die Aarauer sind in dieser Saison nicht mehr so dominant wie im Vorjahr. Sie haben an Substanz eingebüsst, der Kader ist nicht mehr gleich breit. Gleichzeitig ist die Konkurrenz aufgerückt. Neben den gewohnt starken Westschweizer Teams aus Vevey und Lausanne sind neu auch Swiss Central und Küsnacht Erlenbach ernstzunehmende Titelaspiranten. Dies zeigt auch die Tatsache, dass die Aarauer in den letzten elf Spielen drei Mal verloren haben. In der gesamten letzten Saison setzte es lediglich eine einzige Niederlage ab.

Probleme unter dem Korb

Vor allem die Pleite in der eigenen Halle gegen Swiss Central – die erste nach 29 Heimsiegen in Folge – hat geschmerzt. Und sie hat aufgezeigt, wo die Probleme der Aarauer liegen: unter dem Korb. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Philippe Sager verfügt Trainer Milenko Tomic mit James St. Robert, Michael Jacobsen und Robertino Engel nur noch über drei gelernte Innenspieler.

Wenn diese mit Foulproblemen zu kämpfen haben wie gegen Swiss Central, sind die Aarauer unter dem Korb nicht mehr konkurrenzfähig. Dieses Defizit mit Würfen von Aussen zu kompensieren, ist auf Dauer nicht erfolgsversprechend, denn so würde das Aarauer Spiel berechenbar. «Die Aussenspieler müssen in der Defensive schneller rotieren und am Rebound mithelfen. Dann lässt sich dieses Manko kompensieren», sagt der ehemalige AKA-Spieler und Pressechef Yannick Ngarambe.

Lehren aus Niederlage gezogen

Der Sieg von Swiss Central in der Telli hat aber nicht nur geschmerzt, sondern auch ein Signal an die Konkurrenz gesandt: Aarau ist im Telli-Bunker, wie die in die Jahre gekommene Heimstätte der Alten Kanti in der Westschweiz genannt wird, nicht mehr unbesiegbar.

Doch Ngarambe mag der Niederlage auch eine positive Seite abzugewinnen. «Sie kam zum richtigen Zeitpunkt. Sie macht zwar den Gegnern Mut, aber für unser Team und unsere Fans ist eine Frage der Ehre, die Telli wieder uneinnehmbar zu machen.»

Egal mit welchen Zahlen und Argumenten man jongliert: Fakt ist, dass die Aarauer aus der Poleposition ins Meisterrennen starten. Dass sie wieder so durchmarschieren wie vor einem Jahr, ist aber unwahrscheinlich.

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