Basketball Cup
Alte Kanti Aarau im Cup-Halbfinal erwartet chancenlos

Im Schweizer Cup-Halbfinal der Frauen war der NLA-Tabellenführer Hélios Valais für Alte Kanti Aarau wie erwartet eine Nummer zu gross. Trotz der 57:93-Klatsche verabschiedeten sich die Aargauerinnen ehrenvoll aus dem Cup-Wettbewerb.

Beat Hager
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Karen Twehues glänzte als Aarauer Regisseurin.

Karen Twehues glänzte als Aarauer Regisseurin.

Fabio Baranzini

Erstmals in der Vereinsgeschichte qualifizierten sich die Basketballerinnen von Alte Kanti Aarau für den Schweizer Cup-Halbfinal. Das Los bescherte dem souveränen NLB-Leader mit Helios Valais nicht nur ein Heimspiel gegen den aktuellen Leader der Nationalliga A, die Walliserinnen waren zuletzt auch dreimal in Folge Schweizer Meister und reisten als Titelverteidiger in den Aargau.

«Hélios ist seit Jahren die dominante und übermächtige Mannschaft in der Schweiz und verfügt neben den beiden US-Profis Marshae Dotson und Tavelyn James auch über vier aktuelle Schweizer Nationalspielerinnen in ihren Reihen», so der Aarauer Coach Milenko Tomic.

Obwohl die Aarauerinnen in krasser Aussenseiter-Rolle in die Partie stiegen, hielten sie in der Startphase gut dagegen und vermochten das Spielgeschehen ausgeglichen zu gestalten. Doch schon bald wurden die Walliserinnen ihrer Favoritenrolle gerecht. Die in allen überlegenen Gäste spielte ihre Klasse aus und überzeugten mit ihrer kompakten und geschlossenen Spielweise.

Starkes Spiel von Twehues

Angetrieben durch die beiden Amerikanerinnen sowie die wurfstarken Nationalspielerinnen Alexia Rol (20 Punkte) sowie Marielle Giroud baute der Schweizer Meister seinen Vorsprung kontinuierlich aus und führte nach 10 Minuten bereits vorentscheidend mit 27:10. «Gegen diesen aggressiven Gegner stiegen wir mangels Erfahrung und Mut mit zuviel Respekt in diese Partie und unsere Ballverluste wurden eiskalt ausgenutzt», so Tomic. Mit einer starken Leistung in den ersten 20 Spielminuten legten die Walliser die Basis zum Sieg, führten sie zur Spielmitte doch klar mit 54:24.

Trotz des klaren Rückstandes zur Pause rafften sich die Einheimischen in der Folge nochmals auf, und so war in der zweiten Halbzeit von einem Klassenunterschied herzlich wenig zu sehen. Obwohl die ehemalige Nationalspielerin von ihren Ex-Kolleginnen eng bewacht wurde, führte Karen Twehues auf Aarauer Seite glänzend Regie und zeigte sich mit 25 Punkten auch sehr wurfstark.

«Der Sieg wäre eine Illusion gewesen»

Nach einem 42:78-Rückstand nach 30 Minuten verwöhnte Alte Kanti Aarau das Publikum im letzten Viertel mit viel Spielfreude. Obwohl die Cup-Sensation im Telli ausblieb, das abschliessende Viertel vermochten die Unterklassigen mit 15:15 ausgeglichen zu gestalten und ernteten mit einer Welle viel Sympathien beim Publikum.

«Mit der Leistung meiner Mannschaft bin ich sehr zufrieden. Ein Sieg wäre eine Illusion gewesen, doch die Mannschaft hat ihr Potenzial aufgezeigt und bis am Schluss gut gekämpft», zeigte sich Tomic trotz der Niederlage zufrieden. Nun gilt der Fokus wieder auf die Meisterschaft, wo Alte Kanti Aarau die Tabelle nach 11 Runden verlustpunktlos anführt. «Über einen möglichen Aufstieg wird gegenwärtig diskutiert, wobei der Entscheid frühestens im April fallen wird», sagte Präsident Christian Roth.