Basketball
Alte Kanti Aarau holt sich höchsten NLB-Sieg seit fünf Jahren

Der BC Alte Kanti Aarau deklassiert im ersten Meisterschaftsspiel Aufsteiger Küsnacht Erlenbach mit 126:71. Dies ist der höchste Sieg, den sich die Basketballer in den letzten fünf Jahren geholt haben.

Fabio Baranzini
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Stilsicher: Aaraus neuer Spielmacher Dejan Hohler. Jost Künzli/ZVG

Stilsicher: Aaraus neuer Spielmacher Dejan Hohler. Jost Künzli/ZVG

Kurz vor Spielbeginn wurde es dunkel in der Telli-Halle. Ein Scheinwerfer beleuchtete die Spielfeldmitte, wo sich eine Nebelwand gebildet hatte. Vom Speaker lautstark angekündigt, tauchten die Aarauer Spieler aus dem Nebel auf und präsentierten sich dem Publikum. Die Gastgeber liessen es jedoch nicht nur vor Spielbeginn krachen, sondern zündeten gleich nach dem Anpfiff ein Startfeuerwerk.

Angeführt vom neuen Spielmacher Dejan Hohler, der das Aarauer Spiel dirigierte, als hätte er nie etwas anderes getan, kombinierten sich die Aarauer schnell und stilsicher vor den gegnerischen Korb. Die Gäste waren mit dem Tempo der Aarauer überfordert und konnten diese oft nur regelwidrig stoppen. Bereits nach drei Minuten führte das Heimteam mit 12:4, wobei vor allem Dejan Hohler und Mladen Radic brillierten. Letzterer war unter dem Korb eine Klasse für sich und punktete bei neun Versuchen neun Mal.

Auch Castro überzeugt

Die Frage nach dem Sieger der Partie war daher schnell geklärt. Nachdem die Aarauer im ersten Viertel in der Defensive noch einige Probleme bekundeten und Küsnacht zumindest halbwegs dranbleiben konnte, zog der amtierende NLB-Meister im zweiten Abschnitt davon. Im Sog des Duos Hohler/Radic zeigte auch Ivan Castro eine starke Vorstellung. Er verwandelte fünf von sechs Dreipunktewürfen und realisierte total 23 Punkte. Zur Halbzeit führten die Aarauer gegen die bedauernswerten Gäste mit 74:36.

Man muss ihnen allerdings zugutehalten, dass sie trotzdem nicht aufgaben. Im dritten Viertel wurden sie dafür belohnt und konnten die Partie gegen die etwas nachlässig gewordenen Aarauer ausgeglichen gestalten. Mehr als Resultatkosmetik war es jedoch nicht. Die Gastgeber konnten es sich gar leisten, Hohler und Radic, die gemeinsam 62 Punkte erzielten, zu schonen, und dafür alle übrigen Spieler einzusetzen. Der 126:71-Sieg ist speziell, denn es ist fast fünf Jahre her, seit letztmals ein NLB-Team mehr als 125 Punkte warf.

Teamplayer Hohler

«Es ist schön, mit einem solchen Sieg in die Saison zu starten. Das gibt Selbstvertrauen, vor allem auch für die neuen Spieler, die teilweise noch nie in der Nationalliga B gespielt haben», erklärt Trainer Milenko Tomic. Angesprochen auf den Einstand von Regisseur Dejan Hohler, gerät Tomic ins Schwärmen. «Dejan bringt der Mannschaft enorm viel. Er ist nicht nur auf dem Platz ein Vorbild, sondern auch sonst ein genialer Mensch und ein super Teamplayer.» Dies zeigte sich direkt nach dem Spiel. Dejan Hohler wurde im Interview gefragt, wie er es denn schaffe, so gut zu spielen. Seine Antwort: «Ohne meine Teamkollegen wäre das nicht möglich gewesen.»