Basektaball
Alte Kanti Aarau feiert gegen Pully einen wichtigen Sieg

Das Aarauer NLB-Männerteam gewinnt in der eigenen Halle gegen Pully mit 77:72, vermag dabei aber – wie in der gesamten Saison – nicht restlos zu überzeugen.

Fabio Baranzini
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aka_pully-0177 Dejan Hohler tat sich schwer gegen die Verteidigung von Pully.
aka_pully-0168 Nikola Stevanovic.
aka_pully-0104 Dejan Hohler mit viel Zug zum Korb.
aka_pully-0124 Philippe Sager und James St. Robert wehren mit vereinten Kräften einen Angriff von Pully ab.
aka_pully-0076 James St.Robert steigt beim Anspiel am höchsten.

Fabio Baranzini

Gegen Erzrivale Vevey und gegen den amtierenden Meister Lausanne haben die Aarauer Basketballer in dieser Saison in der eigenen Halle bereits knapp verloren. Am Samstag wartete mit Pully, das im Schweizer Cup eben dieses Lausanne ausgeschaltet hatte, bereits der nächste potenzielle Stolperstein aus der Westschweiz.

Entsprechend umkämpft war die Startphase. Aarau, in der eigenen Abwehr mit einer starken Leistung, tat sich im Angriff extrem schwer gegen die aufsässig agierende Defensive von Pully. Konsequent versuchten die Aarauer ihr Glück mit Distanzwürfen – oftmals von jenseits der Dreipunkte-Linie. Doch diese Taktik brachte nicht den gewünschten Erfolg. Im zweiten Viertel resultierten so nur mickrige neun Punkte. „Wir haben in der ersten Halbzeit nicht Basketball gespielt. Das war viel eher Handball. Der Ball wurde aussen rum gespielt und dann wurde geworfen. Allerdings oftmals sehr schlecht und egoistisch“, fand Marco Lehmann, derzeit Aaraus treffsicherster Schütze, klare Worte.

Zu viele Optionen

In der Tat kamen die Flexibilität und die Kreativität im Aarauer Angriffsspiel nur äusserst selten zum Vorschein. Eigentlich erstaunlich, denn das Potenzial des Kaders ist deutlich grösser als noch im Vorjahr. „Wir haben uns als Team noch immer nicht gefunden. Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir beinahe zu viele Optionen haben. Wenn alle Spieler der Startformation so viele Punkte erzielen würden wie letzte Saison, hätten wir in jedem Spiel mehr als hundert Zähler. Das ist schlicht nicht möglich. Daher müssen wir wieder mannschaftsdienlicher spielen und uns zugunsten des Teams zurücknehmen“, liefert Lehmann, selber ein Spieler aus der Startformation, den Lösungsansatz für das aktuelle Luxusproblem der Aarauer Basketballer.

Starkes drittes Viertel

Dass die Jungs von Trainer Milenko Tomic eigentlich viel mehr drauf haben, als sie in dieser Saison gezeigt haben, bekamen die Zuschauer im dritten Viertel zu sehen: Die Aarauer nahmen sich mehr Zeit im Angriff, suchten öfters den direkten Weg zum Korb und erspielten sich mit teilweise sehenswerten Passstafetten freie Wurfgelegenheiten aus der Distanz. Und siehe da, aus dem eher enttäuschenden 30:30 zur Halbzeit wurde schnell ein Vorsprung von mehr als 10 Punkten. Am Ende gewannen die Aarauer dann doch „nur“ mit 77:72, was aber auch daran lag, dass Tomic in den letzten Minuten den Bankspielern einige Spielminuten zugestand. Nach diesem wichtigen Sieg belegen die Aarauer in der Tabelle weiterhin den dritten Rang und haben – zumindest teilweise – gezeigt, wozu sie in der Lage wären.