Curling
Adelboden winkt beim Baden Masters der Titel-Hattrick

Zu Beginn der Olympia-Saison blickt die Curling-Welt gespannt nach Baden. Von Freitag bis Sonntag erfolgt im Curling Center Baregg der Start in die Champions Tour.

Andreas Fretz
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Die Teams von Sven Michel und Mirjam Ott haben sich gemeinsam auf die Olympia-Saison vorbereitet. Key

Die Teams von Sven Michel und Mirjam Ott haben sich gemeinsam auf die Olympia-Saison vorbereitet. Key

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Bereits zum 13. Mal findet das Baden Masters statt. Insgesamt gibt es ein Preisgeld von 32 500 Franken zu gewinnen. Das Siegerteam kassiert einen Check über 11 000 Franken.

Der Fokus in dieser Saison liegt ohne Zweifel auf den Olympischen Spielen in Sotschi. Mit Kanada, Schweden, Schottland, Norwegen, Dänemark, Russland und der Schweiz stehen sieben der zehn Olympia-Teilnehmer in Baden auf dem Eis. Zudem konnten die aktuellen nationalen Meister aus Tschechien, Frankreich, Deutschland und Lettland verpflichtet werden. 20 der weltbesten Teams spielen gegeneinander. Zwölf stammen aus dem Ausland, acht aus der Schweiz.

Blickt die Curling-Welt gespannt nach Baden, so blickt die Curling-Schweiz gespannt auf das Team Adelboden mit Skip Sven Michel. Der aktuelle Schweizer Meister und WM-7. vertritt die Schweiz in Sotschi. In Baden tritt Adelboden als Titelverteidiger an. Es winkt sogar der Titel-Hattrick. 2011 setzte sich das junge Team überraschend gegen den dreifachen WM-Medaillengewinner Tom Brewster (Sco) durch, 2012 im reinen Schweizer Final gegen die Genfer um Skip Peter De Cruz.

Wohl nie zuvor hat sich ein Schweizer Curling-Team derart intensiv auf Olympische Spiele vorbereitet wie die Adelbodner. «Seit dem 1. Juli leben wir als Vollprofis», sagt Michel. Letzte Woche trainierten die Männer gemeinsam mit den Davoser Weltmeisterinnen um Mirjam Ott in Adelboden. Beide Teams reisen im Februar nach Sotschi. Ein guter Teil der Vorbereitung wird gemeinsam absolviert. Insgesamt umfasst die Schweizer Curling Delegation 16 Personen: vom Sportpsychologen über die Physiotherapeutin bis hin zum Trainerstab.

Nationalcoach ist Andreas Schwaller. WM-Silber 2001, Olympia-Bronze 2002 und der EM-Titel 2006 waren die herausragenden Erfolge des gebürtigen Solothurners. Von 2004 bis zu seinem Rücktritt 2009 spielte Schwaller für das Curling Team Baden Regio. Als Coach überlässt Schwaller nichts dem Zufall. Im Juli bestritten die Frauen und die Männer gemeinsam den Gigathlon. «Es ging um Teambildung, um eine physische Standortbestimmung und um das Verlassen der Komfortzone», sagt Schwaller, und fügt mit einem Lächeln an: «Sieben Nächte im Zelt, sieben Tage Toi-Toi-Hüttchen und sieben Tage ohne Strom und Natel.»

Vor dem Trainingslager in Adelboden weilten die beiden Teams drei Tage in der Olympiastadt Sotschi. «Wir wissen, wie das Stadion aussieht, wir wissen, wo wir schlafen werden und wir wissen, wo die Medaillen übergeben werden», heisst es aus dem Schweizer Lager.

Ob die Schweizer Männer auf dem richtigen Weg sind, wird sich beim ersten Ernstkampf der Saison in Baden zeigen. Die Konkurrenz ist gross. Die Favoriten kommen aus Schweden. Skip Niklas Edin reist als amtierender Welt- und Europameister an. Obwohl die Schweden regelmässige Gäste sind und seit längerem zur Weltspitze gehören, konnten sie in Baden noch nie gewinnen.

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