Apropos

Aemisegger und die schlechten Manieren

Ruedi Kuhn
AFV-Präsident Hans Aemisegger schweigt.

AFV-Präsident Hans Aemisegger schweigt.

AFV-Präsident Hans Aemisegger schweigt weiterhin und denkt nicht an einen Rücktritt. Eine Episode aus früheren Tagen zeigt die eigenwillige Art des Präsidenten gut auf.

Oje Hans Aemisegger! Neben der hausgemachten Krise im Aargauischen Fussballverband nun auch noch dies: Im Januar wurde Aemisegger hochkant aus der Supporter-Vereinigung des FC Gränichen geschmissen. Was 2011 mit einem Ausrufezeichen begann, endete unschön.

Was ist passiert? Der Reihe nach: Nach seiner Wahl zum Präsidenten des Aargauischen Fussballverbandes (AFV) vor acht Jahren bekam Aemisegger die Anfrage, ob er nicht Mitglied der Supporter-Vereinigung des FC Gränichen werden wolle.

Diese wurde 1991 gegründet, hat inzwischen 100 Mitglieder und unterstützt die erste Mannschaft jährlich mit rund 30'000 Franken. Aemisegger war bereit, mitzumachen, und zahlte Jahr für Jahr den Mitgliederbeitrag von 300 Franken.

2018 stellte der Architekt aus Unterkulm die Zahlungen ein. Aemisegger erhielt eine erste Mahnung: Keine Reaktion! Aemisegger erhielt eine zweite Mahnung: Keine Reaktion! Was nun? Ganz einfach: Die Gränicher Supporter-Vereinigung hat klare Regeln. Eine davon lautet: Wer nicht zahlt, der fliegt!

So beschlossen die Geldgeber des Zweitligisten an ihrer Generalversammlung im Januar dieses Jahres, dass Aemisegger die Mitgliedschaft verliert. Im Klartext: Er wurde rausgeschmissen. Dass es  zwischen dem AFV-Präsidenten und der Führungscrew des FC Gränichen vor rund einem Jahr zu Unstimmigkeiten gekommen ist, entschuldigt das Verhalten des Verbands-Verantwortlichen in keiner Weise.

Er hätte sich zumindest beim Vorstand der Supporter-Vereinigung abmelden müssen. Das ist alles andere als die Art des feinen Mannes. Das sind einfach nur schlechte Manieren, Herr Aemisegger!

Was lernen wir aus dieser Geschichte: Sie ist typisch für die eigenwillige, ja selbstherrliche Art von Aemisegger. Passt dem AFV-Präsidenten etwas nicht in den Kram, gibt es für ihn nur schwarz oder weiss. Entweder er nimmt den Hammer hervor und schlägt um sich – oder er zieht sich in sein Schneckenhaus zurück und schweigt.

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Ruedi Kuhn

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