NLA-Playouts

Abstieg besiegelt: TV Endingen verliert Finalissima gegen GC Amicitia und muss zurück in die NLB

Der TV Endingen verliert das alles entscheidende Spiel 5 in den Playouts gegen GC Amicitia Zürich und spielt damit in der kommenden Saison wieder in der NLB. Aufgrund der 22:25-Niederlage in der Finalissima unterliegen die Surbtaler in der Best-of-5-Serie gegen den Abstieg mit 2:3 Siegen.

Wie bitter ist das denn?! Der TV Endingen verliert das alles entscheidende Spiel 5 der Playout-Serie gegen GC Amicitia auswärts in der Zürcher Saalsporthalle 22:25 (12:12) und steigt damit nur ein Jahr nach dem Aufstieg auch gleich wieder in die NLB ab.

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Dabei hatte es zu Beginn der Serie so gut ausgesehen. Die Surbtaler gaben sich in den ersten beiden Spielen keine Blösse und waren nach den beiden Siegen in Spiel 1 (27:21) und 2 (29:19) auf bestem Weg, sich den Ligaerhalt zu sichern. Phasenweise spielte das Team von Trainer Zoltan Majeri den Gegner in dieser Phase richtiggehend an die Wand.

Drei Chancen, keine davon genutzt

Doch dann der Bruch: Spiel 3 ging auswärts nach einer fahrigen Leistung verdientermassen mit 20:24 verloren. In Spiel 4 waren die beiden Teams lange Zeit gleich auf, die Endinger hielten sich während 50 Minuten alle Chancen auf den Ligaerhalt offen.

In der Schlussphase versagten ihnen aber die Nerven. In den letzten zehn Minuten gelang dem TVE rein gar nichts mehr und die Partie ging 17:21 verloren. Die Mannschaft schien dem zunehmenden Druck nicht gewachsen, konnte weder den ersten noch den zweiten Matchball verwerten.

Zum vierten Mal in Serie direkter Wiederabstieg

Und nun haben Captain Christian Riechsteiner und Co. am Sonntagnachmittag auch noch ihre dritte Chance auf den Ligaerhalt vergeben. Die Niederlage in Zürich besiegelt das, was zuletzt immer der Fall gewesen war: Der TVE kann sich als Aufsteiger nicht in der NLA halten und steigt nur ein Jahr nach dem viel umjubelten Aufstieg auf direktem Weg wieder in die NLB ab.

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Das war jeweils schon bei den Aufstiegen 2007, 2009 und 2011 so gewesen. Und nun also auch nach dem Aufstieg 2017. Das einzige Mal, als sich der TVE länger in der NLA halten konnte, war nach dem Aufstieg 1996 – dem ersten Aufstieg des Vereins überhaupt. Damals gehörten die Zurzibieter während sieben Saisons der NLA an.

Der Favoritenrolle unter Druck nicht gewachsen

Der TVE hatte vor der Saison als klarer Abstiegskandidat gegolten. Dass der Aufsteiger in die Abstiegsrunde würde gehen müssen, war anzunehmen gewesen. Doch unmittelbar vor der Playout-Serie um den Ligaerhalt gegen GC Amicitia sprach plötzlich so einiges für den TVE.

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Bei den Zürchern brodelte es. Gerüchte um ausstehende Löhne und schlechte Stimmung machten die Runde. Zudem musste GC während fast der gesamten Serie verletzungshalber auf seine beiden besten Skorer Adam Bakos und Manuel Frietsch (der erst in Spiel 5 zu Einsatzminuten kam) verzichten und dementsprechend geschwächt antreten.

Hingegen konnte TVE-Trainer Majeri – einmal abgesehen von Armin Sarac, der sich im letzten Spiel der Hauptrunde einen Kreuzbandriss zugezogen hatte – aus dem Vollen schöpfen. Dass Sarac in Spiel 5 sogar für erfolgreiche Siebenmeter auf die Platte zurückkehrte, half am Ende aber auch nichts mehr.

Denn dem TVE gelang es in der entscheidenden Phase trotzdem nicht, den Sack zuzumachen. Die Türe zum Ligaerhalt schien nach den beiden Siegen zum Auftakt der Serie weit offen, aber die Mannschaft kam mit dem Druck nicht klar. Die gute Ausgangslage schien den TVE plötzlich zu hemmen. Als das Team Majeris definitiv Favorit auf den Ligaerhalt geworden war, ging plötzlich nicht mehr viel.

Trainerwechsel noch vor der Winterpause

Es war eine turbulente Saison für den TV Endingen. Nach nicht zufriedenstellenden Leistungen in der Hauptrunde trennte sich der Klub Anfang November im gegenseitigen Einvernehmen von Cheftrainer Peter Szylagyi und Torhütertrainer Philipp Ramseier. Als Grund dafür wurden unterschiedliche Auffassungen in Kaderfragen angegeben.

Interimistisch übernahmen die zu diesem Zeitpunkt verletzten Stammkräfte Leonard Pejkovic und Nemanja Sudzum das Zepter an der Seitenlinie. Per Anfang Jahr schliesslich konnte der TVE mit Zoltan Majeri einen neuen Trainer präsentieren. Aber auch ihm gelang nicht, was sich die Endinger bereits vor der laufenden Spielzeit als Saisonziel gesetzt hatten: Das Team hat unter seiner Leitung den Ligaerhalt verpasst.

Die Endinger werden die Saison 2018/19 im kommenden August nur noch in der zweithöchsten Spielklasse in Angriff nehmen. Sie haben die grosse Chance verpasst, sich in der NLA zu halten und dürfen sich in der kommenden Saison nicht mehr mit den besten Schweizer Handball-Teams messen.

Partie verpasst? Schauen Sie sich das gesamte Spiel 5 in der Livestream-Aufzeichnung noch einmal an:

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