Volleyball
Achterbahnfahrt sondergleichen: Von der NLA in die 2. Liga und zurück

Das besondere Comeback der ehemaligen Nationalspielerin Sabine Frey aus Oftringen. Mit dem Cupfinal erwartete Frey mit Neuchâtel gleich ein Highlight.

Olivier Winistörfer
Merken
Drucken
Teilen
Die ehemalige Schweizer Nationalspielerin Sabine Frey beim Uni-Training in Bern. owi

Die ehemalige Schweizer Nationalspielerin Sabine Frey beim Uni-Training in Bern. owi

Was wie ein kleines Märchen klingt, hat die Oftringerin Sabine Frey selber erlebt: von der NLA in die 2. Liga und wieder zurück. Die ehemalige Schweizer Nationalspielerin aus dem Aargau gab in dieser Saison nach zwei Jahren NLA-Abwesenheit ihr Comeback – und konnte sogleich ein Highlight erleben: der Cupfinal in der Berner Wankdorfhalle am vergangenen Samstag.

Lose Anfrage

Dabei hätte die Mittelblockerin vor einem halben Jahr wohl kaum damit gerechnet, spielte sie doch bis vor zwei Monaten noch in der 2. Liga bei ihrem Stammverein Oftringen. «Neuchâtels Präsidentin Jo Gutknecht hat mich angerufen und gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte, bei einem Testspiel auszuhelfen», erzählt die 31-jährige Oftringerin. Bei diesem einen Testspiel sei es dann aber nicht geblieben: «Der Staff hat mich dann gefragt, ob ich nicht noch weiter aushelfen könnte.»

So kehrte die Aargauerin mit Teileinsätzen zurück an den Neuenburgersee, wo sie bereits bis vor zwei Jahren spielte: «Als Zeiler Köniz meinen Vertrag nach dem Meistertitel nicht verlängerte, wechselte ich nach Neuenburg und wurde herzlich aufgenommen. Eine Rückkehr zu Neuenburg hat so eine besondere Bedeutung für mich.»

Ein Bauchentscheid

Der Sprung zurück in die höchste Liga der Schweiz sei aber anfangs eine Hürde gewesen: «Das Niveau ist natürlich viel höher als in der 2. Liga. Da ich aber in dieser Saison noch bei Baden in der NLB trainiert und gespielt hatte, war es nicht gleich ein Sprung ins kalte Wasser.» Wichtig sei aber auch die grosse Erfahrung gewesen, die dann auch fehlende physische Vorbereitung ausgemerzt habe. Angst vor dem NLA-Comeback habe Sabine Frey aber nicht gehabt, sei die Entscheidung doch nicht mit dem Kopf, sondern dem Herzen getroffen worden: «Ich habe es vermisst auf einem solchen Niveau zu spielen. Deshalb kam die Entscheidung eher aus dem Bauch. Doch ich bereue sie überhaupt nicht.»

Cupfinal als Motivation

Als grosse Motivation bei ihrem Comeback diente der Aargauerin auch der Cupfinal vom letzten Wochenende in ihrer Wahlheimat Bern: «Ich wohne nur gerade zehn Minuten von der Wankdorfhalle entfernt und habe dort auch Titel gefeiert mit Seiler Köniz. Mit diesen Zuschauermassen, vor allem aus Neuenburg, ist es immer ein ganz besonderer Moment.»

Am vergangenen Samstag konnte die Oftringerin aber nicht wie früher den Pokal in die Höhe stemmen, verloren die Neuenburgerinnen doch mit 0:3 gegen Volero Zürich. «Irgendwie wollte es einfach nicht klappen bei uns; vielleicht haben wir uns einfach auch zu viel Druck auferlegt», erläutert die Oftringerin enttäuscht. Den Kopf will Frey aber nicht hängen lassen, wartet jetzt noch die Playoffserie um den dritten Rang: «Die Saison geht noch weiter und ich stehe Neuenburg noch weiter auf Abruf zur Verfügung, wenn sie eine Spielerin brauchen.»

Andere Schwerpunkte

Ein endgültiges Comeback sei dies wohl aber nicht: «Ich geniesse es als Spielerin in der NLA, aber längerfristig will ich lieber vielleicht auch Teams trainieren, wie ich dies bereits mit der dritten Mannschaft bei Oftringen oder beim Uni-Sport in Bern mache.»