FC Wohlen
Alles Vertrauenssache - Kuzmanovic ist ein Mann der Gerechtigkeit

Kristian Kuzmanovic erlebt eine turbulente Karriere. Probleme mit seinen Trainern, die ihm kein Vertrauen schenkten. Nun will er beim FC Wohlen angreifen.

Marco von Felten
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Kristian Kuzmanovic.

Kristian Kuzmanovic.

SEVERIN BIGLER

Kristian Kuzmanovic wurde in seiner Karriere oft Opfer falscher Spielchen von Trainern. Sie schenkten ihm weder Vertrauen noch Respekt. Der 29-Jährige ist ein Gerechtigkeitsfanatiker und sagt: «Ich brauche einen Trainer, der mir den Respekt auf menschlicher Ebene entgegenbringt. Dies war in der Vergangenheit oft nicht so.»

Beim FC Wohlen traf Kuzmanovic mit Ranko Jakovljevic auf einen Trainer, der ihm das Vertrauen schenkt. Der gegenseitige Respekt ist vorhanden. «Jakovljevic ist sehr korrekt», sagt Kuzmanovic. «Bei ihm fühle ich mich wohl.»

Kuzmanovic in der Startformation

Kristian Kuzmanovic wird aller Voraussicht nach auch am Samstag gegen den FC Winterthur in der Wohler Startformation stehen. Das ist ein neuerlicher Vertrauensbeweis. Dieses Vertrauen will der Spieler nun an den Trainer zurückgeben.

Steht Kristian Kuzmanovic gegen Winterthur in der Startformation?

Steht Kristian Kuzmanovic gegen Winterthur in der Startformation?

Severin Bigler

Dies ist ihm schon bei seinem Debüt in der ersten Mannschaft gelungen, brauchte er doch gerade mal sieben Minuten, um seinen ersten Treffer für die Freiämter zu erzielen. Es war ein spezielles Tor. Der Grund: Kuzmanovic schoss das 3:1 in Winterthur im ersten Spiel in dieser Saison. Also ausgerechnet gegen den Klub, bei dem er lange Zeit spielte.

Das erneute Duell

Im Juli 2006 wechselte Kuzmanovic von der Jugendabteilung der Grasshoppers in die U18 des FC Winterthur. Drei Jahre später spielte er zum ersten Mal im Fanionteam. Noch heute kennt er einige Spieler und Trainer. «Ich freue mich sehr, erneut gegen einige meiner ehemaligen Teamkameraden spielen zu dürfen», sagt Kuzmanovic. Im Spiel gegen Winterthur trifft der gebürtige Holländer auf alte Weggefährten wie zum Beispiel Assistenztrainer Dario Zuffi, Mittelfeldspieler Luca Radice und Torhüter Matthias Minder.

Einst selbst bei Winterthur: Kuzmanovic (links)

Einst selbst bei Winterthur: Kuzmanovic (links)

Keystone

Kuzmanovic hat beim FC Wohlen nur einen Vertrag bis zur Winterpause. Weil er sich bei den Freiämtern jedoch wohlfühlt, könnte er sich vorstellen, den Vertrag zu verlängern. Anzeichen dafür gibt es jedoch keine. Sollte Kuzmanovic in der Vorrunde bei Wohlen auf Touren kommen, hofft er sogar, sich für die Super League zu empfehlen. Die bisher letzte Chance, in der Super League Fuss zu fassen, hat Kuzmanovic nicht genutzt. Vom FC Winterthur wechselte er 2014 zum FC Vaduz in die höchste Spielklasse.

Verletzungsgeprägte Zeit in Vaduz

Die Zeit in Vaduz war allerdings geprägt von Verletzungen. Das war auch der Grund, warum ihm der Durchbruch nicht gelang. So entschied er sich für einen Schritt zurück und wechselte zum FC Schaffhausen in die Challenge League.

Kristian Kuzmanovic, hier bei Winterhur, spielte schon in der Super League

Kristian Kuzmanovic, hier bei Winterhur, spielte schon in der Super League

Keystone

Dort spielte er unter der Führung von Trainer Maurizio Jacobacci und wurde zur Teamstütze. Der Haken: Schon nach kurzer Zeit wurde Jacobacci entlassen. Axel Thoma und sein Assistent Nedzad Kuruzovic übernahmen. «Die Chemie zwischen mir und den Trainern hat nicht gepasst», erklärt Kuzmanovic. Und so wurde er in Schaffhausen nicht glücklich. Kuzmanovic suchte eine neue Herausforderung, fand aber keinen neuen Verein.

Es spricht für Kristian Kuzmanovic, dass er trotz den Problemen nie daran dachte, seine aktive Karriere zu beenden. Im Gegenteil! Er gab sich kämpferisch und war im Januar 2017 sogar bereit, für die U21-Auswahl von Winterthur in der 1. Liga zu spielen. Dort sammelte er Spielpraxis, bevor er im Juli mit dem FC Wohlen in Kontakt kam.
Eine Woche vor dem ersten Saisonspiel unterschrieb er bei den Freiämtern einen Vertrag. Ab diesem Zeitpunkt war für Kuzmanovic klar: «Jetzt will ich nochmals angreifen.»