Krise beim FC Aarau
Abstiegskampf: Gratiseintritt beim Spiel gegen Tabellenführer

Der FC Aarau steckt im Abstiegskampf - und die Gegner werden nicht leichter: Heute empfangen die Aarauer den Tabellenführer aus Lugano. Dabei ist der Traditionsverein der Underdog.

Ruedi Kuhn
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Ladies Day beim FC Aarau? Ist das Brügglifeld nicht eh schon fest in Frauenhänden? Nimmt man den administrativen Bereich rund um den Profibetrieb der ersten Mannschaft, ist das zweifellos so. Esther Bleuel und Sibylle Häggi sorgen dafür, dass der Apparat rund um die Uhr läuft. «Für mich», sagt Esther, «ist die Tätigkeit beim FCA ein Traumjob. Fussball hat mich schon als Mädchen fasziniert. Früher war ich allerdings eine Anhängerin von Servette. Heute schlägt mein Herz natürlich für Aarau.» «Für mich», so Sibylle, «ist Fussball ein Spiel der Leidenschaft und Emotionen. Als der FCA vor einem Jahr abgestiegen ist, hatte ich Tränen in den Augen. Das war ein ganz bitterer Moment. Die Arbeit macht mir Spass, weil sie so abwechslungsreich ist.»

Für den FCA tätig

Die 43-jährige Esther Bleuel hat eine Tochter und einen Sohn, wohnt in Suhr und arbeitet seit drei Jahren für die Aarauer. Nachdem sie im Juli 2008 beim Sommercamp mitgeholfen hatte, bewarb sie sich um eine Stelle im Sekretariat. Sie ist Teamadministratorin und Matchplanerin der Heim- und Auswärtsspiele, führt die Protokolle an Sitzungen und bearbeitet die Korrespondenz mit Verbänden und Vereinen. Die 42-jährige Sibylle Häggi hat ebenfalls zwei Kinder, wohnt in Aarau und ist seit zwei Jahren im Brügglifeld tätig. Sie ist für den administrativen Bereich im Personalwesen zuständig. Sie bearbeitet ausserdem das Ticketing, die Buchhaltung und das Versicherungswesen.

Eines haben die beiden charmanten Frauen gemeinsam: Sie zählen zu den grössten FCA-Fans und haben während eines Heimspiels jeweils keine ruhige Minute. An Einsatz, Fleiss und Kreativität fehlt es den beiden Golden Girls vom Brügglifeld wahrlich nicht. Beim Fototermin mit der az Aargauer Zeitung nahmen sie das Diktat gleich selbst in ihre Hände, zogen sich ein Spielertrikot über, schnappten sich einen Ball, nahmen einen Flyer mit der Werbung für den Ladies Day und einen Bündel Gratistickets und liessen sich in aller Seelenruhe ablichten.

Kampf gegen den Abstieg

Kein Zweifel; die Voraussetzungen für den zweiten Ladies Day des FC Aarau sind ideal. Der Wetterbericht ist ausgezeichnet und die sportliche Ausgangslage könnte kaum brisanter sein. Leader Lugano verlor zuletzt völlig überraschend zwei Heimspiele gegen Stade Nyonnais (1:2) und Winterthur (2:3). Für die Tessiner wird der Kampf um den Platz in der Super League plötzlich doch noch zu einem zähen Ringen. Und der FC Aarau kämpft trotz dem Aufwärtstrend mit dem 2:1-Sieg gegen Lausanne-Sport und dem 2:2 im Derby gegen Wohlen nach wie vor gegen den Abstieg. Erschwerend ist, dass über den Einsätzen der leicht verletzten David Marazzi, Loris Benito und Giuseppe Rapisarda ein Fragezeichen schwebt. Schafft Lugano oder Aarau den Befreiungsschlag?