Erinnern Sie sich an die Saison 2003/04? Damals absolvierte Alain Schultz im FCA-Trikot insgesamt 17 Partien in der Super League. Mehr Einsätze in der obersten Liga gelangen ihm in der Folge (bislang) nie mehr in einer Spielzeit. Vor zehn Jahren stand Schultz am Anfang seiner Karriere. Zuvor hatte er, der die Talentschmiede des FC Basel nach Dissonanzen mit seinem Ausbildner Marcel Hottiger verlassen musste, mit seinen Toren massgeblichen Anteil am Aufstieg der U21-Equipe in die 1. Liga und empfahl sich so fürs Aarauer Fanionteam.

Im Alter von 20 Jahren kam Schultz jedoch weder unter dem damaligen Cheftrainer Alain Geiger noch unter dessen Nachfolger Martin Rueda über den Status des Ergänzungsspielers hinaus. Insgesamt nur 250 Einsatzminuten wurden ihm in der Saison 2003/04 geboten. Also wechselte er zum FC Wohlen – und kaum jemand hätte es für möglich gehalten, dass der junge Offensivstratege dereinst für 100 Einsätze in Diensten des FC Aarau geehrt werden würde. Auch er selbst nicht.

Zum Goalgetter entwickelt

Im Freiamt entwickelte sich Schultz dank seiner Schussgewalt zu einem gefürchteten Goalgetter, was ihm sogar ein leihweises Engagement beim Grasshopper Club Zürich einbrachte. Umso lauter war das mediale Getöse, als er sich – als Lebensversicherung des FC Wohlen – vor zweieinhalb Jahren zu einer Rückkehr nach Aarau entschloss. Nach zwei Spielzeiten als Stammkraft im FCA-Ensemble, verbunden mit 16 Toren, fand sich Schultz im laufenden Championat öfters auf der Ersatzbank wieder.

Auch nach einem kleinen Zwischenhoch zu Herbstbeginn, als er bei beiden Treffern beim 2:1-Erfolg in Zürich assistierte und sich in den Heimspielen gegen Lausanne und Zürich selbst als Torschütze auszeichnen konnte. «Ich akzeptiere meine Situation und stelle mich in den Dienst der Mannschaft», so Schultz zur Rolle als Ergänzungsspieler. Im Heimspiel gegen Thun kam Schultz – begünstigt durch die Ausfälle von Callà, Ionita und Staubli – wieder einmal zu einem Auftritt von Anfang an. Als aktiver Spielmacher kam er dem Führungstreffer gegen Ende der ersten Hälfte zweimal nahe.

Einmal schoss der 30-Jährige um Haaresbreite am Gehäuse vorbei, nur wenige Minuten später sah er seinen wuchtigen Abschluss von Thun-Goalie Faivre abgewehrt. Nach einer Stunde musste sich Schultz mit einer Oberschenkelzerrung auswechseln lassen. «Eine alte Verletzung, welche wieder aufgebrochen ist», erklärte Schultz. Er hoffe, dass es nicht allzu gravierend sei. Im neuen Jahr will Alain Schultz nämlich wieder voll angreifen; schliesslich gilt es noch eine «Bestmarke» aus der Saison 2003/04 zu knacken.